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Freie Software und Markenrecht

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Nicht spezifiziert
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FLoH.tar

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6. Januar 2006

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Hallo,

ich befinde mich gerade in den letzten Zügen, mein Softwareprojekt reif für die Betaphase in der Öffentlichkeit zu machen. Es soll dazu eine Website geben, die eine Online-Demo-Instanz des Tools zum Ausprobieren umfasst, Dokumentation und pipapo.

Ich frage mich da, ab welchem Stadium es sich wohl lohnt und ob es sich überhaupt empfiehlt, den Projektnamen bzw. das Logo als Marke registrieren zu lassen. An dem Projekt arbeite ich schon über vier Jahre und es umfasst 1.5 Millionen Textzeichen in Code und Dokumentation. Wenn auch das Projekt nicht kommerziell und Open Source ist, möchte verhindern, dass irgendeine Firma daherkommt und den Namen für was eigenes verwendet, und vielleicht sogar – das wäre die Höhe, aber rechtlich möglich – mich verklagt oder abmahnt, dass ich die eigene weitere Nutzung des Namens unterlasse.

Eine Ähnlichkeitsrecherche empfiehlt sich aus der Erfahrung anderer Projekte, die ein oder mehrmals umbenannt werden mussten. Phoenix (heute Firefox) ist mir ein Begriff, oder LINDOWS (ReactOS). Diese von einem Fachmann, d.h. Anwalt, durchführen zu lassen, kann ich mir noch leisten.

Die Marke dann aber auch zu registrieren ... puh! Schon auf europäischer Ebene geht der Spaß in die Tausende. Deutschland allein macht wenig Sinn, das Internet ist ja – noch – grenzenlos. Von international brauchen wir gar nicht erst reden.

Gibt es da eigentlich Erfahrungswerte oder Best practices speziell auf Freie Software bezogen? Eine Suche im Netz war nicht ergiebig.

glasenisback

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20. November 2011

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Wende dich doch mal an die FSF Europe:

http://fsfe.org/index.de.html

FLoH.tar

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6. Januar 2006

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Danke für den Tipp, das hab ich jetzt einfach mal gemacht. Natürlich verfolge ich auch diesen Thread weiterhin. ☺

PS: Sorry für die Übertreibung. Sind nur ne halbe Million Textzeichen nach Ausschluss von Drittprojekten und SVG-Graphiken.

ChickenLipsRfun2eat Team-Icon

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6. Dezember 2009

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Ich hab zwar keine Programme erschaffen die schützenswert wären (bislang!), aber mich würde mal interessieren, was als Antwort kommt. An sich hat man ja sowas ähnliches wie ein Urheber-Recht durch Veröffentlichung unter einer der gängigen OpenSource-Lizenzen.

Rechtlich ist das Thema Software/Internet ja nach wie vor heikel. Markenrecht mal außen vor. Da gewinnt eh der mit mehr Bekanntheitsgrad ☺

FLoH.tar

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
6. Januar 2006

Beiträge: 470

Wie Linus Torvalds damals Recht bekam, als er herausbekam, dass andere vor ihm "Linux" als Marke registriert hatten, gehe auch ich davon aus, dass gilt: Im Zweifel für den tatsächlichen Initiator. Wenn es es ein Gefälle im Bekanntheitsgrad unterschiedlicher, aber gleich oder ähnlich benannter Produkte gibt, und das gerade zugunsten der finanziell besser ausgerüsteten Partei, sieht das natürlich anders aus. Weshalb eben eine Ähnlichkeitsrecherche zwar (kontrollierbare) Kosten verursacht, aber nachts ruhiger schlafen lassen sollte. Wenn ich die Marke dann allerdings nicht registriere, sondern so benutze, setze ich mich eben einem gewissen Risiko aus, dass es im Ernstfall heißt: Nicht registriert ist nicht bekannt und wer zuerst kommt...

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4. Juni 2007

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FLoH.tar schrieb:

Gibt es da eigentlich Erfahrungswerte oder Best practices speziell auf Freie Software bezogen? Eine Suche im Netz war nicht ergiebig.

Bei "kivitendo" kenne ich das so, dass die Software zwar unter der GPL steht, die Marke aber geschützt ist. Dies beinhaltet wohl auch, dass man "kivitendo" wohl klein schreiben soll, jedenfalls hat der Produktmanager damals bei mir darauf bestanden.

ChickenLipsRfun2eat Team-Icon

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6. Dezember 2009

Beiträge: 12067

FLoH.tar schrieb:

glasenisback schrieb:

Wende dich doch mal an die FSF Europe:

Danke für den Tipp, das hab ich jetzt einfach mal gemacht. Natürlich verfolge ich auch diesen Thread weiterhin. ☺

Gibt es denn schon eine eindeutige Antwort oder vorgeschlagene Vorgehensweise?

Benno-007

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28. August 2007

Beiträge: 29240

Antwort am Rande: Die Firma Lindows und damit auch ihr Produkt benannte sich in Linspire um. ReactOS hat damit gar nichts zu tun und basiert auch in keinster Weise auf Linux. Es gibt lediglich größere Anleihen von Wine, aber das gibt es sogar für Windows und hat ja mit Linux selbst nichts direkt zu tun.

Was die Frage angeht: Ich lese gerade Linus' Buch (besser spät als nie) und sie hatten Glück, die Marke gut zu bekommen. Lass es nicht drauf ankommen, es sei denn, dir sind häufige Namenswechsel egal.

Aber die Marke sollte wegen der Macht- und Risikoverteilung nicht auf ihn als Person übergehen, sondern auf eine Linux Organisation. Ich glaube aber, das wurde fallengelassen, weil die Anwälte den Namen leichter auf ihn als bisherigen Nutzer des Namens zurückbekommen hätten und hatten.

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4. Juni 2007

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Gehört zwar nicht zum Thema aber ich möchte darauf hinweisen, dass es eine Masche gibt, dass windige Unternehmen Firmen anschreiben sobald sie eine neue Marke angemeldet haben und ihnen Einträge in Registern unterjubeln wollen. Die Schreiben erinnern oft an offizielle Schreiben und dann wird mit so Sachen wie "Zentralregister" etc. geworben. Preis steht dann im Kleingedruckten und wenn man so etwas unterschreibt, folgt auch prompt eine dreistellige Rechnung.

Nur so als Warnung, da ich momentan auch in einer Abofalle stecke und das möchte ich anderen Leuten doch ersparen.

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