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To Joyn or not to Joyn – Linux-Nutzer müssen draußen bleiben!?

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu MATE 20.04 (Focal Fossa)
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unenjoyable

Anmeldungsdatum:
23. September 2020

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Hallo zusammen,

Mir ist aufgefallen, dass die Online-Mediathek Joyn seit Neuestem Linux-Nutzer aus Prinzip ausgrenzt (siehe dazu https://faq.joyn.de/frage/technik/technikfragen/web/fehlende-sicherheitsfunktion-bei-linux-systemen-und-manchen-browsern) und wollte einfach mal hören, was Leute in einem Linux-Forum (also ihr) so dazu zu sagen habt 😉

Nun ist das ja nichts neues. Vor ein paar Jahren hat Netflix ja nichts anderes gemacht. Daraus könnte man nun schließen, dass es bei Linux tatsächlich nicht möglich wäre, die angebotenen Medieninhalte vor Raubkopierern zu schützen, so wie es Joyn darstellt. Das wäre sicher ein berechtigter Grund. Schließlich sind viele Videos keine Eigenproduktionen, die Lizenzbedingungen sind also nicht deren Sache. Doch dann wurde Netflix plötzlich doch für Linux verfügbar. Es ist also DOCH möglich!

Oder ist es etwa zu viel Aufwand? Nein, es geht nicht darum, eine eigene "Linux-App" zu schreiben. Nur um eine Web-App. Und auch nicht um den Support für einen Linux-Only-Browser wie Epiphany. Sondern um Firefox - einen plattformübergreifenden Browser, dessen Linux-Version sich wohl kaum so stark von den anderen unterscheidet!

Wieso also macht Joyn das? Ist es Schikane? Oder Förderung des MS-Monopols?

Und was kann dagegen unternommen werden? Gibt es (noch) Möglichkeiten, die Blockade zu umgehen?

Ist so was überhaupt legal? Eine Gruppe Nutzer zu zwingen andere Geräte/Betriebssysteme zu verwenden, wegen eines "Problems", dass die Konkurrenz offensichtlich nicht hat? Könnten Distributoren rechtliche Schritte einleiten? Das ist schließlich geschäftsschädigend

Was sagt ihr dazu?

Moderiert von sebix:

Thema in einen besser passenden Forenbereich verschoben.

ChickenLipsRfun2eat Team-Icon

Anmeldungsdatum:
6. Dezember 2009

Beiträge: 12067

Der Markt zeigt, dass ein solches Vorgehen funktioniert. Aber anstatt für Joyn, Audible & Co Umwege, Tricks und Hacks anzuwenden wäre es besser diese Anbieter einfach zu meiden. Es zwingt mich ja niemand ein solches Produt zu kaufen. Und das mit dem Betriebssystem-Zwang ist auch normal, das machen viele proprietäre Anbieter so. Bleibt ja jedem überlassen, für welche Plattform er entwickeln und anbieten möchte. Stell dir das umgekehrt mal vor: Microsoft klagt darauf, dass es auf Servern, Mobilgeräten, IoT, etc. im weltweiten Vergleich quasi nicht zum Einsatz kommt und sich auf ein paar hundert Millionen Desktop-Systeme beschränken muss. Und das mit den Monopolen ist halt so. MS hat ein super Marketingkonzept gehabt (noch zu DOS-Zeiten) und profitiert davon noch heute. Googles Android ist im Mobilbereich unerreichbar weit verbreitet, etc. Bei Software ist es ähnlich. Facebook ist auch nix neues, hat sich aber in der westlichen Hemisphäre gegenüber allen Konkurrenten durchgesetzt, WhatsApp ebenfalls. Das Konzept fällt mit seinen Nutzern, so ging es damals ja auch den ganzen Vorgängern, wie „Wer kennt wen“, „xy VZ“, „MySpace“, die einstige „de.vu“-Webgeschichte (als jeder seine eigene mit Werbung zugepflasterte Webseite im Netz haben konnte), etc.
Das Problem dabei ist, dass Marktriesen sich eben eine komplette Sparte (Amazon:Audible - Hörbücher, Netflix:Serien, etc.) unter den Nagel reißen, diese dann selbst produzieren und so die Konkurrenz ausschalten, da sie die Rechte an der Publizierung haben. Da sich der Kunde dafür normalerweise nicht interessiert, nimmt er alle Bedingungen achselzuckend an und unterstützt dieses Vorgehen mit seinem Abo. Hinterher sind dann alle am jammern, dass es ja nur noch bei XY das Produkt ZZ gibt, die Preispoltik sich drastisch ändert und früher konnte man ja auch… Falls du etwas dagegen tun möchtest, dann unterstütze solche Anbieter nicht mit deinem Geld. So einfach ist das. Wenn ein Konzept nicht belohnt wird, verschwindet es vom Markt.

Das Raubkopien-Argument war schon immer fadenscheinig und schlichtweg falsch. Wenn es eine Möglichkeit gibt, dass ich Bild und Ton unverschlüsselt sehen kann, kann ich es auch aufnehmen und in einem anderen Format speichern. Auf den Desktop-Rechner bezogen: Spätestens am HDMI-Kabel ist alles verfügbar.

Schau dir bspw. den Firefox an: Der blockiert alle Seiten ohne jegliche Prüfung, die ohne https ausgeliefert werden, was der größte Schwachsinn ist. Eine statische Seite, auf der ich keinen Shop besuche, mich nicht anmelden muss, etc. brauche ich auch keine Verschlüsselung. Die liefert nur nackten Inhalt aus und ist passiv. Welchen Vorteil hat denn da bitte eine Verschlüsselung? Der Kunde lernt: Unverschlüsselte Seiten sind alle gefährlich — aber mit dem Firefox bin ich ja sicher und kann rumsurfen, wie ich will — der passt schon auf. Marketing ist alles. Qualität Nebensache.

gerold123

Avatar von gerold123

Anmeldungsdatum:
18. April 2006

Beiträge: 1355

Zitat von unenjoyable:

Und was kann dagegen unternommen werden? Gibt es (noch) Möglichkeiten, die Blockade zu umgehen?

Wieso nach "Hacks" suchen? Ja auch mich wurmmt das ein oder andere: Problem. Die monatliche "joyn plus" Gebühr von Euro 7,- ist m.E. an anderer Stelle (Plan B) eh besser aufgehoben.

Anhang

Gerd_A

Anmeldungsdatum:
10. September 2020

Beiträge: 298

Ich denke nicht, dass es Möglichkeiten gibt diese Blockade zu umgehen. Es gibt aber weiterhin die Möglichkeit die Joyn-App (Android), oder direkt im Android-Browser joyn.de, zu nutzen und mit "scrcpy" den Bildschirm des Smartphone auf seinen Computerbildschirm darzustellen.

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