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Experiment: Start von Jaunty Jackalope in Xenial-Zeiten

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Kubuntu
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Das_Auge

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Wegen einer Kernel Panic beim Boot, kam ich auf die Idee, das alte Kubuntu 9.04, das auf einer verwaisten Partition herumgurkte, zu starten, um von dort aus einen Live-USB-Stick einer aktuellen Distri zu erstellen.

Das Erlebnis war ziemlich ernüchternd, und hat mir mit aller Härte vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn eine Distri nicht mehr unterstützt wird:

  • Du wills was installieren? Fehlanzeige! Der Paketmanager hat keine Paketquellen mehr, sodass keine Programme mehr installiert oder aktualisiert werden können.

  • Du suchst Hilfe bei Ubuntuusers.de? Fehlanzeige! Verbindungen werden vom Server nicht akzeptiert, vermutlich weil der Browser in Sachen https nicht auf dem neuesten Stand ist.

  • Überprüfen der Festplatte mit Bordmitteln? Fehlanzeige! Ext4 scheint hier noch ein unbekanntes Feature von ext3 zu sein.

Schließlich ist mir eingefallen, die Kernel Panic zu umgehen, indem ich einen älteren Kernel boote. das hat geklappt. Jetzt bin ich wieder hier.

Benno-007

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Interessant dabei dürften die Links Sicherheit durch Aktualisierungen und andererseits Notfall sein. Das ist so uralt - damit stieg ich erst richtig um. Das wäre entwicklungstechnisch so, als würde man heute Win 3.11 nutzen wollen.

ChickenLipsRfun2eat Team-Icon

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Benno-007 schrieb:

... Win 3.11 nutzen wollen.

Hätte noch ein Original davon hier, sogar auf CD! Gegen gutes Gebot zu verkaufen 😀 Vollinstallation waren meine ich ca. 35MB.

Das_Auge: Wieso hast du noch so eine alte Installation auf deinem Rechner? War das nun eher aus Neugierde und ein echtes Experiment? Wäre es nicht experimentell besser, du würdest dort ein anderes aktuelles *buntu installieren? Das würde zum einen noch unterstützt, zum anderen auch ein gutes Testfeld geben.

glasenisback

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Das_Auge schrieb:

  • Du wills was installieren? Fehlanzeige! Der Paketmanager hat keine Paketquellen mehr, sodass keine Programme mehr installiert oder aktualisiert werden können.

Das ist kein Problem. Einfach "archive.ubuntu.com" gegen "old-releases.ubuntu.com" ersetzen:

1
sudo sed -i -re 's/([a-z]{2}\.)?archive.ubuntu.com|security.ubuntu.com/old-releases.ubuntu.com/g' /etc/apt/sources.list
  • Überprüfen der Festplatte mit Bordmitteln? Fehlanzeige! Ext4 scheint hier noch ein unbekanntes Feature von ext3 zu sein.

Ext4 sollte aber funktionieren, da in Kernelversion 2.6.28 (Die Version aus Ubuntu 9.04) Ext4 offiziell als stabil markiert wurde.

tomtomtom Team-Icon

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glasenisback schrieb:

Das ist kein Problem. Einfach "archive.ubuntu.com" gegen "old-releases.ubuntu.com" ersetzen:

1
sudo sed -i -re 's/([a-z]{2}\.)?archive.ubuntu.com|security.ubuntu.com/old-releases.ubuntu.com/g' /etc/apt/sources.list

Auch in diesem Wiki zu finden unter Historische Paketquellen.

Ändert aber nix am strunzalten Firefox.

Das_Auge

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tomtomtom

Ändert aber nix am strunzalten Firefox.

Firefox war gar nicht drauf. Nur Konqueror.ChickenLipsRfun2eat schrieb:

Benno-007 Wieso hast du noch so eine alte Installation auf deinem Rechner? … Wäre es nicht experimentell besser, du würdest dort ein anderes aktuelles *buntu installieren? Das würde zum einen noch unterstützt, zum anderen auch ein gutes Testfeld geben.

Ich weiß nicht mehr genau, wieso ich die drauf hatte. Irgendwann, als sie aktuell war, hat sie mal zu Testzwecken gedient, und hat die folgenden 7 Jahre in einem Dornröschenschlaf verbracht, aus dem ich sie erst gestern geweckt habe. Hätte ich von dort aus auf ubuntuusers.de zugreifen können, wäre ich sicher viel schneller zu einer Lösung gekommen (danke für die Wiki-Links, glasenisback), aber wie gesagt: Dass sogar unkomplizierte Websites wie ubuntuusers.de die Zusammenarbeit mit einem 6 Jahre alten System verweigern, hat mich am meisten schockiert.

Der Vergleich mit Windows 3.11 verdeutlicht mein Erstaunen: Denn Jaunty stammt nicht aus Windows 3.11-Zeiten, sondern aus Windows 7 (oder Vista?) Zeiten…

glasenisback

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Das_Auge schrieb:

Dass sogar unkomplizierte Websites wie ubuntuusers.de die Zusammenarbeit mit einem 6 Jahre alten System verweigern, hat mich am meisten schockiert.

Dazu gibt es eine (relativ) leichte Erklärung:

Die Übertragung von ubuntuusers wird mit TLS1.2 verschlüsselt und das kennt Firefox erst seit Version 24 (Oktober 2014). Da die meisten modernen Webserver aus guten Gründen keinen Fallback mehr anbieten, funktioniert eine verschlüsselte Verbindung eben nicht mehr.

Der Vergleich mit Windows 3.11 verdeutlicht mein Erstaunen: Denn Jaunty stammt nicht aus Windows 3.11-Zeiten, sondern aus Windows 7 (oder Vista?) Zeiten…

Solche Vergleiche kommen meistens von Leuten, die Windows 3.11 nur vom Hörensagen kennen und nie selbst richtig eingesetzt haben.

Das_Auge

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glasenisback schrieb:

Da die meisten modernen Webserver aus guten Gründen keinen Fallback mehr anbieten, funktioniert eine verschlüsselte Verbindung eben nicht mehr.

Dass das gute Gründe hat, dachte ich mir auch, solange ich selbst nicht ausgesperrt wurde. Warum es allerdings besser ist, eine Webseite gar nicht aufrufen zu können, als unverschlüsselt, leuchtet mir nur ein, wenn man sensible Daten eingibt. Ob es allerdings technisch umsetzbar ist, für Ubuntuusers ein Fallback anzubieten, solange man sich nicht anmeldet, weiß ich nicht.

Solche Vergleiche kommen meistens von Leuten, die Windows 3.11 nur vom Hörensagen kennen und nie selbst richtig eingesetzt haben.

Hehe, da magst du recht haben. Denn von der Bedienung her und vom "Feeling" hat sich seit Jaunty nicht so viel geändert. Während, wenn ich mich an Windows 3.1 zurück erinnere, mir das Grauen kommt. Das System hatten wir an der Schule (während wir zuhause noch DOS hatten), und die meiste Zeit habe ich da mit Warten verbracht (was an der überforderten Hardware lag). Das war die Zeit, als Word-Art neu war. Als ich es das erste Mal gesehen habe, dachte ich mir "Wow!", doch schon beim zweiten oder dritten mal hing es mir zum Hals heraus.

Benno-007

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glasenisback schrieb:

Das_Auge schrieb:

Der Vergleich mit Windows 3.11 verdeutlicht mein Erstaunen: Denn Jaunty stammt nicht aus Windows 3.11-Zeiten, sondern aus Windows 7 (oder Vista?) Zeiten…

Solche Vergleiche kommen meistens von Leuten, die Windows 3.11 nur vom Hörensagen kennen und nie selbst richtig eingesetzt haben.

Falsch gedacht. Aber ich zähle nur mal ein paar Neuerungen seit Jaunty auf: Upstart, nun schon wieder ersetzt durch Systemd (teils parallel), LTS Enablement Stacks, Mir (noch in Entwicklung, testbar), Abschaffung des ATI-Treibers fglrx ab 16.04, Snappy (noch in Entwicklung, testbar), Unity - nun in Version 8 (komplett neu, wie auf dem Handy) testbar, deutlich bessere Wine-Unterstützung zuzüglich Spiele/PlayOnLinux, deutlich bessere WLAN-Treiber-Unterstützung.

Integration neuer Tools wie lsblk und viele andere, die es vorher nur als gefährliche Fremdquellen gab - allein die komplette Oberfläche hat sich von GNOME auf Unity geändert und ändert sich bald auf Unity 8 - und GNOME ist bei Unity im Hintergrund bzw. für die Programme auch nicht mehr als GNOME 2, sondern 3 integriert. Was bei neueren Ubuntu-Versionen bei vielen Programmen auf die Verschmelzung von Titel- und Menüleiste hinausläuft. Und und und.

Kurzum: Es ist nichts mehr, wie es mal war, selbst die xorg.conf wurde abgeschafft und auch den einfachen GRUB 1 gibt es lange nicht mehr. Sogar die rc.local wurde obsolet. Win hat so viele Änderungen seit 7 gewiss nicht durchgemacht. Seit Win 3.11 schon eher. Klar war Jaunty weiter als 3.11, aber der Vergleich zielt auf die schnelle Entwicklung von Linux im Vergleich zu Windows ab. Dort passierte seit Jaunty bis heute so viel wie von 3.11 bis 8/ 10.

Die Liste ist bei weitem nicht vollständig, das ist nur, was mir als erstes einfällt. Es hat sich bei Ubuntu also absolut betrachtet sehr viel geändert und relativ zu Windows 7 auch deutlich mehr - da müsste man schon bis Win 3.11 zurückgehen, um die Änderungen aufzuwiegen. Ob die alle positiv und nötig sind, ist eine andere Sache - ich sage größtenteils ja: Evolution. Und Weiterentwicklung in Richtung Mobilsysteme wie Smartphones und Tablets. Selbst Upstart bewährte sich für eine gewisse Zeit und beschleunigte den Start deutlich - achja, ext4 übrigens ebenfalls (gab es ja aber angeblich schon ab Jaunty), weil Datensystemchecks beim Systemstart nur noch Sekunden statt Minuten bis fast Stunden dauerten...

Wie du ja auch schon festgestellt hast, kamen neue Verschlüsselungsmethoden hinzu sowie neue Software bzw. Abschaltung der alten Software - auch da gab es viele kleine (zusammen letztlich teils enorme, teils erst auf den zweiten Blick erkennbare) Fortschritte.

Aus Nutzersicht hat sich also allein durch Unity viel geändert. Wenn dir das nicht auffällt, kann ich dir auch nicht helfen. Aus Supportersicht gibt es deutlich mehr zu beachten, siehe obige Liste. Es sei denn natürlich, du als Anwender weißt und reparierst das alles selber. Wenn nicht, ja dann hat sich natürlich "nicht viel" geändert... 😉

Grüße, Benno

Edit: Neu sind auch die Abschaffung alter Prozessoren (ohne PAE), der Zwang zu 3D-Unterstützung (außer X/Lubuntu usw.), die Einführung der Unterstützung für Hybrid-Grafikkarten sowie für EFI Bootmanagement und Secure Boot Zertifikate. Solange alles läuft, merkst du es vielleicht nicht - aber wenn du mehr Leistung oder mehr Akku brauchst oder das Gerät nicht booten würde, dann würdest du es merken, was alles entwickelt wurde...

Das_Auge

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Benno-007

Aus Nutzersicht hat sich also allein durch Unity viel geändert. Wenn dir das nicht auffällt, kann ich dir auch nicht helfen.

Das ist mir nicht aufgefallen, weil es sich bei beiden Versionen (Jaunty und Trusty) um Kubuntu handelt, und bei beiden KDE4 zur Anwendung kommt. Manches in Design und Bedienung hat sich geändert, aber nichts grundlegendes (keine Abschaffung des Startmenüs, keine Einführung von Smartphone-Kacheln auf dem Desktop), Auch damals sah Kubuntu schon sehr modern aus. Die übrigen Änderungen, die du genannt hast, sind großteils unter der Haube, und teilweise noch nicht vollzogen, sondern erst für Entwickler interessant (zu denen ich als überzeugter LTS-Nutzer nicht gehöre).

Ich nehme an, das erklärt meine "Endanwender-Erfahrung" von "Hat sich nicht viel verändert, aber funktioniert nicht mehr", trotz deiner "Bastler-Erfahrung" von "hat sich sehr viel verändert"

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