dabe96 schrieb:
jug schrieb:
Wie meinst du das?
Naja ich meine damit, dass alles zusammen passt. Als Beispiel:
Ein Freund von mir besitzt einen Mac. Auf dem Mac ist natürlich Mac OSX installiert. Mac OSX macht auf mich einen sehr stabilen und einheitlichen Eindruck. Alles sieht "gleiche" aus und nichts tanzt aus der Reihe. Man benötig nicht viele "klicks" um an sein Ziel zu kommen.
Als Programmierer höre ich immer, dass Javaprogramme überall nach Java aussehen, und nicht so wie das umgebende Betriebssystem - Java gibt es aber auch sowohl für Windows als auch für OSX.
Squeak/Smalltalk sieht (auch?) auf allen Systemen nicht aus wie das System sondern wie Squeak. Als Programmierer wünscht man sich zwar ein Standardframework, wo man ohne viel Bohei etwas bekommt, was eben aussieht wie immer, aber andererseits wünscht man sich doch die volle Kontrolle über letztlich jedes Pixel.
Und so gibt es auch - gerade im Bereich Mediaplayer - Programme, die kein rechteckiges Fenster mehr sind, sondern mehr so eine Art Pfannkuchenkontur haben, oder Künstlerpalette, oder Wolke, oder sonstwas.
Auch da wünschen sich die Entwickler oft, dass nicht ihr Programm auf jedem System aussieht wie alles auf dem System, sondern dass es überall gleich und einzigartig aussieht.
Wenn Dein Eindruck ist, dass auf anderen Systemen alles gleich aussieht, dann kann man das eigentlich nur damit erklären, dass Du noch nicht sehr viel gesehen hast auf diesen Systemen.
Das habe ich bis jetzt bei Linux noch nicht gehabt: Systemabstürze und man muss überall tausendmal nachschrauben..
Wenn Du Systemabstürze hast, dann ist etwas enorm faul. Womöglich ein Hardwareschaden? Hast Du System mit der Trial-and-Error-Methode erforscht und zerbastelt? Ich hatte monatelang keine Abstürze mehr, aber ich bin auch zu Linux gewechselt, als Linux stabil war wie nichts, während Linux als BSOD-System Bekanntheit erwarb.
Zwischendurch gab es auch mal 2-3 Abstürze mit dem - oh Wunder - flashplugin. Ein Dreck sondersgleichen - man kann es nicht anders sagen.
Es gab auch schonmal Programme die sich aufhängten, aber dann hat man die abgeschossen, und das restliche System lief stabil weiter. Aber auch das war extrem selten. Mit Linux habe ich stundelang ungespeicherte Daten im Editor, und werde nicht nervös - mit Windows gab es eine Zeit, da waren Abstürze so häufig, dass ich alle 10 Minuten gespeichert hab' um nichts zu verlieren. Da soll Windows aber aufgeholt haben.
Nein - Abstürzen musst Du auf den Grund gehen, sie einkreisen, die Ursache finden. Speichertest schon gemacht?
Dieser Aufgabe widmen sich die Distributoren, Canonical ist so ein Distributor, und das Ergebnis der Arbeit dieser Distributoren ist eine Linux-Distribution [...]
Ich sage mal: Das klappt nur begrenzt. Man verzichtet dabei dann vielleicht auf Programme, die besser können was man braucht.
Mir ist schon klar, dass eine Distribution so etwas macht und bereit stellt, aber Linux (Ubuntu) ist ja auch für seine Anpassbarkeit bekannt, im Gegensatz zu Windows.
Die hat aber eben nicht nur ihre Grenzen - diese Grenzen sind auch unvermeidlich, wenn man es optimiertem Layout zu tun hat.
Eingabefelder können so bemessen sein, dass sie für eine Aufgabe optimal passen, die Anordnung kann ergonomisch auf Erfordernisse zugeschnitten sein, die Farbauswahl kann semantische Bedeutung haben, die verloren ginge, wenn alles in Kaffeetönen zwischen Mokka, Cappuchino und Cafe Latte angesiedelt wird. Das sieht dann harmonisch aus, aber einen Fehler hebt man eben eher hervor, wenn man die Harmonie konterkariert.
Ein weiteres Beispiel für diese Einheitliche Strucktur wäre das auf Ubuntu setzende Betriebsystem "JoliOS". Wenn man sich die Oberfläche anschaut, dann ist alles einheitlich und struckturiert (einfach) dargestellt: http://www.jolicloud.com/desktop/.
Der Link war kaputt - hier habe ich ihn geändert. Was man schon sieht: Jede Klitsche hat ihr eigenes Corporate Design und will den eigenen Farben auch in Programmen zur Geltung verhelfen. Und natürlich sind die Farben der Firmen deren Software Du benutzt nicht untereinander aufeinander abgestimmt.
Die Firmen wollen sich alle nicht hübsch ein- und unterordnen, sondern ihr Telekommagenta, ihr Oraclerot, ihr Googlebunt oder MS-Bunt zeigen und damit auffallen, und auffallen heißt natürlich kontrastieren zu dem, was andere machen, und da man gegenseitig aufeinander reagiert ist alles im Fluss und in ständiger Bewegung.
Man kann sich natürlich 5-10 Rechner anschaffen, und auf jedem ein gewisses Theme mit enger Farbkomposition einrichten, und auf einem installiert man die Programme mit den passenden Blautönen, auf dem 2. frische, klare Industriefarben, auf dem dritten alles mit Pastelltönen, auf dem 4. ein Erd-Theme von gebrannter Umbra bis gebrannte Sienna ...
Ob man damit auch arbeiten kann? Na Hauptsache es sieht gut aus, wenn man es herzeigt! Wer will denn arbeiten? ☺