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Kann man versehentliche Mehrtastenbedienungen blocken?

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Xubuntu 18.04 (Bionic Beaver)
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4-Elster-4

Anmeldungsdatum:
23. Oktober 2014

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Es passiert mir selbst dauernd: Durch nicht genau getroffene Tasten (vielleicht auch durch versehentliche Betätigung des Mauspads oder durch Berühren des Trackpoints) landet die Schreibmarke an einer ganz anderen Stelle. Möglicherweise ist dann auch noch ein Teil des vorher vorhandenen Texts markiert. Den überschreibt dann die nächste schreibende Taste.

Bei einem Älteren, dem ich bei seinen ersten Gehversuchen Laptop und Xubuntu ist so was die größte Einstiegshürde.

  • Kann man Mehrtastenbedienungen, die zum Markieren von Textpassagen führen, daran binden, daß die voraus zu drückenden Taste mindestens eine voreingestellte Zeit gedrückt sein muß (z.B. 100 ms), bevor der nächste Tastendruck wirklich als "Markierung erweitern" gilt?

  • Kann man irgendwie dafür sorgen, daß schnell aufeinanderfolgende Tastendrücke nicht gelten, sondern mit einem akustischen Signal abgewiesen werden, wenn dazwischen nicht eine Mindestzeitspanne (z.B 100-200 ms) liegt? Wenn ich z.B. die gewünschte Ziffer 1 nicht genau treffe, sondern die 2 mit erwische, kommt ziemlich reproduzierbar 21. Ähnlich bei anderen benachbarten Tasten. Welche von mehreren benachbarte Tasten als erste erkannt wird, scheint vom Tastenpaar abzuhängen. Für jedes Tastenpaar scheint es eine Präferenz des Rechners zu geben. Bei meinen Versuchen lagen geschätzt nur wenige ms zwischen dem Schließen der entsprechenden Kontakte. So was müßte man doch abweisen können!

  • Wenn Mauspad-Berührungen oder Trackpoint-Berührung in solchen Zusammenhängen auch eine Rolle spielen, wäre es für Menschen mit Beeinträchtigungen ebenfalls hilfreich, Mehrfachbedienungen zwischen Tastatur, Trackpoint und Mauspad, die innerhalb einstellbar kurzer Zeitspannen auftreten, auch mit einem akustischen Signal abzuweisen.

Moderiert von ChickenLipsRfun2eat:

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PcDoc2000

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4. Februar 2010

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Das einzige was mir da bekannt ist, findest du in den Einstellungen unter Barrierefreiheit.

Vielmehr gibts da meines Wissens nicht. Was das Touchpad angeht nervt mich das auch gelegentlich, ist aber sehr von der HW abhängig. Beim Acer von meiner Frau passiert das dauernd mal. Bei meinen Dell Latitude Notebooks hatte ich die Probleme eigentlich so gut wie nie. Ein Workaround wäre eine externe Maus und das Touchpad deaktivieren. Gerade ältere Menschen nutzen auch Notebooks meist auf einem Tisch stehend, da wäre das eventuell eine akzeptable Lösung.

ChickenLipsRfun2eat Team-Icon

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6. Dezember 2009

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PcDoc2000 schrieb:

Vielmehr gibts da meines Wissens nicht.

Zumindest nicht mit Xubuntu. Eine andere Oberfläche böte da mehr Möglichkeiten. Unter Plasma gibt es bspw. die Option das Touchpad beim Tippen zu deaktivieren. Ich hege aber die Hoffnung, dass sich hier jemand findet, der ein solch gängiges Problem auch unter XFCE in den Griff bekommen hat ☺

PcDoc2000

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Anmeldungsdatum:
4. Februar 2010

Beiträge: 899

Was du versuchen könntest: http://ubuntuhandbook.org/index.php/2018/04/install-touchpad-indicator-ubuntu-18-04-lts/

Das funktioniert angeblich auch unter XFCE und bietet unter anderem die Option das Touchpad beim Tippen zu deaktivieren. Ich kenne das Programm aber nicht! Habs nur grad bei einer einfachen Suche gefunden.

Edit: Habs grad mal in einer Xubuntu VM installiert und das scheint auch unter 20.04. zu funktionieren! Nach dem installieren einmal starten über das Startmenü und dann in den Einstellungen Autostart aktivieren. Einstellungen vornehmen wie gewünscht und zu mindest das Touchpad Problem sollte behoben sein.

4-Elster-4

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
23. Oktober 2014

Beiträge: 109

PcDoc2000 schrieb:

Was du versuchen könntest: http://ubuntuhandbook.org/index.php/2018/04/install-touchpad-indicator-ubuntu-18-04-lts/ ...

Vor Ihrer Antwort stieß ich noch auf https://askubuntu.com/questions/299868/disable-touchpad-while-typing-does-not-work, wo der Ratschlag kommt, mit syndaemon-Befehlen das Mauspad deaktivieren zu lassen, jeweils während man die Tastatur benutzt bis kurz danach. Es läuft z.B. auf den Befehl

syndaemon -i 2 -m 1000 -K -d -R

hinaus.

Ich hatte so einen Befehl in ein Skript geschrieben, das per Startmenü>Einstellungen>Tastatur Reiter Tastenkürzel für Anwendungen bei jedem Start automatisch aufgerufen. Allerdings ist mein Problem damit nicht ganz gelöst und ich habe das deshalb wieder rückgängig gemacht, nachdem ich die von Ihnen ins Spiel gebrachte touchpad-indicator-Methode installiert hatte.

Ich rufe touchpad-indicator aus einem Skript per Autostart auf. Danach konnte ich touchpad-indicator so einstellen, daß das Mauspad bei jedem Tastendruck bis eine halbe Sekunde danach deaktiviert wird. Außerdem kann man da einstellen, daß das Mauspad automatisch deaktiviert wird, solange eine Maus angeschlossen ist (das kann man sysdaemon nicht). touchpad-indicator merkt auch, wenn ich eine Maus vom Computer trenne und aktiviert das Mauspad dann wieder und ebenso deaktivierte es das Mauspad, wenn ich die Maus wieder anschließe.

Bei deaktiviertem Pad waren die näher bei der Tastatur liegenden Tasten des Pads noch aktiv (die beiden Tasten vor dem Pad wurden wirkungslos): Die beiden Mauspadtasten näher am den Tastenfeld taten das Gleiche wie die entsprechenden Tasten der Maus, z.B. markierten sie nach einem links-Doppelklick das Wort, auf dem der Mauszeiger gerade stand oder die rechte holte das Kontextmenü.

touchpad-indicator -l

crasht allerdings.

Die touchpad-indicator-Methode habe ich nun eine Weile erprobt. Sie vermeidet die meisten seltsamen Tastaturprobleme. Gegen zu schnell hintereinander betätigte Tasten (z.B. wenn man eine Taste nicht genau trifft und die Nachbartaste mit erwischt) hilft sie nicht. Für leicht zittriger Menschen hilft sie auch nicht. Da bräuchte man eine Entprell-Logik, wie in meiner Frage angedeutet. Es gibt sogar eine: Unter Startmenü>Einstellungen>Barrierefreiheit, dort unter dem ersten Reiter die ganze Funktion aktivieren. Unter dem Reiter Tastatur gibt es da zwei Einstellungen:

Verlangsamte Tasten verwenden (engl: slow keys): Wenn man das aktiviert, gilt ein Tastendruck erst, nachdem er die eingestellte Mindestzeit gedrückt gehalten ist. Die kürzeste Zeit dort sind 50 ms. Diese Funktion verhindert einigermaßen zuverlässig nur miterwischte Nachbartasten: Die kommen nämlich ein paar ms später und werden dadurch unterdrückt. Man kann das leicht ausprobieren und absichtlich so Taste drücken, daß man die Nachbartaste noch ein bißchen mit drückt: die eigentlich angesteuerte Taste kommt dann zuerst und die mit erwischte bleibt unterdrückt, weil sie innerhalb des Zeitintervalls eingeht. Für meine Schreibweise ist die kleinste hier einstellbare Zeit, 50 ms, zu lang. Wenn ich das aktiviere, fehlen in meinen Texten etliche Buchstaben. Es wäre gut, wenn man eine kleinerer untere Grenze für diesen Schieber zuließe.

Zurückschnellede Tasten (engl: bounce keys): Gegen prellende Tastaturen, die mit einem Druck das gleiche Zeichen mehrfach liefern. Wenn man hier einen großen Wert einstellt und einigermaßen flott schreibt, dann fehlen im Text alle verdoppelten Zeichen. Der kleinste hier einstellbare Wert, 50 ms, ist für mich auch noch einen Tick zu lang. Es wäre gut, wenn man eine kleinerer untere Grenze für diesen Schieber zuließe. Für mich reichten da vielleicht 30 ms. Ander mit anderen Schreibgewohnheiten und anderen Tastaturen könnten da vielleicht auch mit 20 ms auch noch brauchbare Resultate bekommen.

Das Problem prellender Tasten (debouncing, chattering) ist eigentlich uralt und die gängige Lösung mit zwei einstellbaren Zeiten in Software eigentlich auch. Man braucht eigentlich keine verlangsamte Spezialtastaturen, allenfalls vergrößerte für Menschen mit Bewegungseinschränkungen.

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