Für die Rasterbildbearbeitung mit Farbtiefen über 8bit sowie CMYK-Farbraum ist man im Moment noch auf Krita angewiesen. GIMP beherrscht beides leider noch nicht oder nur unzureichend.
Cinepaint war ursprünglich mal eine sehr gute Alternative bzw. das Programm der Wahl vor Krita. Insbesondere deswegen interessant, weil es ebenfalls eine GTK-Oberfläche hatte. Unglücklicherweise ist die Entwicklung des Projekts ziemlich eingeschlafen und die Portierung auf GTK2 (!!) noch nicht wirklich stabil. Die aktuelle Version lässt sich leider nicht unter aktuellen Ubuntu-Versionen nicht kompilieren. Ich schaue ohne Scheiß einmal die Woche auf der Projektseite vorbei und hoffe, dass Robin Rowe nochmal was daran tut.
Farbverwaltung funktioniert eigentlich ziemlich problemlos. Linux kann mit normalen ICC/ICM-Profilen arbeiten, mit dem ColorHUG bekommt man inzwischen eine gutes und kostengünstiges Kolorimeter und es gibt verschiedenen Möglichkeiten systemweite Farbverwaltung einzurichten. Ansonsten verfügen eigentlich alle Bildbearbeitungsprogramme über eigene Möglichkeiten die Farbverwaltung programmintern einzurichten.
Für Fotobearbeitung oder (wie oben erwähnt) Rasterbildbearbeitung generell ist es im Vergleich zur Vektorgrafik- oder auch 3D-Grafikbearbeitung unter Linux bzw. mit freier und quelloffener Software etwas schwieriger bei den vorhandenen, technischen Beschränkungen einen effektiven Workflow zu erreichen. Nichtsdestotrotz ist es aber alles machbar und die Ergebnisse erreichen durchaus den notwendigen, professionellen Standard um dafür Geld verlangen zu können.
Gejammert wird über den Stand der Software für diesen Anwendungsfall unter Linux alle Nase lang mal. Deswegen kann ich an dieser Stelle eigentlich auch nur nochmals darauf hinweisen, dass es im Ermessen des Anwenders liegt, ob er enthusiastisch mit freier Software arbeiten möchte oder eben auf die Quasi-Standards setzen möchte, weil die Ergebnisse damit einfacher (wenn auch nicht unbedingt im Resultat besser) zu erreichen sind. Es ist leider wie es ist und wirklich was ändern kann man derzeit nur, indem man die fehlenden Funktionen selber programmiert. Was zugegebener Maßen für Grafiker meist gewissen Hindernisse birgt 😬