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Firefox serienmäßig mit Adblock-Plus

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 12.10 (Quantal Quetzal)
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1. Februar 2007

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Siehe oben – wer seinen Content nur an zahlende Kunden geben will, stellt ihn hinter eine Paywall. Veröffentlicht man ihn auf einer Webseite, hat man rein technisch keinen Einfluss darauf, wie auf diesen Content zugegriffen wird. Das muss jedem klar sein, der Content ohne technische Schranken oder vorgeschaltete Nutzungsbedingungen im Netz veröffentlicht.

Abseits der technischen und rechtlichen Realität einen moralischen Anspruch abzuleiten (hier: eine Pflicht, Werbung gefälligst anzusehen) zeugt von einem mangelnen Verständnis des Prinzips Werbung.

Übrigens zahlt ein Werbemuffel im Gegenzug bei alltäglichen Konsumgütern ja auch die auf den Verkaufspreis geschlagenen Kosten für Werbung mit, obwohl er Letztere gar nicht „in Anspruch nimmt“ (wenn wir schon bei hinkenden Vergleichen sind 😉 ).

Tim_Petu

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24. November 2007

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glasenisback schrieb:

Adblock unterscheidet ja in der Zwischenzeit zwischen "guter" und "schlechter" Werbung. So blendet es auf Gamestar.de z.B. die Amazon-Einblendungen nicht mehr aus, da sie den Leser durch ihre Unaufdringlichkeit (Keine Animationen, keine grellen Farben, usw.) nicht vom eigentlichen Lesen der Artikel ablenken. Hier mal ein Link zu den Richtlinien, die Adblock sich selbst auferlegt hat um "gute" Werbung zu kennzeichnen:

http://adblockplus.org/de/acceptable-ads#criteria

Das scheint mir das entscheidende Kriterium zu sein. Viele Seiten werden durch Werbung nahezu unbrauchbar gemacht. Ich habe gar nichts dagegen wenn mir mein Autohändler einmal jährlich einen Prospekt zusendet, sondern sehe ihn mir sogar an. Sollte er aber auf die Idee kommen, mich ständig nachts um drei anzurufen, kaufe ich ihm nicht nur keinen Wagen mehr ab, sondern haue ihm ein paar auf's Maul!

Gleichwohl bin ich nicht dafür Adblock vorzuinstallieren, wohlmöglich nur aufwendig entfernbar. Wir haben generell in den letzten Jahren etwas zuviel an Bevormundung durch die Entwicklerseite erfahren; Firefox ist da leider gelegentlich keine rühmliche Ausnahme. Man sagt: "Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht". Jetzt wird Adblock angeboten, und wer mag kann es leicht installieren. Das ist gut gemeint und gut gemacht.

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1. Februar 2007

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Tim Petu schrieb:

Gleichwohl bin ich nicht dafür Adblock vorzuinstallieren, wohlmöglich nur aufwendig entfernbar. Wir haben generell in den letzten Jahren etwas zuviel an Bevormundung durch die Entwicklerseite erfahren

Wenn, dann denke ich mal, dass Adblock wie gewohnt als normales Plugin vorinstalliert wäre und dementsprechend einfach zu entfernen. Das ist aber alles hypothetisch, da reines Gedankenspiel in diesem Thread.

Gerade im FOSS-Sektor kann man empfundener Bevormundung durch die bösen Entwickler, die ihre freie Software verwerflicherweise an ihre eigenen Vorstellungen anpassen, in der Regel sehr leicht auf andere freie Software weniger böser Entwickler ausweichen. 😉

Tim_Petu

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24. November 2007

Beiträge: 245

V for Vortex schrieb:

Gerade im FOSS-Sektor kann man empfundener Bevormundung durch die bösen Entwickler, die ihre freie Software verwerflicherweise an ihre eigenen Vorstellungen anpassen, in der Regel sehr leicht auf andere freie Software weniger böser Entwickler ausweichen. 😉

Soll auch kein Entwicklerbashing sein; ich bin da ja sehr dankbar. Wäre es kompliziert Adblock zu installieren, würde sich die Frage anders stellen - aber auch dann bitte nicht einzementieren. Warum nicht? Weil's unnötig wäre!

Wie Du schon schriebst: Gottseidank, ist alles nur hypothetisch.

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1. Februar 2007

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Ich verstehe Dich ja, bin selbst regelmäßig mit lautstarken Beschwerden über Unity und Gnome 3 dabei. 😀 (bemühe mich aber, dabei nicht zu übersehen, dass Beide vielen Leuten gefallen 😇 )

dominik

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25. April 2005

Beiträge: 460

V for Vortex schrieb:

Siehe oben – wer seinen Content nur an zahlende Kunden geben will, stellt ihn hinter eine Paywall. Veröffentlicht man ihn auf einer Webseite, hat man rein technisch keinen Einfluss darauf, wie auf diesen Content zugegriffen wird. Das muss jedem klar sein, der Content ohne technische Schranken oder vorgeschaltete Nutzungsbedingungen im Netz veröffentlicht.

Abseits der technischen und rechtlichen Realität einen moralischen Anspruch abzuleiten (hier: eine Pflicht, Werbung gefälligst anzusehen) zeugt von einem mangelnen Verständnis des Prinzips Werbung.

Sorry, aber ich glaube wir haben hier eine unterschiedliche Auffassung ☺ Werbung ist (oft) ein Mittel des indirekten Bezahlens. Nehmen wir an BMW schaltet großflächig Werbung auf Spiegel Online. Da kommt es für BMW nicht auf Klicks an, da sowieso keiner ein Auto über ihre Website kauft. Hier geht es um die Präsenz der Marke. Du siehst die Werbung und wirst beeinflusst, was evtl. darin endet, dass du einen BMW irgendwann kaufst. Dafür bezahlt BMW Spiegel Online. Jeder der die Werbung blockiert und dennoch das journalistische Angebot von Spiegel in Anspruch nimmt, zahlt für diese Leistung nicht.

Und das Argument mit dem technischen Einfluss lasse ich nicht gelten. Denn ist sehr wohl auch eine moralische Frage. Es ist auch technisch möglich in eine Bank einzubrechen. Deswegen muss die Bank dies aber nicht einfach hinnehmen. Oder kennst du die Blumenfelder bei denen man sich selbst Blumen pflückt und dann den entsprechenden Betrag in eine Dose wirft? Da sind auch keine "technischen Schranken", aber das befreit dich nicht von der Pflicht für das Produkt zu bezahlen.

wxpte

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20. Januar 2007

Beiträge: 1388

dominik schrieb:

Nehmen wir an BMW schaltet großflächig Werbung auf Spiegel Online. Da kommt es für BMW nicht auf Klicks an, da sowieso keiner ein Auto über ihre Website kauft. Hier geht es um die Präsenz der Marke. Du siehst die Werbung und wirst beeinflusst, was evtl. darin endet, dass du einen BMW irgendwann kaufst.

Der Schuss kann aber auch gewaltig nach hinten losgehen. Als ich noch die Software aus Redmond auf meinen PCs bevorzugt habe, habe ich mich auch überwiegend bei zwei bekannten Discountern mit Hardware eingedeckt; und es gab eine Zeit, zu der ich fast ausschließlich bei dem einen Discounter eingekauft habe, weil mir die Werbung des anderen Discounters zu aufdringlich war.

So ist es auch hier: besser wäre es, die Konzerne würden die Werbung weniger aufdringlich gestalten lassen, dann würden sich auch nicht so viele Leute veranlasst sehen, technische Abwehrmittel wie Adblock zu verwenden.

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1. Februar 2007

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dominik schrieb:

Jeder der die Werbung blockiert und dennoch das journalistische Angebot von Spiegel in Anspruch nimmt, zahlt für diese Leistung nicht.

Deine Beispiele von Kreditkartenbezahlung, Zeitschriftenwerbung, Bankeinbrüchen und Blumenfeldern sind nicht mit Werbung im Netz vergleichbar. Eher damit, dass vor einem Geschäft (Händler, Bank etc.) Werbeprospekte in dessen Auftrag verteilt werden. Auch wenn ich dankend ablehne, ohne in die Prospekte hineingeschaut zu haben, wird mir wohl niemand das Betreten des Geschäfts verwehren wollen, auch wenn ich drinnen ebenso aus Werbezwecken Gratisdrinks bekomme. ☺ Und selbst dieser Vergleich hinkt, weil eben die elektronische mit der physikalischen Welt kaum vergleichbar ist.

Der Spiegel bzw. Springer Verlag finanziert seine Seite auch durch Webwerbung, aber ebenso durch Heftverkäufe und -werbung sowie Kauf älterer Artikel hinter seiner Paywall. Das ist eine Gesamtrechnung. Nach Deinem moralischen Anspruch dürftest Du also auch nicht deren Webcontent betrachten, wenn Du nicht auch den Spiegel am Kiok kaufst und Dir jede dortige Werbeseite genau anschaust, da Du nicht wissen kannst, welcher Teil der Gesamteinnahmen zu welchem Prozentsatz auf den Content entfällt, den Du im Web anschaust. Genau genommen bis Du zur genauen Werbelektüre auch beim Lesen der Heftausgabe verpflichtet, um die Leistung der Artikel dazwischen in Anspruch zu nehmen. Machst Du das oder überblätterst Du eventuell Werbung in Zeitschriften?

Du hast Recht, da haben wir wohl einen unvereinbare Meinungsunterschied, edit: aber damit sind wir nicht alleine, wenn man mal im Web nach „Werbeblocker“ + „Moral“ oder „Diskussion“ sucht. ☺

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1. Februar 2007

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WinXP to Edgy schrieb:

dominik schrieb: Der Schuss kann aber auch gewaltig nach hinten losgehen. Als ich noch die Software aus Redmond auf meinen PCs bevorzugt habe, habe ich mich auch überwiegend bei zwei bekannten Discountern mit Hardware eingedeckt; und es gab eine Zeit, zu der ich fast ausschließlich bei dem einen Discounter eingekauft habe, weil mir die Werbung des anderen Discounters zu aufdringlich war.

Das geht mir ähnlich (wobei ich Discounter aus vielen Gründen generell meide). Ich kaufe auch gezielt möglichst wenig Markenware sondern lieber die qualitativ in der Regel nicht schlechteren „No Name“-Produkte – in der vielleicht naiven Hoffnung, dass auf diesen, auch wenn sie letztlich meist ebenfalls von den großen Markenfirmen „nebenbei“ hergestellt werden, weniger Werbeumlagen liegen. 😬

So ist es auch hier: besser wäre es, die Konzerne würden die Werbung weniger aufdringlich gestalten lassen, dann würden sich auch nicht so viele Leute veranlasst sehen, technische Abwehrmittel wie Adblock zu verwenden.

Definitiv! Zudem Studien mit Überwachung der Augenbewegungen von Testsurfern gezeigt haben, dass diese sich ganz gezielt auf bestimmte Bereiche der Webseite beschränken. Wir haben also so gesehen alle einen kleinen Werbeblocker im Kopf. 😀

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Ich hätte eine technische Frage zu den Adblockern und zwar ist es ja so, dass teilweise ganze Werbevideos als Banner abgespielt werden und ich wollte fragen, ob diese trotz Werbeblocker in meinen Festplatten-/Browsercache geladen werden oder ob die ganze URL des Videos gesperrt wird und außer dem Text des Artikels nichts übertragen wird.

Der Hintergrund ist folgender: Teilweise ist man ja auch mobil unterwegs und hat nur ein bestimmtes Downloadvolumen. Auch in Gebieten, die kein DSL haben ist ja beispielsweise LTE nach einer bestimmten Datenmenge gedrosselt. Da sehe ich es nicht ein für Werbebanner, Werbevideo etc. mein Downloadvolumen zu nutzen. In den 90ern hat man ja auch noch HTML-Code und Bilder für schnelle Downloads optimiert damit Seiten schnell laden. Heute wird einfach gesagt: "Die haben alle DSL..."

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1. Februar 2007

Beiträge: 12095

Ich vermute, dass die Elemente noch vor dem Laden geblockt werden. Das einzige, was ich darüber gefunden habe, ist auf der Adblock-Webseite:

Every time a webpage loads, Adblock will intercept and disable the elements matching your filters.

Nachtrag: Zur moralischen Frage habe ich zufällig diesen Artikel über Googles Ansicht über Adblock Plus für Chrome gefunden. Danach sieht Google, welches seine gesamten Einnahmen aus Werbung erzielt, die Sache sehr pragmatisch: Der Anteil der Nutzer von Werbeblockern ist sehr gering. Sollte er jemals so ansteigen, dass er das Werbemodell bedroht, müssen die Anbieter über weniger aufdringliche Werbung nachdenken. Der Autor von Adblock Plus für Chrome sieht solche Addons als Weg zu einer idealen Zukunft, in der Werbung so angenehm ist, dass niemand sie mehr blocken will.

AroDorn

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29. April 2012

Beiträge: Zähle...

dominik schrieb:

Ja, mit dem Unterschied, dass der eine die Seite nicht besucht und damit keine Leistung in Anspruch nimmt, der andere aber schon. Werbung ist für diese Seiten das Geschäftsmodell, wenn ich das Modell nicht befürworte kann ich das Angebot eben nicht in Anspruch nehmen. Ich kann ja auch nicht irgendwo wo nur Kreditkarte akzeptiert wird einkaufen, obowhol ich keine Karte habe oder haben möchte...

Unsinn, das eine kann man eben schon, rechtlich wie praktisch, und das andere eben nicht, rechtlich wie praktisch.

dominik

Anmeldungsdatum:
25. April 2005

Beiträge: 460

AroDorn schrieb:

dominik schrieb:

Ja, mit dem Unterschied, dass der eine die Seite nicht besucht und damit keine Leistung in Anspruch nimmt, der andere aber schon. Werbung ist für diese Seiten das Geschäftsmodell, wenn ich das Modell nicht befürworte kann ich das Angebot eben nicht in Anspruch nehmen. Ich kann ja auch nicht irgendwo wo nur Kreditkarte akzeptiert wird einkaufen, obowhol ich keine Karte habe oder haben möchte...

Unsinn, das eine kann man eben schon, rechtlich wie praktisch, und das andere eben nicht, rechtlich wie praktisch.

Ja, aber wie ich bereits sagte, nicht alles was praktisch oder juristisch möglich ist, ist richtig. Ich zitiere den Begründer von netzpolitik.org, Markus Beckedahl:

Mit täglich 30.000 Lesern sei netzpolitik.org ein kleines Massenmedium, “aber es trägt sich halt nicht”, resümierte Beckedahl. Das größte Hindernis seien Ad-Blocker, also kleine Plugins, die beim Nutzer Werbung auf der Seite ausblenden: “Ad-Blocker sind ein großes Problem bei der Refinanzierung des Journalismus.”

Quelle: http://kress.de/mail/alle/detail/beitrag/121197-bezahlschranke-unerwuenscht-netzpolitikorg-plant-eine-anzeigen-offensive.html

Die Überlegungen in diesem Thread sind ja übrigens bei Debian bereits Realität. Debian Wheezy liefert von Haus aus Adblock Plus in Iceweasel und zwar im aktiviertem Zustand. Das finde ich eine höchst bedenkliche Entwicklung, da gerade Debian für Neutralität und Freiheit steht. Für Interessierte, ich habe dazu meine Gedanken in meinem Blog niedergeschrieben: http://do-s.de/was-soll-das-debian-wheezy-mit-werbeblocker

Polix

(Themenstarter)
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14. Oktober 2009

Beiträge: 727

Heute habe ich festgestellt, dass http://www.golem.de und http://www.spiegel.de mich exclusiv um Abschaltung des Adblockers bitten.

Na gut, wenn ich es umsonst lesen will, lasse ich meine Augen ausnahmsweise von der Werbung ablenken.

LG polix

TheDarkRose

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Anmeldungsdatum:
28. Juli 2010

Beiträge: 3459

Tja, wegen solchen Texten schalte ich erst recht nicht ab. Die sollten einfach mal auf http://adblockplus.org/de/acceptable-ads umschwenken.