Hi,
ich möchte kurz über meine Erfahrungen berichten, Ubuntu und Windows parallel auf einer 3 TB zu installieren. Das Ganze richtet sich eher an erfahrene Nutzer und ist daher kurz gefasst und kein Copy&Paste-Howto!
DISCLAIMER: Wer mit fdisk und gdisk rumspielt, sollte sich im Klaren sein, dass er unter Umständen (z.B. bei Fehlbedienungen oder schlicht falschen Annahmen) alle Daten auf seiner Festplatte schlecht bis unerreichbar macht!
Zum Problem: Eine 3 TB große Festplatte benötigt GPT, um diese vollständig nutzen zu können. Per MBR lassen sich nur 2 TB nutzen. Windows wiederum kann von einer mit GPT ausgestatteten Festplatte nur per UEFI booten.
Mein Problem war nun: Ich habe ein Mainboard, das kein UEFI bietet. Windows mag hier also offiziell gar nicht laufen, denn offiziell mag Windows GPT als Bootplatte nur per UEFI.
Meine Lösung: Windows kriegt seinen MBR und Linux nutzt GPT, auf ein und der selben Platte. Windows kann so zwar nur innerhalb der ersten 2 TB zugreifen, aber das macht nichts.
Lösungsweg: Mit fdisk eine kleine Linux-Boot-Partition erstellen, Rest frei. Windows in Partition 2+3 (Boot/Daten) installieren (dort im Installer die größe der Windows-Partition entsprechend wählen). Alternativ alles von einer kleineren Platte auf die große Platte rüber kopieren. (Bit-für-Bit-Spiegel per dd)
Letzteres und folgendes geht gebootet von einer Mint Installations-CD, gdisk lässt sich dort nachinstallieren; geht auch mit einer Ubuntu-CD oder Knoppix oder so.
MBR sichern (z.B. if=/dev/sda count=1 > mbr.backup) und einen GPT aus dem MBR erzeugen. Das geht mit gdisk. Hierbei wird von gdisk, wie gewöhnlich, ein kleiner Schutz-MBR erstellt, der die gesamte Platte einer EE-Partition zuordnet. Diese habe ich per fdisk wieder gelöscht und die ursprünglichen Partitionen erstellt (zur Not per "fdisk mbr.backup" die genauen Start- und Ende-Sektoren nachschauen). gdisk bietet zwar auch eine Möglichkeit, einen MBR aus dem GPT zu erstellen, aber das funktioniert nicht ausreichend gut genug. Hierbei habe ich die Linux-Boot-Partition und eine weitere Schutzpartition in fdisk vom Typ EE erstellt. Somit erkennt der Linux-Kernel, dass er gpt benutzen soll. (Ohne die EE-Partitionen wird die MBR genommen und auch Linux kann nur auf die ersten 2 TB zugreifen.)
Per gpt noch eine BIOS boot partition für Grub erstellen (Typ EF02 in gdisk) und Linux dann installieren, welches Grub installiert. Alternativ ein vorhandenes Linux der kleineren Platte kopieren und in einer chroot grub installieren.
Windows erkennt weiterhin den MBR als gültig an und bootet angewiesen von Grub per Chainloading von der kleinen Windows-Partition mit dem bootmgr.
Fazit: Windows bootet und sieht seine 200GB-Partition. Die ist hier bei mir recht leer, da ich zwar eine Windows-Lizenz besitze (naja, gar mehrere), diese aber kaum benutze. Linux wiederum (derzeit nur Ubuntu, Gentoo folgt noch) sieht die kompletten 3 Terabyte.
Fragen?
Grüße - der hede
(PS: Bei mir ist es noch etwas komplizierter, da Windows per TrueCrypt Full Drive Encryption verschlüsselt ist und Linux per LUKS, welches ein LVM enthält. Daher mach ich gar kein Grub Chainloading mehr, sondern lade den gesicherten TrueCrypt Header in eine Ramdisk und starte von dort, da sich TrueCrypt und GPT bei meiner Variante beißen. Benötigen halt beide gleichzeitig Sektor 2-63 der Platte, was nicht geht 😉. Ach und der Datenaustausch zwischen den Systemen geschieht prima über die Windows-Partition, die man dank dmcrypt-tc und ntfs-3g von Linux aus auch prima ohne TrueCrypt einbinden kann.)
Moderiert von tomtomtom:
Verschoben, da das nichts im Support-Bereich zu suchen hat.