okay, da ich gerade in der passenden Stimmung bin, bekommt der »Danton« sein Futter, um das er so sehnlichst bettelt 😀
ich mache keinen Hehl daraus, dass ich großen Firmen im Linuxbereich sehr kritisch gegenüberstehe. Ich weiß, dass man sie braucht, ich weiß aber auch, dass von ihnen teilweise Dinge und Entscheidungen zu erwarten sind, die ich persönlich als sehr fragwürdig einstufe.
Hier haben wir also Canonical und Ubuntu, die mal Upstart entwickelt haben, weil es eben gerade mal sein musste. Die aber auch erfolgreicher im Heimnutzerbereich und auch in dem Bereich, in dem die andere Firma, Red Hat, gerne fischen würde: bei den kleineren Firmen, die aber aufgrund der Preisgestaltung usw. evtl. doch lieber den Ubuntu-Weg gehen.
Bei Red Hat arbeiten nur Gutmenschen (offizieller Tenor), bei Canonical arbeiten nur Kapitalisten und Rattenfänger (ebenfalls offizieller Tenor). Das liest man überall. Die Wahrheit liegt anders, aber die will keiner hören, weil das dann alles nicht mehr passt.
Dazu kommt: alles was Red Hat tut, tun sie nur, um Gutes zu tun. Nicht wegen dem Profit usw. Nur, weil sie gottgleiche Gestalten sind, die auf die Erde kamen, um die Menschheit zu erlösen.
Bei Canonical sieht das anders aus. Die sind nur da, um die Leute auszunehmen und hinters Licht zu führen. Sozusagen eine brisante Mischung aus Microsoft und Apple, mit einigen kräftigen Schlucken SCO und Oracle.
Alles klar soweit. Manche werden jetzt mit dem Kopf schütteln. Aber ich tue das gerne. Ich halte anderen immer gern den Spiegel vor. Ob ich ihn mir selbst auch gerne vorhalten lasse, steht auf einem anderen Blatt. 😉
Jedenfalls ist das o.g. der Grundton, der durchs Internet wabert. Einfach zum Übergeben, diese Selbstgefälligkeit, mit der sich manche Leute dort präsentieren.
Und warum? Meiner Meinung nach aus einem einzigen Grund. Man erfährt nicht genügend Aufmerksamkeit.
Canonical und Ubuntu haben immer etwas zu vermelden. Sei es eine neue Version oder eine neue Idee im Desktopbereich. Red Hat? Ja, sie haben vor einiger Zeit eingestanden, dass sie in Sachen Secureboot vor Microsoft eingeknickt sind. Da hat sich dann ein Herr Garret unter dem Motto "the future is here and its awful" in einer Arroganzstrotzenden Veranstaltung präsentiert und dabei eingestehen müssen, dass Red Hat $99 an Microsoft bezahlt, damit sie eine Frickellösung für Secureboot mit 2 bis 3 (ach was solls, machen wir 10!) Bootloadern basteln können.
Tja, und zwischen all diesem gibt es eben auch noch Systemd. Man hätte - und das wiederhole ich immer wieder, auch wenn mir wieder mehrere Leute erklären, dass das nicht geht - auch mit Ubuntu zusammen an Upstart weiter entwickeln können. Man hätte versuchen können, die gewünschten Features in Upstart zu integrieren. Hat man nicht. Der Grund ist: sobald es um Dinge geht, die mal von Canonical oder Ubuntu entwickelt wurden, breitet sich ein dicker Mantel namens NIH-Syndrom in der Entwicklungsabt. von Red Hat aus. Das war schon bei anderen Dingen so, z.B. im Desktopbereich. Das ist ja auch okay. Dann macht eben der eine das und der andere jenes.
Nein! Das geht nicht, denn dann könnte es ja sein (es wird schon nicht passieren, denn alles was die Götter mit dem roten Hut tun, ist perfekt) dass das andere auch funktioniert. Die Chance besteht, denn man sieht ja, dass man damals auf dem Desktop jämmerlich versagt hat, Ubuntu aber immer wieder mit neuen Sachen um die Ecke biegt und es eine Menge User gibt, die dieses "evil construct" benutzen. Blöd... Wenigstens kann man dann im Nachhinein Ubuntu/ Canonical der Spaltung bezichtigen. Obwohl man selbst der Spalter ist, denn man schließt BSD usw. aus und kam überdies mit seiner "bahnbrechenden" Idee einige Zeit später... egal. Derjenige, der der Chef ist, bestimmt, wer spaltet und wer nicht. Und das sind nach ihrem eigenen Selbstverständnis die rot behüteten. Und da kommt es eben, dass Debian z.B. nicht der Spaltung bezichtigt wird. Wohl weil Debian schon etwas länger existiert und so wie es aussieht einen "guten Leumund" hat = nicht evil, da keine Konkurrenz.
So, und da Ubuntu im Desktopbereich erfolgreicher ist, als die anderen, wird es auch so sein, dass Upstart mehr User haben wird, als Systemd. Nochmal extra blöd.
Man sieht: es geht eigentlich gar nicht ums technische. Es geht einzig und allein um Eitelkeiten. So, auf diese Tour, werde ich persönlich Leuten wie Poettering keinerlei Anerkennung zuteil werden lassen. Was der tut oder nicht, ist mir völlig egal. Wenn er mir mit seiner Schrottsoftware den Rechner lahmlegt, dann sieht das anders aus. Deshalb werde ich ihn vermeiden müssen, wie ich auch Software aus Redmond vermeide. Das ist schon paradox, nicht wahr? Der "große Befreier" steht auf der selben Stufe wie das "evil Empire"... und das nur aus Gründen der Eitelkeiten und Selbstvermarktung.
Und um dem Vorwurf zu begegnen, dass ich ja so ungerecht bin und dass Red Hat so viel für Linux usw. (auch für mich!) getan hat und diese Kritik wahrlich nicht verdient hat:
ich sage: wenn sie es nicht tun, tut es ein anderer. Wenn irgendwas an Lösungen, Programmen usw. gebraucht wird, wird es schon einer programmieren. Dass es in bestimmten Momenten des Lebens eben Red Hat / Poettering war: who cares.
Nun denn... viel Spaß beim auseinanderreißen und bei der Zerfleischung dieses Machwerks äh Beitrags 😈