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Hassliebe LaTeX? Brauche Meinungen und Rat, auch von Programmierern!

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Nicht spezifiziert
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seaman

Anmeldungsdatum:
27. August 2008

Beiträge: 1612

themroc schrieb:

Fredo schrieb:

Das hast Du mich leider komplett missverstanden. Ich habe überhaupt nicht gesagt, dass LaTeX „besser“ wäre als Word (oder auch OpenOffice).

Aber genau das ist LaTeX für mich!

Ja, für mich mittlerweile auch! Ich beschäftige mich jetzt seit etwa 2 Monaten mehr oder weniger intensiv mit LaTeX (weil im Sommer meine Bachlor-Arbeit ansteht und im kommenden Semester auch eine große Projekt-Arbeit) und verstehe jetzt nicht mehr, warum ich so viele Jahre die Krücken Writer und Word benutzt habe. Ich finde es einfach faszinierend, wie einfach und wie schnell man mit LaTeX ein professionelles Dokument zaubern kann.

Ich schreibe nicht mal Briefe mit Office.

Ja. Habe in den letzten 2 Monaten auch schon einige Briefe (behördliche Briefe und Bewerbungsschreiben) und meinen Lebenslauf mit LaTeX geschrieben, wofür unter Writer und Word ein wahrer Kraftakt notwendig gewesen wäre, wegen einem professionellen aber trotzdem anpassbaren Layouts. Aber ich will trotzdem dazu sagen, dass ich mich dabei sehr stark an einigen Vorlagen bedient habe (welche man im Internet wie Sand am Meer findet) und habe sie ein bisschen verfeinert.

Sofern ich es bisher mitbekommen habe, ist es aber wirklich nicht ganz einfach, wenn man von Null beginnen möchte (also seine eigene Vorlage komplett selber schreiben). Aber das ist heute, denke ich, auch gar nicht mehr notwendig. Lieber sollte man sich bei einer oder mehreren der unzähligen Vorlagen im Internet bedienen, sie an seine Ansprüche anpassen bzw. verschiedene Vorlagen mit einander kombinieren (oder was auch immer) und sie dann wieder der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Word benutze ich nur ganz selten zur Rechtschreibkontrolle, indem ich den TeX-Quellcode mit copy&paste rüberkopiere und kontrolliere.

Das ist doch eigentlich gar nicht notwendig, oder? Zumindest Kile und TexMakerX bringen doch eine sehr gute Rechtschreibkontrolle mit.

Ich versteh gar nicht, wie man mit Word (oder OpenOffice) arbeiten kann. Da bekommt man ja nicht mal eine normale Gliederung hin. Ständig springt irgendwo was um, etc.

Genau. Wenn ich mich an frühere Arbeiten mit Word und/oder Writer zurück erinnere, dann stehen mir meine Haare zu Berge. Dieses gefrickel mit der Gliederung, Inhaltsverzeichnis, Layout und vielen vielen anderen Dingen, möchte ich mir NIE wieder antun.

Aber LaTeX ist natürlich kein Excel und/oder Calc Ersatz, das sollte auch jedem klar sein! Tabellen mache ich immer in Calc (LibreOffice) und exportiere sie dann nach LateX.

themroc

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Anmeldungsdatum:
5. November 2006

Beiträge: 1553

seaman schrieb:

Word benutze ich nur ganz selten zur Rechtschreibkontrolle, indem ich den TeX-Quellcode mit copy&paste rüberkopiere und kontrolliere.

Das ist doch eigentlich gar nicht notwendig, oder? Zumindest Kile und TexMakerX bringen doch eine sehr gute Rechtschreibkontrolle mit.

Vermutlich mache ich es aus Angewohnheit. Du hast recht, die Kontrolle von KDE-, Gnome- oder OpenOffice-Programmen ist heutzutage eigentlich zufriedenstellend.

themroc

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Anmeldungsdatum:
5. November 2006

Beiträge: 1553

seaman schrieb:

Aber LaTeX ist natürlich kein Excel und/oder Calc Ersatz, das sollte auch jedem klar sein! Tabellen mache ich immer in Calc (LibreOffice) und exportiere sie dann nach LateX.

Excel oder Calc habe ich auch noch nie benötigt, aber das würde den Rahmen der Diskussion sprengen.

Nur soviel die reine Darstellung von Tabellen kann LaTeX natürlich auch besser.

mat69

Anmeldungsdatum:
27. November 2005

Beiträge: 530

Ich habe mir jetzt nicht alles durchgelesen, aber ich kann dem Eingangsposter nur zustimmen.

LaTeX ist meiner Meinung nach eine Ansammlung von Hacks. Möchte man etwas, was von einem Paket nicht unterstützt wird, so muss man sich ein anderes suchen, oder es selbst programmieren. Nur leider haben dann diese alternativen Pakete oft weniger Features als das erste ... Ich programmiere als Hobby gerne C++, aber wenn ich mir LaTeX anschaue kommt mir nur mehr das Grausen. Bei Tabellen bin ich dazu übergegangen, die Standard-Tabellen zu verwenden. Alles andere hat sich für mich als zu aufwändig und schwerer automatisierbar herausgestellt.

Aus diesem Grund empfehle ich absolut niemanden LaTeX, obwohl ich es selbst verwende. Der Aufwand um vermeintlich "einfache" Probleme zu lösen ist viel zu groß und wird meist unterschätzt. Im Gegensatz dazu funktioniert einiges sehr schnell – bspw. Integration von gnuplot-Dateien – was anderswo länger bräuchte. Andernfalls würde ich es schon längst nicht mehr verwenden. 😉

Zusammenfassend ist das für mich so, dass wenn man nichts am Layout ändern möchte LaTeX sehr gut ist, aber ansonsten, selbst nur bei der Definition des Randes, die Probleme schnell anfangen.

Edit: Eine kleine Liste von Problemen die ich alleine mit Worttrennungen hatte. Wenn Urls verwendet werden, wie etwa beispielsweise im Literaturverzeichnis, so führt das oft zu übervollen oder "untervollen" Boxen. Das Abtrennen bei Urls bei "jedem" – d.h. jedes von mir selbst angeführte! – Zeichen hat das behoben. \verb welche über die Zeile hinausstehen –> manuell anpassen bzw. listings verwenden, diese sehen dann aber anders aus –> wieder manuell anpassen. Am Heimtückischten, weil am schwierigsten zu finden, sind falsche (!) Worttrennungen. Da meint man LaTeX sei gut darin Wörter zu trennen, bis man welche findet, wo es überhaupt nicht richtig funktioniert (== schwerer Fehler in einer Arbeit!). In der Folge muss man sich jede Worttrennung gesondert anschauen, um sicher zu sein ...

Etric_Celine

Anmeldungsdatum:
31. Mai 2006

Beiträge: Zähle...

seaman schrieb:

Genau. Wenn ich mich an frühere Arbeiten mit Word und/oder Writer zurück erinnere, dann stehen mir meine Haare zu Berge. Dieses gefrickel mit der Gliederung, Inhaltsverzeichnis, Layout und vielen vielen anderen Dingen, möchte ich mir NIE wieder antun.

Da stellt sich mir die Frage, wie du die Layoutänderungen in LaTeX am günstigsten änderst? Ich wollte damals meine Bachelor Thesis mit LaTeX umsetzen, bin aber kläglich daran gescheitert ein Layout Template zu kreieren das meinen Vorstellungen entsprach. Also ein eigenes Template für das documentclass Layout.

So etwas als WYSIWYG Editor um simple die Gesamtstruktur ändern zu können, wäre wirklich klasse. Der Rest ist danach ja recht angenehm umsetzbar. Hab damals allerdings auch nur ein langes Wochenende damit zugebracht dadrinne rumzustöbern. Komme selber mit LibreOffice sehr gut klar, auch mit alle möglichen Layout sachen und automatism die man so brauch für größere Sachen.

Einzig das referenzieren und andere Quellenangaben ist ein graus.

Wie also lösen es die "profis" solche Templates zu erstellen?

Antiqua Team-Icon

Avatar von Antiqua

Anmeldungsdatum:
30. Dezember 2008

Beiträge: 4538

Etric Celine schrieb:

Einzig das referenzieren und andere Quellenangaben ist ein graus.

mit Bibtex (und ggf. Jurabib) bekommt man eigentlich alles hin, was man sich bezüglich Literaturliste/Quellenangaben wünscht. Und Referenzen im Dokument mache ich z.B. mit \label{} (und \vref{} aus dem varioref-Paket).

Wie also lösen es die "profis" solche Templates zu erstellen?

in der Regel gar nicht, man lese viel in der Doku zur benutzten Dokumentenklasse (in der Regel KOMA-Script) und den benutzten Paketen und benutzt wenn unvermeidbar \newcommand oder \renewcommand 😉

kutteldaddeldu Team-Icon

Anmeldungsdatum:
1. Juli 2008

Beiträge: 3586

Wie also lösen es die "profis" solche Templates zu erstellen?

Ein Grundproblem besteht darin, dass die Vorgaben für Bachelor- und ähnliche Arbeiten häufig typographische Katastrophen sind: man baut sich, wenn man die Latex-Vorgaben dahingehend verändern will, praktisch mutwillig ein schlechteres Ergebnis zusammen. (Kluge Dozenten/Hochschulen stellen daher im Idealfall entweder Latex-Vorgabe-Templates bereit oder geben als Anforderung an den Umfang nicht eine Seiten-, sondern eine Wortzahl an – ohne stilistische Vorgaben zu machen.)

Will man tatsächlich viel an einem Latex-Dokument verändern, bieten sich flexible Dokumentenklassen an. Das Musterbeispiel dafür ist Memoir – bei dieser hat allerdings das Benutzerhandbuch einen Umfang von fast 600 Seiten; auch das Arbeiten mit Memoir ist also alles andere als trivial.

Edit: Den Anmerkungen von Antiqua zum Referenzieren kann ich nur zustimmen – wenn man etwas Erfahrung hat, geht das unter Latex nahezu perfekt.

Etric_Celine

Anmeldungsdatum:
31. Mai 2006

Beiträge: 102

Antiqua schrieb:

Etric Celine schrieb:

Einzig das referenzieren und andere Quellenangaben ist ein graus.

mit Bibtex (und ggf. Jurabib) bekommt man eigentlich alles hin, was man sich bezüglich Literaturliste/Quellenangaben wünscht. Und Referenzen im Dokument mache ich z.B. mit \label{} (und \vref{} aus dem varioref-Paket).

Ich bezog mich dabei auf den Umgang mit Literatur/Quellenangaben mit LibreOffice. Im speziellen musste ich an einer Uni ein ganz spezielles aussehen für jegliche art von Quelle (Buch, Artikel, etc) anwenden. Damit alle Quellenangaben immer gleich aussehen. Das geht zwar mit LibreOffice, ist aber weiterhin ein krampf (besonders wenn man im nachhinein was ändert)

Kuttel Daddeldu schrieb:

Wie also lösen es die "profis" solche Templates zu erstellen?

Ein Grundproblem besteht darin, dass die Vorgaben für Bachelor- und ähnliche Arbeiten häufig typographische Katastrophen sind: ...

Will man tatsächlich viel an einem Latex-Dokument verändern, bieten sich flexible Dokumentenklassen an. Das Musterbeispiel dafür ist Memoir – bei dieser hat allerdings das Benutzerhandbuch einen Umfang von fast 600 Seiten; auch das Arbeiten mit Memoir ist also alles andere als trivial.

Wir hatten zum Glück nur sehr wenige Vorgaben. Aber ich wollte es anders haben als die vorhandenen Möglichkeiten boten. (Nur kleinigkeiten im Grunde) Das es geht beweisen manch andere Umsetzungen. Nur "wie" bzw "wie am leichtesten" war mir ein Rätzel.

Ich werd mir aber mal im Hinblick auf meine Masterarbeit die noch ansteht auch die KOMA scripts und Memoir anschauen, vllt komm ich ja doch noch auf einen grünen Zweig.

In hinblick auf die Fragestellung des Threaderstellers. Eine simplere Lösung solche Templates zu erstellen wäre für einige sicher eine Hilfe.

Danach sieht LaTeX ja recht angenehm aus.

seaman

Anmeldungsdatum:
27. August 2008

Beiträge: 1612

mat69 schrieb:

Zusammenfassend ist das für mich so, dass wenn man nichts am Layout ändern möchte LaTeX sehr gut ist, aber ansonsten, selbst nur bei der Definition des Randes, die Probleme schnell anfangen.

Ganz ehrlich. Die Definition des Randes geht in LaTeX "relativ" einfach, aber unter Writer/Word kannst du dir ganz schnell und einfach dein gesamtes Dokument zerschießen. Ich kenne einige Leute, die aufgrund solcher Probleme zu LaTeX gewechselt sind und sich nun voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können und das Layout zur Nebensache geworden ist. Im Layout bist du mit LaTeX völlig frei. Bei Writer/Word stößt man hingegen relativ schnell an die Grenzen des Machbaren, wenn man wirklich mal ein größeres Dokument (z.B. Bachlor-Arbeit oder allgemein eine wissenschaftliche Arbeit) anfertigen möchte.

Man muss sich nur mal einige der unzähligen Vorlagen im Internet anschauen und dann will ich mal sehen, wer das so auch in Writer/Word hinbekommt. Es ist sicherlich schwierig, wenn man mit einem LaTeX-Projekt von Null anfängt und auch die komplette Vorlage und das komplette Layout selber erstellen möchte, aber das ist eigentlich gar nicht nötig. Man sucht sich einfach Vorlagen und "bastelt" sie sich dann zusammen.

Aber ich selber stehe ja auch noch ganz am Anfang mit meinen LaTeX-Kenntnissen. Ich werde dann im Sommer sehen, ob ich mir die Vorlage zu meiner Bachlor-Arbeit aus anderen Vorlagen erstelle oder ob ich sie mir komplett selber erstelle. Eventuell bekomme ich auch eine Vorlage aus meine Uni.

Edit: Eine kleine Liste von Problemen die ich alleine mit Worttrennungen hatte. Wenn Urls verwendet werden, wie etwa beispielsweise im Literaturverzeichnis, so führt das oft zu übervollen oder "untervollen" Boxen. Das Abtrennen bei Urls bei "jedem" – d.h. jedes von mir selbst angeführte! – Zeichen hat das behoben. \verb welche über die Zeile hinausstehen –> manuell anpassen bzw. listings verwenden, diese sehen dann aber anders aus –> wieder manuell anpassen. Am Heimtückischten, weil am schwierigsten zu finden, sind falsche (!) Worttrennungen. Da meint man LaTeX sei gut darin Wörter zu trennen, bis man welche findet, wo es überhaupt nicht richtig funktioniert (== schwerer Fehler in einer Arbeit!). In der Folge muss man sich jede Worttrennung gesondert anschauen, um sicher zu sein ...

Damit hatte ich bisher noch keine Probleme. Aber ich selber habe auch unter Word schon Probleme mit der Silbentrennung gehabt, dass z.B. Wörter falsch getrennt wurden. Meiner Erfahrung nach, kann man sich auch unter Word nicht 100%ig auf die Silbentrennung verlassen. Und genauso werde ich auch unter LaTeX darauf acht geben, dass das wirklich alles korrekt ist.


Es soll mich jetzt hier keiner falsch verstehe, natürlich hat man mit LaTeX auch hier und da kleinere und größere Probleme, womit man sich dann irgendwie arrangieren muss, aber trotzdem überwiegen die Vorteile (meiner Meinung nach) gegenüber den klassischen Textverarbeitungs-Programmen. Es gibt natürlich auch in LaTeX hier und da mal Dinge, wo man einen Kompromiss eingehen muss und erstmal 1-2 Stunden damit beschäftigt ist, sich irgendwelche Benutzerhandbücher und Dokumentationen durchzulesen, bis man das gewünschte gefunden hat bzw. bis man einen "Würgaround" 😉 für seinen Wunsch gefunden hat. Aber das macht man nur ein mal und hat es dann für die Ewigkeit. Sicherlich ist das in Word/Writer nicht anders, wenn man z.B. ein Funktion oder so etwas sucht und sich durch unzählige Internetseiten wühlt, aber mit LaTeX sieht das Ergebenis einfach mal viel besser aus.

Mit LaTeX hat man bei großen Dokument viel weniger Probleme, als mit Word/Writer. Das ist meine Erfahrung und ich kenne viele Leute die mir diesbezüglich uneingeschränkt zustimmen.

seaman

Anmeldungsdatum:
27. August 2008

Beiträge: 1612

Etric Celine schrieb:

seaman schrieb:

Genau. Wenn ich mich an frühere Arbeiten mit Word und/oder Writer zurück erinnere, dann stehen mir meine Haare zu Berge. Dieses gefrickel mit der Gliederung, Inhaltsverzeichnis, Layout und vielen vielen anderen Dingen, möchte ich mir NIE wieder antun.

Da stellt sich mir die Frage, wie du die Layoutänderungen in LaTeX am günstigsten änderst? Ich wollte damals meine Bachelor Thesis mit LaTeX umsetzen, bin aber kläglich daran gescheitert ein Layout Template zu kreieren das meinen Vorstellungen entsprach. Also ein eigenes Template für das documentclass Layout.

Ok, dazu kann ich jetzt noch nicht all zu viel sagen, da meine LaTeX-Kenntnisse immer noch auf Anfänger-Niveau sind. Aber wenn ich mir so einige Vorlagen aus dem Internet ansehe, dann mache ich mir darüber keine Gedanken. Das sah für mich jetzt nicht wahnsinnig kompliziert aus und im Zweifelsfall bediene ich mich dann einfach aus einer dieser Vorlagen.

So etwas als WYSIWYG Editor um simple die Gesamtstruktur ändern zu können, wäre wirklich klasse. Der Rest ist danach ja recht angenehm umsetzbar. Hab damals allerdings auch nur ein langes Wochenende damit zugebracht dadrinne rumzustöbern. Komme selber mit LibreOffice sehr gut klar, auch mit alle möglichen Layout sachen und automatism die man so brauch für größere Sachen.

Habe selber schon einige größere Projekte (>30 Seiten mit Tabellen, Formeln, Diagrammen ...) mit MS Office, aber auch OpenOffice geschrieben und letztlich war das Anpassen des Layouts und die Erstellung eines "ordentliches" Inhaltsverzeichnis sowie ein Verzeichnis für die Quellenangaben am zeitraubensten und mühsamsten. Das hat länger gedauert und war nervenaufreibender als die eigentlichen Projekte zu schreiben. Ok, unter LaTeX habe ich jetzt noch keine großen Dokumente geschrieben, aber das was ich bisher gesehen habe (LaTeX-Dokumente von meinem Bruder, einem Kumpel und diverse Vorlagen aus dem Internet), stimmt mich eigentlich fröhlich. Bei LaTeX muss man sich weniger mit Banalitäten wie dem Layout, Inhaltsverzeichnis und Quellenangaben beschäftigen und kann sich voll und ganz auf seine eigentliche Arbeit konzentrieren.

Einzig das referenzieren und andere Quellenangaben ist ein graus.

Hmm? Ich denke du hast dich ein Wochenende mit LaTeX beschäftigt? Wie kommst du dann zu dieser Aussage? Inhaltsverzeichnis und Quellenangaben sind ja nun wirklich absolut gar kein Problem unter LaTeX. Aber das weiß man eigentlich, wenn man sich nur mal einen Tag mit LaTeX auseinandersetzt.

mat69

Anmeldungsdatum:
27. November 2005

Beiträge: 530

seaman schrieb:

mat69 schrieb:

Zusammenfassend ist das für mich so, dass wenn man nichts am Layout ändern möchte LaTeX sehr gut ist, aber ansonsten, selbst nur bei der Definition des Randes, die Probleme schnell anfangen.

Ganz ehrlich. Die Definition des Randes geht in LaTeX "relativ" einfach, aber unter Writer/Word kannst du dir ganz schnell und einfach dein gesamtes Dokument zerschießen. Ich kenne einige Leute, die aufgrund solcher Probleme zu LaTeX gewechselt sind und sich nun voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können und das Layout zur Nebensache geworden ist. Im Layout bist du mit LaTeX völlig frei. Bei Writer/Word stößt man hingegen relativ schnell an die Grenzen des Machbaren, wenn man wirklich mal ein größeres Dokument (z.B. Bachlor-Arbeit oder allgemein eine wissenschaftliche Arbeit) anfertigen möchte.

"Völlig frei"? Von wegen ... Du bist nur völlig frei, wenn du dir alles selbst schreibst. Und der Rand macht durchaus Probleme. Dann gibt es wieder Package X, was mit Y nicht kann. Und wie kommt man darauf, dass es an X + Y liegt? Dutzende Seiten Anleitung + Foren lesen. Diese Gerüchte Word/Writer können nicht mit großen Dateien sind schon lange überholt. Ersteres brauchte etwas länger, aber beide können damit schon lange sehr gut umgehen.

In meinem Umkreis haben viele Word verwendet und waren damit durchaus zufrieden. Jedem das Seine.

Man muss sich nur mal einige der unzähligen Vorlagen im Internet anschauen und dann will ich mal sehen, wer das so auch in Writer/Word hinbekommt. Es ist sicherlich schwierig, wenn man mit einem LaTeX-Projekt von Null anfängt und auch die komplette Vorlage und das komplette Layout selber erstellen möchte, aber das ist eigentlich gar nicht nötig. Man sucht sich einfach Vorlagen und "bastelt" sie sich dann zusammen.

Ja, zum Beispiel die umwerfenden Beamer-Vorlagen. 🙄 Du würdest dich wundern, was alles mit Writer und vor allem mit Word erstellt werden kann. Einfach. Ohne eine äußerst kryptische Programmiersprache oder Z Packages zu lernen. LaTeX ist imo einfach eine Ansammlung von Skripten, die mal besser, mal schlechter miteinander können.

Im Prinzip reicht es schon, sich die Anleitungen anzuschauen. Eine Einführung in LaTeX hat schnell ein mal 200+ Seiten, dann will ja noch Koma verstanden werden, jurabib ja auch, hui dafür sollte man bibtex können .... Je nachdem, wofür man LaTeX verwendet benötigt man ein _sehr_ umfangreiches Wissen und einen Haufen Kniffe, um Probleme zu vermeiden bzw. sie zu umgehen.

Aber ich selber stehe ja auch noch ganz am Anfang mit meinen LaTeX-Kenntnissen. Ich werde dann im Sommer sehen, ob ich mir die Vorlage zu meiner Bachlor-Arbeit aus anderen Vorlagen erstelle oder ob ich sie mir komplett selber erstelle. Eventuell bekomme ich auch eine Vorlage aus meine Uni.

Du stehst am Anfang und meinst dann, es sei eh alles einfach? Komisch, findest du nicht? Ich habe schon einige lange Arbeiten damit verfasst und wie gesagt es kann durchaus praktisch, aber auch durchaus ein gewaltiger Krampf sein.

Was vielen auch nicht bewusst ist, dass mit neueren Versionen dein Dokument plötzlich anders aussehen kann – ist meist aber nicht der Fall. Dieses Problem solltest du zumindest in der Theorie (Bugs gibt es natürlich immer) mit odf nicht haben.

Edit: Eine kleine Liste von Problemen die ich alleine mit Worttrennungen hatte. Wenn Urls verwendet werden, wie etwa beispielsweise im Literaturverzeichnis, so führt das oft zu übervollen oder "untervollen" Boxen. Das Abtrennen bei Urls bei "jedem" – d.h. jedes von mir selbst angeführte! – Zeichen hat das behoben. \verb welche über die Zeile hinausstehen –> manuell anpassen bzw. listings verwenden, diese sehen dann aber anders aus –> wieder manuell anpassen. Am Heimtückischten, weil am schwierigsten zu finden, sind falsche (!) Worttrennungen. Da meint man LaTeX sei gut darin Wörter zu trennen, bis man welche findet, wo es überhaupt nicht richtig funktioniert (== schwerer Fehler in einer Arbeit!). In der Folge muss man sich jede Worttrennung gesondert anschauen, um sicher zu sein ...

Damit hatte ich bisher noch keine Probleme. Aber ich selber habe auch unter Word schon Probleme mit der Silbentrennung gehabt, dass z.B. Wörter falsch getrennt wurden. Meiner Erfahrung nach, kann man sich auch unter Word nicht 100%ig auf die Silbentrennung verlassen. Und genauso werde ich auch unter LaTeX darauf acht geben, dass das wirklich alles korrekt ist.

Du meinst Urls sind bei dir immer schön getrennt worden? Wenn ja, dann wäre ich für einen einfachen – kompliziert geht es durchaus 😉 – Lösungsvorschlag offen. Zum Beispiel ein Wort, was LaTeX bei mir falsch geteilt hat war "Optionen", ich müsste noch einmal nachschauen, wie LaTeX es genau geteilt hat.

owl102

Anmeldungsdatum:
10. September 2010

Beiträge: 248

Yasser schrieb:

Meine Recherche hat ergeben, dass tatsächlich ConTeXt viel von dem umsetzt, was ich mir vorstelle. Allerdings ist die Dokumentation eher dünn.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß es ein (deutschsprachiges) ConTeXt-Buch von Herbert Voß geben wird.

Im osteuropäischen Raum ist ConTeXt viel verbreiteter, z.B. auf der BachoTeX in Polen gibt es immer sehr viel mehr ConTeXt-spezifische Vorträge als LaTeX-Vorträge. Warum es in Deutschland noch nicht diesbezüglich "gefunkt" hat? Keine Ahnung.

Tatsache ist, daß LaTeX ein kleiner veralteter Kern und unendlich viel - untereinander oft inkompatibler - Balast drumherum in Form von Paketen ist, die alles andere als einheitliche Schnittstellen anbieten. Man müsste IMHO mindestens KOMA-Script (und damit meine ich alles von KOMA-Script, was eigentlich überhaupt nicht in diese Dokumentenklassen gehört) und hyperref nehmen und das alles in einen OK-LaTeX-Kern packen. ("OK" = "Oberdiek & Kohm", oder wie man das Biest auch immer nennen möchte) Und anschließend die brauchbarsten Pakete daran anpassen. Dann hätten wir IMHO wieder ein System, womit man gut arbeiten könnte.

Das Werk von Hagen ist von 2001, ob sich viel verändert hat?

IMHO ja.

diesch Team-Icon

Avatar von diesch

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18. Februar 2009

Beiträge: 5072

mat69 schrieb:

Du meinst Urls sind bei dir immer schön getrennt worden? Wenn ja, dann wäre ich für einen einfachen – kompliziert geht es durchaus 😉 – Lösungsvorschlag offen.

hyperref definiert das Makro \url, damit angegebene URLs werden von pdflatex getrennt. Wenn du latex statt pdflatex benutzt, brauchst du zusätzlich das Paket breakurl

Zum Beispiel ein Wort, was LaTeX bei mir falsch geteilt hat war "Optionen", ich müsste noch einmal nachschauen, wie LaTeX es genau geteilt hat.

Mit \hyphenation kannst du in der Präambel die richtige Trennung angeben.

Da es im Deutschen keine durchgängigen Regeln für die Trennung gibt und eine Liste aller Ausnahmen nie wirklich komplett sein wird, wird ein Programm da immer Fehler machen - eine Rechtschreibprüfung hat ja das gleiche Problem.

mat69

Anmeldungsdatum:
27. November 2005

Beiträge: 530

diesch schrieb:

mat69 schrieb:

Du meinst Urls sind bei dir immer schön getrennt worden? Wenn ja, dann wäre ich für einen einfachen – kompliziert geht es durchaus 😉 – Lösungsvorschlag offen.

hyperref definiert das Makro \url, damit angegebene URLs werden von pdflatex getrennt. Wenn du latex statt pdflatex benutzt, brauchst du zusätzlich das Paket breakurl

Hatte hyperref und verwendete pdflatex, die urls im Literaturverzeichnis waren dennoch katastrophal. Ich habe es dann mit UrlBreaks gemacht und halt einen Haufen Zeichen eingegeben. 😉

Zum Beispiel ein Wort, was LaTeX bei mir falsch geteilt hat war "Optionen", ich müsste noch einmal nachschauen, wie LaTeX es genau geteilt hat.

Mit \hyphenation kannst du in der Präambel die richtige Trennung angeben.

Da es im Deutschen keine durchgängigen Regeln für die Trennung gibt und eine Liste aller Ausnahmen nie wirklich komplett sein wird, wird ein Programm da immer Fehler machen - eine Rechtschreibprüfung hat ja das gleiche Problem.

Hab ich dann auch so gemacht. Ist halt nur sehr umständlich. Wobei latex hat ja auch seine Probleme, mit zusammengesetzten Wörtern. Wobei hier auch wieder ein Paket Abhilfe schafft. Bis man halt auf all das draufkommt kann viel Zeit vergehen und Frust entstehen. 😉

Relationalist

Anmeldungsdatum:
17. Juni 2008

Beiträge: 1136

Habe sowohl Magisterarbeit, als auch Diss (800 S. in "normalem" Druck) in Word und Open Office geschrieben, nein: sehr viel in Zwischensstadien sogar in .txt oder .rtf. Warum? Weil jeder noch so alte Bibliotheksterminal in jeder noch so verhauten Zweigstelle wenigstens .txt und .rtf konnte und dies das portabelste Format war.

Online-LateX gab es noch nicht. Leute, die an der Uni ein Büro haben, installieren sich einfach LateX. Aber wer, wie die "schlechteren" Doktoranden, gewissermaßen überall arbeiten muß, braucht den billigen Jakob unter den Formaten.

Die Fertigstellung mußte dann in Word und OO geschehen, und beide Programme waren auf ihre Art grausam. Ich kann gar nicht mehr sagen, welcher dieser beiden Kreise der Hölle weiter innen ist und welcher weiter außen.

Als ich Lehrer wurde, mußte ich feststellen, daß die technische Ausstattung an Schulen gut ist, aber die Software grausam. Kein LateX an mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasien! Die Leute machen ihre Formeln mit Word!!! (Hier fehlt mir ein Smiley, der sich die Haare rauft ...) Da habe ich die Online-Latex-Editoren entdeckt und bin dabei geblieben, auch zuhause. Vor allem monkeytex. Dessen spartanische Ausstattung zwingt einen immer zum händischen Setzen von Latex-Code.

Dabei habe ich den entscheidenen, umwerfenden Vorteil von LateX entdeckt: die verschickten Datenmengen sind winzig. Man ist mit LateX so ungebunden und "online" wie mit kaum einem anderen leistungsfähigen Textformat. Man merkt gar nicht, daß man online editiert und daß der Server überm Teich ist. Nur die Rückmeldung über das Betrachten des PDF dauert dann immer 1-3 Sekunden. Aber das nehme ich mittlerweile gerne in kauf, angesichts der Vorteile.