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Männlich / weibliche Wortwahl im Wiki

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Nicht spezifiziert
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apt-ghetto

Anmeldungsdatum:
3. Juni 2014

Beiträge: 2943

Das ist zum Glück nicht nur eine herrliche, sondern auch eine dämliche Diskussion. Dann haben beide Geschlechter etwas davon.

seahawk1986

Anmeldungsdatum:
27. Oktober 2006

Beiträge: 11278

Gerry Ghetto schrieb:

Das ist zum Glück nicht nur eine herrliche, sondern auch eine dämliche Diskussion. Dann haben beide Geschlechter etwas davon.

Auf zum etymologischen Wörterbuch!

verdooft

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
15. September 2012

Beiträge: 4450

Indem man ein Thema zum dämlichen erklärt, kann man eine in weiten Teilen der Printmedien und Onlinetexte angekommene Entwicklung, die übrigens auch aus Gesetzen herleitbar ist (Gleichstellung von Frauen und Männern), natürlich auch beenden.

Wenn eine Frau einen Artikel bearbeitet, ist sie kein Bearbeiter, sondern eine Bearbeiterin, das ist Fakt.

Wäre genauso, wenn man sich darauf einigt, immer zu schreiben "wir werfen das Terminalfenster per Beamer an die Wand", wenn man meint, es soll Text aus dem Terminal im Codeblock eingefügt werden.

Prioinix

Anmeldungsdatum:
10. August 2009

Beiträge: 220

Wenn eine Frau einen Artikel bearbeitet, ist sie kein Bearbeiter, sondern eine Bearbeiterin, das ist Fakt.

Ok, ich möchte auch nicht als "Sie sind" oder altmodisch "Ihr habt..." angesprochen werden, da ich nicht eine "Sie" bin. 😉

Vielleicht sollte man sich nicht auf Kleinigkeiten versteifen. Was bringt der "Kampf der Geschlechter"? Mehr Satzzeichen im Text?

coram

Anmeldungsdatum:
17. Januar 2015

Beiträge: 645

verdooft schrieb:

Wenn eine Frau einen Artikel bearbeitet, ist sie kein Bearbeiter, sondern eine Bearbeiterin, das ist Fakt.

Wobei der gender-korrekte Sprachgebrauch in einem Forum dadurch erschwert wird, das die Nutzerinnen und Nutzer weitgehend anonym bleiben und deren Nicknames im Allgemeinen keinen Aufschluss über das Geschlecht geben. Woher soll ich wissen, ob Du, verdooft, eine Themenstarterin oder ein Themenstarter bist?

verdooft

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
15. September 2012

Beiträge: 4450

Wird hier meine ich ganz gut erklärt:

Sprache spiegelt Realität wider – das bedeutet, sie konstruiert gesellschaftliche Wirklichkeit. Diskriminierung von Frauen in der Gesellschaft setzt sich also in der Sprache fort und drückt sich durch sie aus. Wir finden im Deutschen verschiedene „vermännlichte“ Worte, z.B. Herrschaft, Mannschaft, mannshoch, Herrenhaus usw. Im Gegensatz dazu werden die wenigen Worte, die „Frau“ o.ä. im Wortstamm haben, eher zu Zwecken der Verniedlichung oder Ablehnung eingesetzt, z.B. Fräulein, alte Jungfer o.ä.. Im Alltag finden sich darüber hinaus viele Beispiele von Verabsolutierung, wie „ein Mensch ohne Frau ist überhaupt kein Mensch“, „Jeder Deutsche hat das Recht auf freie Meinungsäußerung“ oder „die Deutschen sind tüchtige Hausfrauen“. Sprache ist also von männlichen Denkweisen geprägt und wird damit zu einem wichtigen Machtinstrument, in welchem der Grundsatz „weiblich = zweitrangig“ in extremer Weise Anwendung findet.

Sprechen wir Frauen mit „Student“ an, wirkt das relativ normal. Sprechen wir Männer als „Studentinnen“ an, ist das eine ziemlich große Frechheit. Warum nur?

http://www.gleichstellung.tu-dortmund.de/cms/de/Themen/Geschlechtergerechte_Sprache/__ber_die_Notwendigkeit_des_geschlechtergerechten_Ausdrucks.pdf

Da wird auch erwähnt, dass es möglich ist, sich aktiv gegen Diskriminierung einzusetzen, indem sexistischer Sprachgebrauch vermieden wird und "gerechte" Formulierungen verwendet werden. Mit einer Regel "Wir verwenden hier im Wiki die männliche Schreibweise und meinen alle" wird sexistischer Sprachgebrauch diktiert, das geht mir zu weit.

seahawk1986

Anmeldungsdatum:
27. Oktober 2006

Beiträge: 11278

verdooft schrieb:

Wenn eine Frau einen Artikel bearbeitet, ist sie kein Bearbeiter, sondern eine Bearbeiterin, das ist Fakt.

Und wenn ein Mensch einen Artikel bearbeitet, ist er grammatikalisch gesehen wieder ein Bearbeiter. Die Frage ist also welche Zuordnung relevant(er) ist - wenn man sich speziell auf das Geschlecht bezieht, lohnt es sich natürlich zu unterscheiden, aber wenn man das allgemein formuliert, reicht eigentlich das generische Maskulinum, Femininum oder Neutrum. In Östereich gibt es z.B. im offiziellen Sprachgebrauch noch männliche Hebammen, das in Deutschland übliche Wort Entbindungspfleger beschreibt das Tätigkeitsfeld ja genaugenommen auch nicht wirklich umfassend.

Die sog. "männlichen" oder "weiblichen" Formen sind nur Genera, sie beschreiben nicht zwingend Sexus oder Gender.

Prioinix

Anmeldungsdatum:
10. August 2009

Beiträge: 220

Wenn wir einen Platzhalter für den Benutzer suchen, könnte Tux oder ubuntbuntuusers (in plural) dienlich sein. Ist eine Art Mittel-Lösungs-Weg, in etwa so: "Wenn es funktionieren sollte, kann Tux mit der Maustaste auf Symbol klicken.. ". oder

"Um die Formatierung zu ändern, können Ubuntuusers folgendes machen: .... " also alles in Mehrzahl schreiben. 😉

Dafür müsste Tux natürlich alle Artikel umschreiben bzw. einen Skript schreiben (Wenn dasWort ist man oder dasWort ist Benutzer dann dasWort ist gleich Tux).

apt-ghetto

Anmeldungsdatum:
3. Juni 2014

Beiträge: 2943

verdooft schrieb:

Das ist genau das, was ich damit verdeutlichen wollte. Nennt man nur die männliche Form, entspricht es auch nicht immer der Wahrheit, diskriminiert die Portalteilnehmerinnen.

Am einfachsten wäre eine Regel, die allen weiblichen Menschinnen und Menschen verbietet, dieses Portal zu nutzen. Dann wird hier niemand mehr linguistisch diskriminiert.
Am besten wäre es, man würde rigoros alle nicht-konformen Wiki-Seiten löschen. Nicht dass damit noch irgendwelches Wissen mit patriarchalischer Indoktrination verbreitet wird.

wxpte

Anmeldungsdatum:
20. Januar 2007

Beiträge: 1388

verdooft schrieb:

Schweden

In Schweden gibt es offiziell neben den Wörtern für „er“ und „sie“ das neue geschlechtsneutrale persönliche Fürwort „hen“.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschlechtergerechte_Sprache

Da wird auch erwähnt, dass es teils schon verpflichtend ist und die Verständlichkeit nicht schlechter ist.

Eine "schwedische" Lösung wäre mir sogar am sympathischsten, wenn es einmal zu einer grundsätzlichen Sprachreform kommt. Wie wäre es zum Beispiel mit:

  • das Benutz

  • die Benutzin (man beachte, dass das "männliche" er hier entfällt)

  • der Benutzer

und im Plural:

  • die Benutzen

  • die Benutzinnen

  • die Benutzener

(oder so ähnlich) 😉

apt-ghetto

Anmeldungsdatum:
3. Juni 2014

Beiträge: 2943

WinXP to Edgy schrieb:

Eine "schwedische" Lösung wäre mir sogar am sympathischsten, wenn es einmal zu einer grundsätzlichen Sprachreform kommt. Wie wäre es zum Beispiel mit:

  • das Benutz

  • die Benutzin (man beachte, dass das "männliche" er hier entfällt)

  • der Benutzer

und im Plural:

  • die Benutzen

  • die Benutzinnen

  • die Benutzener

(oder so ähnlich) 😉

Bei der Pluralform würden sich aber menschliche vernunftbegabte Seins sehr diskriminiert fühlen. Es müsste, wenn schon, denn schon so lauten:

  • dases Benutzen

  • dies Benutzinnen

  • ders Benutzener

Um Unverständlichkeiten zu vermeiden, wird auch die bestimmte Artikelin und der bestimmte Artikel im Plural ein "s" erhalten. Dies ist die richtige Schrittin und der richtige Schritt in die Zukunft und der Zukunft für eine für alle leicht verständliche Sprache.

n00bfl

Avatar von n00bfl

Anmeldungsdatum:
22. August 2015

Beiträge: 230

das Benutz

die Benutzin (man beachte, dass das "männliche" er hier entfällt) der Benutzer

ansich nicht schlecht (jetzt abgesehen davon, dass es gerade in dem Beispiel eher doof klingt. Nur, und das ist wieder das Problem der unterscheidung von Genus und Sexus in der Deutschen sprache: der Versachlichung von Menschen (lebenwesen) ist z.b. für mich negativ geprägt weil diese versachichung in der schweizerischen "hüstel" rechtssprechung lange gebraucht wurde um Menschen das Menschsein abzusprechen und man Verurteilte (vorzugsweise vermeindiche Hexen) als "das Mensch" ansprach in sehr abschätzender Weise

aber das is halt so mit sprache: wie mans macht, jemand fühlt sich dabei auf den schlips getreten.. aber solange nicht von "tu mal dem Ubuntu sein Desktop sein Terminal den Befehl rein" kann ich zumindest auch mit dem zwar längeren, aber doch grammatikalisch am schönsten "Benutzerinnen und Benutzer" leben

seahawk1986

Anmeldungsdatum:
27. Oktober 2006

Beiträge: 11278

verdooft schrieb:

Nennt man nur die männliche Form, entspricht es auch nicht immer der Wahrheit, diskriminiert die Portalteilnehmerinnen.

Das setzt voraus, dass sich diese entweder nicht durch das generische Maskulinum repräsentiert sehen oder dass sie sich durch die implizite Nennung diskriminiert sehen wollen - aber wenn man es anders macht findet die sprachliche Diskrimination ja dadurch statt, dass man die Angehörigen beider Geschlechter nicht mehr unter einem Begriff subsumiert, sondern per Binnen-I, Gender-Sternchen, Splitting oder sonstigen Sichtbarmachungen trennt.

coram

Anmeldungsdatum:
17. Januar 2015

Beiträge: 645

n00bfl schrieb:

kann ich zumindest auch mit dem zwar längeren, aber doch grammatikalisch am schönsten "Benutzerinnen und Benutzer" leben.

Dem schließe ich mich an. Ich möchte hiermit beantragen, den Wiki-Artikel Benutzerdefinierte Aktionen unverzüglich in Benutzerinnen- und benutzerdefinierte Aktionen umzubennenen.

Thomas_Do Team-Icon

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24. November 2009

Beiträge: 8808

Bitte fangt nicht auch noch hier mit einem politisch-korrektem und gender-neutralem Sprachgebrauch an. Sprache ist lebendig; wenn sie sich verändert, sollte sie das aus der täglichen Benutzung tun. Zur Zeit tun sich aber viele Frauen und Männer mit einer aufoktroyieren gender-gerechten Sprache schwer. Vielleicht werden sich neue Formen durchsetzen, aber bitte auf freiwilliger Basis und nicht durch den Zwang der politischen Korrektheit. Ja, und ich weiß, dass Sprache auch ein Werkzeug der Unterdrückung ist, wobei es auch immer auf den Empfänger der Kommunikation ankommt. Wenn heute von "Studenten" gesprochen wird, stellt sich kaum jemand nur Männer vor. Trotzdem sind es jetzt "Studierende". Das klingt für mich sehr bürokratisch und wenig empathisch. Ich glaube nicht, dass die Studentinnen unter den Studierenden dadurch gewonnen haben. Es gibt so viele Bereiche in denen die Unterdrückung von Frauen bekämpft und die Gleichstellung von Frauen und Männeren noch erreicht werden muss. Wir sollten die Sprache sich selbst entwickeln lassen. Vielleicht setzt sich ja z.B. das gender-gap auch ohne Zwang durch. Unsere Energie sollten wir aber lieber den vordringlichen Problemen widmen.