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Linux und Windows

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 12.04 (Precise Pangolin)
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igornetto

Anmeldungsdatum:
24. Februar 2009

Beiträge: 308

Hallo, ich bin überzeugter Linux-User und mache kräftig Werbung in meinem Bekanntenkreis. dort stoße ich aber immer auf den Einwand, Linux sei nur sicherer, weil es nicht so verbreitet sei. Und in einem Leserkommentar zu dem neuen Trojaner "Locky" heißt es:

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Ach ja, immer die alte Geschichte vom unsicheren Windows und dem sicheren Linux oder Mac OS X. Leider ist das eben auch nur ein Mythos. Beispielsweise ist Linux gerade erst von einer kritischen Lücke betroffen gewesen, durch beinahe jedes Linux System aus der Ferne übernehmbar gewesen ist. Die Lücke klaffte mehrere Monate. Stichwort CVE-2015-7547. Dank eines Fehler in der weit verbreiteten System-Bibliothek glibc genügen zwei speziell präparierte DNS-Pakete, um Server, Desktops oder andere Geräte zu kapern. Aktuelle Windows Versionen (8.1 und 10) sind mittlerweile deutlich sicherer als Linux oder Mac OS X. Der Browser Edge auf Windows 10 ist bedingt durch das Design der Softwarearchitektur deutlich sicherer als alle anderen Browser, da er innerhalb einer Sandbox läuft. Er kann kein Java, er kann kein ActiveX. Nur Flash kann er noch und auch das kann man deaktivieren.

Ich brauche also dringend Argumentationshilfe über die Vorzüge von Linux, nicht für mich, sondern für meine Werbung! Danke

Moderiert von tomtomtom:

Ins am wenigsten unpassende Forum verschoben.

Into_the_Pit Team-Icon

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Anmeldungsdatum:
25. Juni 2008

Beiträge: 9490

igornetto schrieb:

Ich brauche also dringend Argumentationshilfe über die Vorzüge von Linux, nicht für mich, sondern für meine Werbung!

Ganz ehrlich, wozu? Wer sich von Windows trennen möchte, tut es so oder so und braucht keine Argumente. Alle anderen wollen es nicht und werden quasi durch Dich überredet. Solche Menschen wechseln relativ schnell wieder zu Windows, weil Linux eben nicht wie Windows ist. Also kann man sich den ganzen Stress des Missionierens auch ersparen und gezielt bei Anfragen die Unterschiede erklären.

Linux sei nur sicherer, weil es nicht so verbreitet sei.

Durchaus ein Aspekt. Generell sollte man sich aber von dem sicheren System verabschieden. Auch mit Linux kann der unbedarfte Anwender sicherheitskritische Lücken aufreißen.

Und in einem Leserkommentar …

Der Bug liest sich schlimmer, als er in wirklichkeit war aber das Internet ist natürlich voller Experten. 😉

Passenger

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19. April 2010

Beiträge: 526

Ich hab's mir abgewöhnt, Irgendwen von Irgenwas überzeugen zu wollen. Wozu auch. Jeder hat "sein" System mit dem er zurecht kommt. Du wirst nie Jemanden zu Linux überzeugen können, wenn er von vorneherein der ganzen Sache abwehrend gegenüber steht.

Ich mag' keinen Spargel. Niemand wird mich jemals davon überzeugen können, den zu essen. Da kannst soviele Vorteile rauskramen wie du willst. 😬

axt

Anmeldungsdatum:
22. November 2006

Beiträge: 34254

Wenn überhaupt (sowas lohnt nicht), solltest Du Dich erst dann auf eine Diskussion einlassen, wenn Du sicher im Thema bist und nicht erst nachfragen mußt. Sicherheit möchtest Du gelesen haben. Du solltest Dich über aktuelle und frühere Probleme informieren, übergreifend.

Was Du zudem als Werbung verstehst, dürfte eher Missionierungsversuch sein. Laß es! Der User muß selbst wissen, weshalb er Linux nutzen würde. Zwangsmissionierte sind kein Gewinn.

TomTobin

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Anmeldungsdatum:
24. August 2007

Beiträge: 3101

Ich brauche also dringend Argumentationshilfe

Axiom 1:

Linux ist nur sicherer, weil es nicht so verbreitet ist.

Axiom 2:

Linux wird nie den Desktop erobern, der Marktanteil wird nie über 2% steigen.

Axiom 3:

Linux ist nur für Freaks, ein Normaluser kommt mit dem System nie zurecht, daher gibt es bei Linux keine DAUs.

Aus Axiom 1 und 2 folgt: Linux ist sicherer als jedes andere OS mit Marktanteil > 2% und zwar für immer!

Aus Axiom 3 folgt in sich das Linux sicher ist: Das Sicherheitskonzept sitzt vor der Tastatur ☺

q.e.d.

Gruß

Tom

axt

Anmeldungsdatum:
22. November 2006

Beiträge: 34254

TomTobin schrieb:

Linux ist nur für Freaks, ein Normaluser kommt mit dem System nie zurecht, daher gibt es bei Linux keine DAUs.

Wenn Teilsatz 3 wenigstens wahr wäre...Teilsatz 1 könnte man als Ideal sehen. Aber Nerd klingt besser (schon vor TBBT).

mk1967

Anmeldungsdatum:
24. April 2011

Beiträge: 1432

Passenger schrieb:

Ich hab's mir abgewöhnt, Irgendwen von Irgenwas überzeugen zu wollen.

Würde ich auch so sehen. Allerdings sitzen wir ja zum Glück vor technischen Geräten; und von daher finde ich, paßt der Vergleich mit dem Spargel (den esse ich übrigens auch nicht sonderlich gern 😉 ) vielleicht nicht gaaaanz (den würde ich vielmehr auf bestimmte Vorlieben bei der optischen Gestaltung von Bildschirmen etc. beziehen, z.B. pro und contra Unity) - sondern man kann einfach Tatsachen sprechen lassen. Stichwort: Zuverlässigkeit. Welche Waschmaschine ist besser: die, die einfach nur funktioniert - oder die sich bei jedem vierzehnten Waschgang überlegt, ob sie nicht doch mal eben einfach so mit 95 statt 30 Grad wäscht? 😛

Um auf Deine Frage...

igornetto schrieb:

Ich brauche also dringend Argumentationshilfe über die Vorzüge von Linux, nicht für mich, sondern für meine Werbung!

...zu kommen: Ich finde, es reicht, zwei Systeme (Win und Linux) einzuschalten, und dann einfach nur zu gucken, was passiert. Allein was ich in der letzten Zeit erlebt habe, reicht mir schon wieder, heilfroh (im Ernst) zu sein, daß ich seit über fünf Jahren nicht mehr auf Windows angewiesen bin 😲 :

  • Als ich letztens für die Studenten in meinem Uni-Seminar wie gewohnt drei alte Notebooks mit Windows und einem zugehörigen Audiobearbeitungsprogramm klarmachte, wollte einer der Rechner aus heiterem Himmel plötzlich seine interne Audiokarte nicht mehr ansprechen. Hä?? Es war ein mehrstündiges Gefriemel, ihn überzeugen zu wollen, das doch bitte bitte wieder zu tun. Erfolglos. Schlußfolgerung: Es war das letzte Semester, in dem ich mir dort Windows angetan habe. Da Audiobearbeitungsprogramme für meine Klientel ohnehin meist totales Neuland sind, ist nächstes Semester Schluß mit dem Affentheater: Die drei alten Notebooks sind schon mit Ubuntu bzw. Debian und der neuesten Ardour-Version präpariert. (Bisher hatte ich immer Sorge, meine Studis mit Linux zu schocken - aber wenn sie sich so oder so in ein neues Programm einarbeiten müssen ...)

  • Jüngst erwischte es mein letztes beruflich genutztes Windows-System: Die Verbindung zwischen Audiokarte und Audiobearbeitungsprogramm für die Tonaufnahme, wie ich sie seit über 10 Jahren andauernd nutze, war plötzlich WEG. Einfach WEG. Richtig super, wenn man gerade beruflich auf ein zuverlässiges System angewiesen und nebenbei im Zeitdruck ist 😬 . Das war für mich der endgültige Anstoß, Ardour zu meinem Audio-Haupt-System zu machen. Natürlich könnte ein Unkenrufer jetzt sagen: wenn ich noch auf Ardour 3 angewiesen wäre und es nicht schon die Version 4 gäbe, ginge das ja nicht. Tja, es gibt nun mal die Version 4 - Pech für die Konkurrenz. 😀

Die Liste ließe sich fortsetzen

  • damit, wie Windows vor Jahren schon vor Jahren auf meinem heimischen Haupt-Büro-Rechner irgendwann nicht mehr die Verbindung zu meinem Scanner fand,

  • damit, was für ein elendes Gefriemel es ist, Windows auf einem Notebook neu aufzusetzen und sich dabei die Treiber zusammenzusuchen - was beim Linux im Dualboot ratzfatz und vor allem ohne mein Zutun ging,

  • damit, daß die Versuche zum Herstellen von Netzwerkverbindungen auf meinen Win-Systemen immer ebenso nervtötend wie fruchtlos waren,

  • damit, daß man für das vermurkste Zeug auch noch Lizenzgebühren zahlen soll.

  • Und das sind alles sämtlich Erfahrungen aus XP-Zeiten bzw. mit XP-Systemen im Offline-Refugium. Von dem alle Rekorde brechenden Generve meiner beiden Win7-Systeme, die ich geschenkt bekommen habe und eigentlich nur noch brauche, um USB-Speicher auf Virenfreiheit zu testen, red ich gar nicht erst. 🙄

Das breite ich jetzt hier so aus, weil wir sozusagen unter uns sind 😉. Einem Windows-Apologeten würde ich das nie erzählen - sondern ihn nur mal einladen, hier ein bißchen gucken zu kommen 😀. Er könnte ja mal versuchen, die oben erwähnte verlorengegangene Audioverbindung zu reanimieren - ich bin mir sicher, auch er würde es nicht schaffen 🤣.

igornetto schrieb:

in meinem Bekanntenkreis [...] stoße ich aber immer auf den Einwand, Linux sei nur sicherer, weil es nicht so verbreitet sei.

Et alors? 🤣 Ist mir doch egal, wenn das der Grund ist - Hauptsache, es ist sicherer. Pech für die Leute mit den verbreiteten Systemen - es zwingt sie schließlich keiner, sich mit dem angeblich infolge seiner Verbreitung unsichereren System herumzubalgen.

Zusätzlich fällt mir allerdings auch noch der Einwand ein, der hier so nett zitiert ist: "Ein Computersystem ist nur so sicher wie die Person vor dem Bildschirm." 😉

V_for_Vortex Team-Icon

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Anmeldungsdatum:
1. Februar 2007

Beiträge: 12095

mk1967 schrieb:

Et alors? 🤣 Ist mir doch egal, wenn das der Grund ist - Hauptsache, es ist sicherer.

Genau das. Aus Benutzerperspektive ist es genauso unwichtig, warum ein System sicher(er) ist, wie es egal ist, warum etwas auf dem eigenen System grundsätzlich nicht funktioniert, z.B. fehlende Treiber wegen mangelnder Herstellerunterstützung. Erst, wenn man an Zuständen etwas ändern will, ist ihre Ursache relevant.

(Hm… also sollte man den Marktanteil von Windows senken, um es sicherer zu machen? 😀 )

k1l

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22. September 2006

Beiträge: 1253

Versuch andere nicht dazu zu drängen Linux nutzen zu müssen. Denn wenn irgendwas nicht klappt (und das wird garantiert vorkommen) dann ist Linux ja schuld und sie gehen zurück zu Windows. Besser ist es das Interesse zu wecken, sodass sie selber es probieren wollen. Als Beispiel kann man da Firefox oder Libreoffice nennen, die kostenlos an die normalen User geliefert werden.

Zum Thema Sicherheit und Viren:
Windows ist ein wandelnder Haufen Sicherheitslücke. Aber da man den Sourcecode nicht einsehen kann können die alles vertuschen und patchen nur die bekannt gewordenen Sicherheitslücken. Die ganzen persönlichen Firewalls und Virenscanner unter Windows sind auch nur dafür da, dass der User ruhig schlafen kann, wirklich helfen tun diese nicht. Zur not erlaubt der User selber noch, dass Programm "paris.hilton.nackt.jpeg.exe" gestartet wird und erlaubt es in der Firewall und Virenscanner, weil diese ja brav gefragt haben ob sie es erlauben sollen. Immerhin kann man in windows nicht mehr den Anmeldebildschirm mit ESC einfach umgehen ☺

Bei Linux setzt das Konzept etwas anders an. Hier ist von vorne herein der User in der Pflicht. Das geht natürlich auch einfacher wenn die User Nerds sind und nicht die ganzen Otto-Normal-User. Wenn man sich aber mal die gehackten Server anguckt, dann sieht es bei den Linux Servern ganz schlecht aus, weil zu viele Kiddies ohne Ahnung einen Root-Server laufen lassen, der dann einfach übernommen werden kann.

Auf die genannte CVE:
Diese CVE wurde nach bekanntwerden der Sicherheitsproblematik innerhalb von wenigen Tagen geschlossen bei allen großen Linux Distributionen.
Windows wartete mit sowas oftmals bis zu ihrem Patchday einmal im Monat, also waren so lange die bekannten Sicherheitslücken angreifbar. Bei windows 10 wollen sie jetzt stetig Sicherheitsfixes ausliefern.

tl;dr: Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.

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25. Juni 2008

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k1l schrieb:

Windows ist ein wandelnder Haufen Sicherheitslücke. Aber da man den Sourcecode nicht einsehen kann können die alles vertuschen und patchen nur die bekannt gewordenen Sicherheitslücken.

Erstaunlich, wie viele Verschwörungstheorien es mittlerweile für Windows gibt.

Windows wartete mit sowas oftmals bis zu ihrem Patchday einmal im Monat, also waren so lange die bekannten Sicherheitslücken angreifbar.

Gibts für diese These auch brauchbare Informationen, die das bestätigen?

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Into_the_Pit schrieb:

Gibts für diese These auch brauchbare Informationen, die das bestätigen?

Patchday mit entsprechenden Quellen, zum Beispiel.

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Microsoft stellt Patches für gefährliche Sicherheitslücken auch außerhalb der Patchdays bereit, um das Gefährdungspotential gravierender Sicherheitslücken zu minimieren.

Mir ging es eher um die Aussage, Microsoft würde schwere Sicherheitslücken bewusst erst am Patchday beheben.

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22. August 2008

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Into_the_Pit schrieb:

Mir ging es eher um die Aussage, Microsoft würde schwere Sicherheitslücken bewusst erst am Patchday beheben.

Selber Link. Ich kann mich da sogar noch an Begründungen seitens Microsoft erinnern, es sei ein Sicherheitsfeature, die Updates nicht wenn sie fertig sind, sondern am Patchday auszuliefern.

Updates außerhalb sind zumindest bis Windows 7 auch eher eine Seltenheit. Mit Windows 10 wurde das Prozedere ja endlich geändert.

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25. Juni 2008

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tomtomtom schrieb:

Selber Link.

Gelesen.

Ich kann mich da sogar noch an Begründungen seitens Microsoft erinnern, es sei ein Sicherheitsfeature, die Updates nicht wenn sie fertig sind, sondern am Patchday auszuliefern.

Was aber dennoch eingeteilt wurde in verschiedene Klassen. Und im o.g. Beispiel mit der letzten CVE wäre es auch unter den alten Bedingungen recht schnell im System gelandet und nicht erst im nächsten Monat. ☺

Schnauzbartproll

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27. August 2008

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