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Linux is obsolet? Chaos Communication Camp 2007

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Nicht spezifiziert
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user_unknown

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Avatar von user_unknown

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10. August 2005

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So war das am 2007-08-10 um 21:31 - aber das Netz war nicht verfügbar, sonst wäre das fast Echtzeit gewesen. Zum Glück kann man auf der lokalen Platte speichern, und dann nachträglcih ins Netz stellen.

I now know the compiler - wenn auch nicht mine sondern gcc ein wenig besser.
Das waren ja viele Dinge, die ich so ähnlich vor 3 Jahren in einem 2 Jahre alten Java-Performance-Buch schon kennengelernt habe.
Vielleicht lernen die Eltern hier von den Kindern - aber womöglich dauert es in C/C++ einfach länger, bis sich neue Tatsachen rumsprechen.

Wer vor 10, 20 Jahren vielleicht viel Reputation erlangt hat, weil er Tricks kannte, die den Code schneller machten, für den ist es schwer zu sehen, daß ein fauler middle-of-the-road-Hacker heute das schnellere Programm schreibt, und dem fällt es schwer, alte Gewohnheiten abzulegen, für die es heute keinen Bedarf mehr gibt, die aber seine heutige Position begründeten.
Und was soll man sagen: Es war rammelvoll - die ganze Fraktion schwarz hatte sich aus den Zelten bequemt - gefährlich/piratesk anmutende Mittdreißiger, die aber den Mund für Fragen nicht aufbekamen.

Wegen des pünktlichen Endes mußten sich dann alle rausbewegen, um wenig später wieder vollzählig versammelt zu sein, als Dan Kaminsky seine Performance Black Ops 2007 https://events.ccc.de/camp/2007/Fahrplan/events/1975.en.html begann - auch wieder volle Bude.
Dan Kaminsky konnte ich bereits auf dem CC-Congreß (ah - ist das nicht schön - Kongreß mit scharfem S aber C vorne?) bewundern - der Mann ist eine Marke!
Sein Vortrag ging rasant in die Tiefen von DNS-Rebind, über Javascript, Flash, Iframes, Java und eine Tonne weiterer Tools und Sprachen und Protokolle zu Sockets und wie man daraus einen Angriffsvektor baut.
Sein Vortragsstil ist wahre Unterhaltung, und er genießt es, die Rampensau zu machen.
Es gibt da aber offenbar 2, 3 Kulte, die mir fremd sind, und die ich schildere, ohne sie verstanden zu haben.
Nach 2/3 des Vortrags nimmt er einen Schluck Wasser, und macht dazu eine abfällige Handbewegung.
Wie auf Kommando reicht ihm von unten jmd. eine Flasche Jägermeister*) - keinen Flachmann, sondern eine 0,5 oder 0,75-Literpulle. Daraus füllt er sich einen 200ml Becher wohl halbvoll, und leert ihn zügig, wenn auch nicht hastig - das Publikum grölt dazu, und ruft Zeuch in den Raum. Er muß Husten und das Gröhlen nimmt zu.
Sehr komisch. Ich muß schon sagen.

*) Ich würde ja auf eine explizite Produktnennung verzichten, aber bei Kulten kommt es ja oft auf Details an.

Am Schluß wird die Diskussion unter fadenscheinigen Gründen vor den Hangar verlegt, und beim Rauskommen - ich bin einer der letzten - hat sich draußen die Meute wie Paparazzo bei der Berlinale versammelt - zig Leute halten ihre Kamera oder Fotohandy hin, und es brüllt im Chor "Dan, Dan, Dan, ...." .
Der Künstler läßt sich etwas bitten, kommt dann raus, und wird - sachte - mit Wasserbomben beworfen - Details entgehen mir, da ich ohne Kenntnis der Dinge die da kommen hinter die Menschenmasse geraten war.
Wie die Zeremonie weiterging weiß ich auch nicht - ich stecke ungern im Gedränge und radelte durch den Lichterwahn Richtung Hackcenter, wo man mit Tisch und Stuhl gute Schreibbedingungen vorfindet.

Inzwischen hat der Licht-Leuchten-und-Lämpchenwahn wohl seinen Höhepunkt erreicht.
Die Petrischale wird mit Laserlicht beschossen, und eine Diskokugel wirft Lichtreflexe auf's Wasser, das eine kleine Fontaine bekommen hat.
Eine schöne Inkosequenz ist es, sich einerseits über blinkende Supercomputer in Spielfilmen lustig zu machen, um dann alles dranzusetzen, solche Geräte zu bauen, und die Szene aufwendiger zu beleuchten als den Weihnachtsmarkt von Lissabon.

Meine Webcam hat das zeitliche gesegnet, aber sie hatte schon vorher ihre Macken, und mit 9 Jahren auch ein reifes Alter erreicht.
Schlimmer wiegt wg. meiner Nikotinsucht der Bug meines Zigarettenstopfgerätes, das vorne gesplittert ist, so daß das Aufsetzen einer Hülle zur Friemelarbeit wird.
Ärgerlich, wenn man dann merkt, wie sehr man von diesen Nikotinschüben abhängig ist.

Während das Volk in Hangar 4 (?) abtanzt protokolliere ich hier, und verabschiede mich dann auf bald ...

user_unknown

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10. August 2005

Beiträge: 17630

Es soll Leute geben, die trinken nachts um eins noch 3 doppelte Espresso (Espressi?) - natürlich nur, weil die Maschine, so eine Kühlturmförmige Alukanne mit Innensieb und Druckventil aus Alu bei voller Kapazität am besten arbeitet, und wundern sich dann, daß sie um 4:00, nachdem sie eigentlich nur noch kurz routinemäßig bei groklaw vorbeischauen wollten http://www.groklaw.net/article.php?story=20070810165237718 und dann doch ein, zwei Stunden hängen blieben, nicht einschlafen können, und schieben es auf die verbliebenen Unentwegten, die dann immer noch Musik machen.

Eine Seite mit Photos, die meine Lichtbehauptung stützt habe ich gefunden: https://www.tntler.de/~shutterbug/camp07/
Vom Blasendruck getrieben mußte ich - es war schon hell - aufstehen, und tastete halbwegs müde und erfolglos nach meiner Brille. Ich wußte noch, ich habe sie nicht hinter meinen Kopf wie sonsst, sondern anderswo abgelegt - aber verdammt wo?
Nun - das Klo werde ich schließlich auch ohne Brille finden - dort findet sich mit Sicherheit eine, und ein Blick auf die Uhr verriet mir, es ist schon 11:00 - vielleicht aber auch 5 vor 12.
Ich bewege mich also zum kürzlich erst gefundenen nahegelegenen Dixie - zuvor bin ich immer 30 s. geradelt - und wundere mich etwas, das es noch so still ist im Camp. Die haben doch nicht alle einen Kater oder sind bei "breaking Wep in less than 60 s". https://events.ccc.de/camp/2007/Fahrplan/events/1943.en.html

Ich will da letztlich auch hin, aber ohne Mokka - surprise, surprise - geht natürlich nichts.
Letztlich findet sich auch die Brille, und Kaffee schlürfend döse ich Hangar Bar entgegen. Das Tor ist zugezogen.
Zugezogen?
Wieso - wzT!
Zeigt sich, die Batterie meiner Uhr ist leer - wie ich mit Brille nun klar erkenne: seit 23:00 Uhr, und nicht seit 5 vor 12, und in Wahrheit ist es 7:45 Uhr.
Super - und ich könnte also noch 3 Stunden pennen, hätte ich nicht schon wieder Coffein getankt.
Ich geselle mich zum Holländer, der mir die Zeit genannt hat, man plaudert und raucht eine Zigarette. Dann wieder zurück ins Zelt - versuchen kann man es ja.

Diesmal schlafe ich gut, und bis 12:00.
Wepcracking vorbei, aber so ein Popthema findet man ohnehin alle Nase lang beschrieben, und kann auch die Videos sicher später abrufen.
Ich teste den Pastastand, dann habe ich die meisten kulinarischen Angebote durch. 4 € für ein Schüsselchen Nudeln ist nicht ganz günstig - Pesto und Parmesan hin oder her. Aber etwas Abwechslung muß sein.
Dann kündet der Crash-Kurs Mathe für Gnu-PG https://events.ccc.de/camp/2007/Fahrplan/events/1964.en.html von trockener Materie.
Überrascht mich, daß die Halle ziemlich voll ist.
Zu Anfang.
Ganze Zahlen, Positive ganze Zahlen, Primzahlen, Dividierbarkeit, Modulo - noch komme ich mit.
Sets, Ordnungszahl eines Sets, Gesetze im Set, Phi, Ring, Feld, – für sich ist jeder Schritt leicht, aber was dieses Z8* jetzt noch mal bedeutet - das für die nächsten 3 Schritte im Kopf zu behalten, ist ziemlich anstrengend.
Da bricht ein Platzregen los, und immer mehr Leuten fällt ein, daß ihr Zelt unter Wasser stehen könnte, und die Halle leert und leert sich.
Also mein Zelt ist halbwegs zu, und wenn nicht, dann ist es jetzt sowieso zu spät.
Mh - mh - der Laptop ist in der Tasche, und die Tasche im Zelt - eigentlich kann da nichts schief gehen.
Tapfer harre ich aus, obwohl ich den Faden doch ziemlich verloren habe.
Der Schauer und der Vortrag sind vorbei, und draußen befinden sich Teile des Lagers in Panik.
Hier und da wird mit Spaten an einer Art Flußkontrolle gearbeitet (XON/XOFF - CTS/RTS?). Manche bauen auch die Zelte ab oder evakuieren den Content.

So wie es aussieht steht mein Zelt noch, aber die Nachbarn sind auch ganz schön busy.
So schlimm kann es aber nicht sein, denn man will mir gleich die Bilder des Desasters zeigen - ein weiterer Beweis der Harmlosigkeit.
Wenn mein Heim weggespült wird habe ich doch besseres zu tun als Fotos zu schießen!
Die Vorhaut meines Zeltes hatte ich offengelassen - die haben sie zugezogen, aber auch erst, als der Regen fast vorbei war.
Dennoch ist es im Inneren pfurztrocken.
Eine andere Nachbarsiedlung kapituliert und packt - das ist aber mehr die Ausnahme.
Lightening Talks locken laut gedrucktem Programm - der online-Version hätte ich entnehmen können, daß "Swedish analysis of Nazi crypto TTYs" da reingerutscht ist. https://events.ccc.de/camp/2007/Fahrplan/events/2073.en.html

Dem folgt "Hardware Hacking for Software Geeks" - damit habe ich am Rande beruflich zu tun: Löten, Minicontroller, PWM, GPIO, AD/AC und pipapo.
Irgendwie muß ich an "Hör mal wer da hämmert" denken, und müde bin ich wie Sau. Mehrfach nicke ich weg - aber das ist nicht die Schuld der zwei Vortänzer auf dem Podium.
Bis 20:00 Uhr könnte ich pennen, und von der Möglichkeit mache ich Gebrauch.

Zwischenzeitlich gibt es noch eine kleine Inszenierung zum heute in Kraft tretenden Hackerparagraphen 202c - da fällt mir ein, daß ich vor ein paar Tagen den falschen Eindruck erweckt habe, er sei schon in Kraft, allerdings in einem humoristischen Nebensatz. Mea culpa - Heute, also Samstag - trat er in Kraft.

Stimmungsmäßig ist das Camp für mich schon am ausklingen.
Die Hybris war vielleicht der Regen - nicht für mich, aber für viele.
Das SCO-Urteil hat den Vortragsmäßig starken Tag 3 sinnvoll abgerundet.
Und heute scheint mir kein Thema mehr so richtig packend.
Sonntag gibt es dann nur noch Rauswurfevents - gleich 2 Stück, für die, die es beim ersten Mal noch nicht mitkriegen.
Das Team holt sich seinen verdienten Applaus ab, und nennt Zahlen, wobei Zahlen ja meist angenehme Zeitgenossen sind.
Gut - große Zahlen wie 33411904039 können ganz schön anstrengend sein, aber die gut teilbare Zahl 12, oder die angenehm gerundete 8 - die muß man doch wirklich gern haben.

Ich schweife ab.
Nach dem Mittagsschlaf lande ich mehr ungezielt im laufenden Beitrag "Rebellious Communication and the Federal Flood" https://events.ccc.de/camp/2007/Fahrplan/events/2010.en.html um dann den nächsten Beitrag wieder zu opfern - Essen und Internet stehen wieder an.
Aber " Tits & Bits/ pr0n 2.0" kann ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Bits und 2.0 sind doch einfach fesselnde Themen. https://events.ccc.de/camp/2007/Fahrplan/events/2041.en.html
Wäre es um Bücher gegangen, der Inhalt des Vortrags hätte fast identisch sein können - von 2, 3 Späßchen und Lachern im Publikum abgesehen, insbesondere die fliegenden Gummititten hätten natürlich substituiert gehört.

Im Gegensatz dazu dann der von-Neumann-Beitrag - ein kultureller solcher, der sehr gediegen und ernsthaft einen der Väter des Rechners würdigt, und dessen Beitrag zur Atombombe nicht ausklammert. https://events.ccc.de/camp/2007/Fahrplan/events/2001.en.html
Eigentlich ist das die würdige Abschlußszene, und ein Mollakkord, den man am nächsten Morgen dann noch mal dramaturgisch geschickt ins nett-leichte Dur wendet.

Mein Vorabresumee:
Als Event für Computerjunkies voll zu empfehlen.
Die dem Campingcharakter geschuldeten Schwächen: sanitäre Versorgung und eingeschränkt empfehlenswerte Verpflegung - damit muß man leben - man ist halt nicht zu Hause, und 5 Tage kann man damit leben, auch wenn ich mich auf ein richtiges Zimmer, eine erstklassige Dusche, ein nicht stinkendes Klo und v.a. die häusliche Küche freue.
Wer kann, der sollte ein Rad mitbringen - die teils weiten Entfernungen werden damit zum Klacks, und man ist sehr beweglich. Das Rad habe ich kein einziges Mal abgeschlossen.
Auch den Laptop kann man überall stehen lassen.
Selbst wenn ein Laptop geklaut werden würde hätte man große Chancen, daß es ein anderes der rd. 2000 Geräte ist.

Im Supermarkt gab es zum Frühlingsbeginn grüne Gärtnerklammern, mit denen man Rankgewächsen eine Entwicklungsrichtung aufzwingen kann.
Die haben sich auch als sehr praktisch erwiesen, um Kabel temporär zu befestigen, den Müllbeutel aufzuhängen, und die Tüte mit Kaffee zu verschließen, der nicht mehr in die Eisdose paßte.

Wer gerne gut ißt braucht ein Auto, um den Grill zu transportieren - dann kann man auch ein großes Zelt und Klappstühle mitbringen - das nervt etwas, wenn man am eigenen Zelt immer rumstehen muß, weil der Boden taufeucht ist, und einem im Schneidersitz immer die Füße einschlafen.

Wer sich für die Vorträge nicht interessiert, und nicht für's Löten oder Modellbau, für den ist es wohl ein eher teures Vergnügen.
Aber eines muß man mit Sicherheit nicht sein: Ein waschechter oder auch nur verkappter Hacker.
Ich dachte, das Camp fände jährlich statt - dem ist nicht so.
Vom CCC geht es alle 4 Jahre aus, aber dazwischen veranstaltet eine holländische Organisation ähnlicher Prägung mit 2 Jahren Abstand ihr Camp.

Ich glaube vielen geht es hier auch nur um das Partyerleben.
Gerade meine Nachbarn rechts waren eigentlich immer wenn ich vorbeikam im verschlossenen Zelt, oder beim Essen.
Vielleicht auch bei der Musik - wenn man das Musik nennen will.

Hertha BSC hat verloren - das geht ja gut los - gehört kaum hierhin, außer um Fuballfans darauf aufmerksam zu machen, daß die Jahre, die WM/EM-Löcher haben dann offenbar zur Entschädigung Camps bieten - oder umgekehrt.

Vieles habe ich sicher übersehen, und was ich nicht übersehen habe, daß habe ich verzerrt, übertrieben oder falsch dargestellt.
Alle Personen sind frei erfunden - Finowfurt gibt es nicht, und in Wirklichkeit heiße ich Pamela Jones.
So long, gute Nacht, und mal sehen was Hal Faber zu fabulieren hat.

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9. Februar 2006

Beiträge: 20095

Herzlichen Dank liebe Pamela für diese echt tollen Berichte! ☺

Gruß, Dee

user_unknown

(Themenstarter)
Avatar von user_unknown

Anmeldungsdatum:
10. August 2005

Beiträge: 17630

Tja - fehlt noch ein Nachhall.

Bei trübem Wetter stand ich um 11 auf.
Das Zelt war noch voller Tröpfchen von Tau und Niesel - das ist ein Kilo extra, wenn man das so einpackt.
Erstmal hieß es eh, die Innereien geschickt zu verpacken.
Auf dem Hinweg hatte ich einen stabilen Obstkarton für das Elektro-Kleinequipment genommen, darein den Schlafsack und obenauf das Zelt.
Der Karton hatte sich dank Witterung aufgelöst - viel Verpflegung hatte ich nicht mitgebracht, so daß ich auf dem Rückweg kaum weniger dabei habe, als auf dem Hinweg.
Mit Klopfen und Wischen entfernte ich einen Großteil, aber viele hafteten an ihrem Heim.

Halb aufgeräumt ließ ich das Zelt hinter mir, um dem Abschlußbericht der Netzwerker zu lauschen. Schöne Zahlen - soundsoviel Meter Kabel, soviel Durchsatz, defekte Hardware inkl. eines Routers, der seine eigene MAC-Adresse nicht kannte.
Nicht enden wollender Applaus deckte das Netzteam ein.
Da der Abbau des Netzes, insbes. des WLAN unmittelbar bevorstand, und der Switch, an dem mein Switch per Uplink hing bereits auf der Heimreise war, wurde es Zeit, die Bahnseite im Web zu besuchen, um die Rückfahrtsverbindung von Eberswalde herauszufinden.

Das Zelt war inzwischen weitgehend trocken - so sputete ich mich es einzupacken, bevor der nächste Niesel kommt.
Den Müll wegbringen, und alles auf dem Rad verstauen - da begann auch schon der endgültige Abschlußvortrag.
Als ich "Shelter Foo" erreichte kam man schon nicht mehr rein, so begleitete ich das Ereignis von außen.

Beim ersten Großapplaus strebte ich dann dem Rad zu, sattelte, und fuhr los - Niesel setzte wieder ein - und bekam noch mit, daß das "Camp Closing Event" noch gar nicht vorbei war. Macht nix - jetzt bin ich weg.
Über die Radwege sollte man besser schweigen - 3cm hohe Auffahrkanten sind bei 30 Kilo Zuladung mit dem Rennrad ein Anschlag auf mein Eigentum, und Radwege, die bei Kreuzungen zum rechtsabbiegen zwingen - dazu Schilder die die ganze Bandbreite des Schilderwalds auf 500 m entfalten: Radweg neben Fußgängern, Gemischter Weg für Rad und FUß, Gemischt mit Gegenverkehr - und bei Ausfahrten wird der Radweg durch grobes Pflaster zerpflügt, so daß, obwohl der Radler hier Vorfahrt hat, psychologisch das Gegenteil suggeriert wird.
Nach 30 Minuten erreiche ich den Eberswalder Bahnhof, und weiß schon, daß ich 45 Minuten zu früh bin - oder 15 Minuten zu spät, wie man's nimmt - aber wer weiß, wie lange man mit dem Fahrscheinautomaten kämpft?
Nun - es geht schnell, und so viel CCC-Betrieb herrscht nicht am Bahnhof - 10 Leute sind vielleicht schon da.

Also genehmige ich mir noch eine Pommes rw (read/write) am Dönerstand, und lasse meine Tasche dabei vorschriftswidrig unbeaufsichtigt am Bahnsteig zurück.
Etwas Panik habe ich, der Zug könnte so voll werden, daß ich nicht mehr reinpasse - ein bereits wartender Chaot, der noch bis Göttingen will, und mit dem nächsten RE dazu die letzte Chance hat, berichtet, daß der vorige Zug so voll war, daß er nicht mehr reinkam.
Aber nur spärlich treffen weitere Communizierer ein, und es gibt kein Problem.
Nur daß ich, als ich einen längst fälligen Rückruf per Mobiltelefon tätigen will, dessen Fehlen feststelle. Einen Blick über den Bahnsteig werde ich noch los - aber da ist nichts zu sehen.
Dumm - das Gerät ist noch nicht so alt, und sollte nicht so bald ersetzt werden - außer vielleicht durch das Neo1973 http://www.heise.de/newsticker/meldung/92393

Ansonsten habe ich wohlweislich nichts beschreien wollen, aber trotz mehrfachem Auf- und Abbau des Rechners über 5 Tage habe ich weder Maus, noch Tastatur, Netzteil oder Patchkabel verlegt oder vergessen.
Sensationell.
Sensationell auch: Man kann tatsächlich 5 Tage ohne Fernsehen auskommen, wer hätte das gedacht?

Um 16:40 errieche ich Berlin-Südkreuz, wo ich im Bahnhofsladen gleich große Mengen Hühnerbeine kaufe, und dann strebe ich einer heißen Dusche entgegen.
Ich sollte dann auch 96 Stunden durchschlafen - so weich wie das Bett zu Hause ist.
Zelt reinigen, Klamotten einsortieren - das muß ja nicht sein - jedenfalls nicht mehr heute.

Dann ruft auch noch ein netter Mensch an, dessen Oma aus Eberswalde ein Mobiltelefon mitgebracht hat, ich könne es in Wilmersorf Montags abholen kommen - tja - offenbar auch sehr nette Menschen außerhalb des Camps, im angeblichen RL. Dann wird das nix mit dem Neo.

Die Verluste beschränken sich also auf einen abgebrochen Clip meines Druckbleistifts, die nun wohl endgültig defekte Webcam, eine zerissene Hose, eine zersplitterte Kanüle des Zigarettenstopfers, eine leere Armbanduhrenbatterie, und die Plastikspitze des Deckels des cilio-Mokka-Bereiters ist auf den letzten Metern noch schnell abgebrochen.

Die wichtigen 2 Komponenten: Laptop und Fahrrad haben gehalten.

Seh' ich jmd. von Euch in 4 Jahren?

stylesuxx

Avatar von stylesuxx

Anmeldungsdatum:
29. November 2005

Beiträge: 2997

user unknown hat geschrieben:

Seh' ich jmd. von Euch in 4 Jahren?

Also mir hast du auf jeden Fall Lust drauf gemacht ☺

burli

Avatar von burli

Anmeldungsdatum:
27. April 2007

Beiträge: 9066

Mit rund 4000 loc stellt es eines der kleinsten Micro-Kernelsysteme dar ...

Was sind "loc"?

user_unknown

(Themenstarter)
Avatar von user_unknown

Anmeldungsdatum:
10. August 2005

Beiträge: 17630

loc= lines of code

Beispiel 11 loc:

echo $var2;
echo
seq 3 5 | while read i
        do
        case $i in
                3) echo $var0; var0=$i; echo $var0 ;;
                4) echo $var1; set var1 $i; echo $var1 ;;
                5) echo $var2; var2=$i; echo $var2 ;;
        esac
done
echo $var0

burli

Avatar von burli

Anmeldungsdatum:
27. April 2007

Beiträge: 9066

Ah, thx. Wieder was gelernt. Jetzt kann ich mich wieder in's Bett legen 😉

MucRonin

Avatar von MucRonin

Anmeldungsdatum:
17. März 2005

Beiträge: 192

user unknown hat geschrieben:

Seh' ich jmd. von Euch in 4 Jahren?

wenn Träumer über 50 dann noch rein dürfen .... ja. TNX for report.

stuttitown Team-Icon

Anmeldungsdatum:
11. März 2006

Beiträge: 1309

Und hier mal noch die Vorträge des CCCamp 2007 von YiGG direkt zum anschauen.
http://www.yigg.de/campvids.php

Viel Spass!
Ronny

user_unknown

(Themenstarter)
Avatar von user_unknown

Anmeldungsdatum:
10. August 2005

Beiträge: 17630

Ah - danke.
Habe schon häufiger geschaut, wo sie bleiben.

Es fehlen noch ein paar - weißt Du, ob die noch kommen?

stuttitown Team-Icon

Anmeldungsdatum:
11. März 2006

Beiträge: 1309

user unknown hat geschrieben:

Es fehlen noch ein paar - weißt Du, ob die noch kommen?

Hallo UU,

nein bin nur durch Zufall auf die YiGG-Seite gestoßen und dachte mir poste se einfach mal. 😉

Grüsse, Ronny

stuttitown Team-Icon

Anmeldungsdatum:
11. März 2006

Beiträge: 1309

Hallo,

die Veranstaltung ist zwar etwas altbacken, aber das Video, das ist ganz frisch! 😉
http://chaosradio.ccc.de/ctv113.html

LG, Ronny

P.S. Vielleicht auch als Appetitanreger für das LUG Camp 2008 in Flensburg. ☺

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