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Ubuntu und Windows auf 3 TB HDD, Boot per BIOS

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 12.04 (Precise Pangolin)
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der_hede

Anmeldungsdatum:
2. Juli 2008

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Hi,

ich möchte kurz über meine Erfahrungen berichten, Ubuntu und Windows parallel auf einer 3 TB zu installieren. Das Ganze richtet sich eher an erfahrene Nutzer und ist daher kurz gefasst und kein Copy&Paste-Howto!

DISCLAIMER: Wer mit fdisk und gdisk rumspielt, sollte sich im Klaren sein, dass er unter Umständen (z.B. bei Fehlbedienungen oder schlicht falschen Annahmen) alle Daten auf seiner Festplatte schlecht bis unerreichbar macht!

Zum Problem: Eine 3 TB große Festplatte benötigt GPT, um diese vollständig nutzen zu können. Per MBR lassen sich nur 2 TB nutzen. Windows wiederum kann von einer mit GPT ausgestatteten Festplatte nur per UEFI booten.

Mein Problem war nun: Ich habe ein Mainboard, das kein UEFI bietet. Windows mag hier also offiziell gar nicht laufen, denn offiziell mag Windows GPT als Bootplatte nur per UEFI.

Meine Lösung: Windows kriegt seinen MBR und Linux nutzt GPT, auf ein und der selben Platte. Windows kann so zwar nur innerhalb der ersten 2 TB zugreifen, aber das macht nichts.

Lösungsweg: Mit fdisk eine kleine Linux-Boot-Partition erstellen, Rest frei. Windows in Partition 2+3 (Boot/Daten) installieren (dort im Installer die größe der Windows-Partition entsprechend wählen). Alternativ alles von einer kleineren Platte auf die große Platte rüber kopieren. (Bit-für-Bit-Spiegel per dd)

Letzteres und folgendes geht gebootet von einer Mint Installations-CD, gdisk lässt sich dort nachinstallieren; geht auch mit einer Ubuntu-CD oder Knoppix oder so.

MBR sichern (z.B. if=/dev/sda count=1 > mbr.backup) und einen GPT aus dem MBR erzeugen. Das geht mit gdisk. Hierbei wird von gdisk, wie gewöhnlich, ein kleiner Schutz-MBR erstellt, der die gesamte Platte einer EE-Partition zuordnet. Diese habe ich per fdisk wieder gelöscht und die ursprünglichen Partitionen erstellt (zur Not per "fdisk mbr.backup" die genauen Start- und Ende-Sektoren nachschauen). gdisk bietet zwar auch eine Möglichkeit, einen MBR aus dem GPT zu erstellen, aber das funktioniert nicht ausreichend gut genug. Hierbei habe ich die Linux-Boot-Partition und eine weitere Schutzpartition in fdisk vom Typ EE erstellt. Somit erkennt der Linux-Kernel, dass er gpt benutzen soll. (Ohne die EE-Partitionen wird die MBR genommen und auch Linux kann nur auf die ersten 2 TB zugreifen.)

Per gpt noch eine BIOS boot partition für Grub erstellen (Typ EF02 in gdisk) und Linux dann installieren, welches Grub installiert. Alternativ ein vorhandenes Linux der kleineren Platte kopieren und in einer chroot grub installieren.

Windows erkennt weiterhin den MBR als gültig an und bootet angewiesen von Grub per Chainloading von der kleinen Windows-Partition mit dem bootmgr.

Fazit: Windows bootet und sieht seine 200GB-Partition. Die ist hier bei mir recht leer, da ich zwar eine Windows-Lizenz besitze (naja, gar mehrere), diese aber kaum benutze. Linux wiederum (derzeit nur Ubuntu, Gentoo folgt noch) sieht die kompletten 3 Terabyte.

Fragen?

Grüße - der hede

(PS: Bei mir ist es noch etwas komplizierter, da Windows per TrueCrypt Full Drive Encryption verschlüsselt ist und Linux per LUKS, welches ein LVM enthält. Daher mach ich gar kein Grub Chainloading mehr, sondern lade den gesicherten TrueCrypt Header in eine Ramdisk und starte von dort, da sich TrueCrypt und GPT bei meiner Variante beißen. Benötigen halt beide gleichzeitig Sektor 2-63 der Platte, was nicht geht 😉. Ach und der Datenaustausch zwischen den Systemen geschieht prima über die Windows-Partition, die man dank dmcrypt-tc und ntfs-3g von Linux aus auch prima ohne TrueCrypt einbinden kann.)

Moderiert von tomtomtom:

Verschoben, da das nichts im Support-Bereich zu suchen hat.

der_hede

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
2. Juli 2008

Beiträge: 18

Naja, dass ein Hilfsangebot zur Installation unter "Projekte" besser aufgehoben ist als unter "Ubuntu installieren und aktualisieren" ... leuchtet mir auf Anhieb nicht so richtig ein, nach Lesen des "Wichtig"-Regel-Threads noch weniger, ist mir aber auch egal.

Naja, vielleicht wenn man die Installation des Systems nicht als Ganzes sieht, sondern dass es hier mehr darauf ankam, die Lauffähigkeit eines Nicht-Ubuntu-System in Kombination mit diesem zu ermöglichen.

Gut, und ich frage auch nicht nach einer Antwort, sondern biete einen positiven Erfahrungsbericht an.

Gleich dazu noch ein kleiner Hinweis: Viele ärgern sich über die diversen internen Platten/Partitionen, die unter "Orte" in Gnome 2 oder Gnome 3 Classic auftauchen und dort angeblich eingebunden werden können. Die Lösung, diese mit UDISKS_PRESENTATION_HIDE zu verstecken, liegt nahe. Allerdings wird das überall recht kompliziert beschrieben, z.B. enthalten fast alle Anleitungen nur Regeln, einzelne Partitionen zu verstecken.

Es ist zwar naheliegend, aber viele kommen vielleicht nicht von sich aus drauf: Per ENV{ID_SERIAL} lassen sich alle Partitionen einer Platte auf einmal verstecken, inklusive unbekannter oder logischer Laufwerke im LVM.

Meine /etc/udev/rules.d/75-hide-partitions.rules sieht daher wie folgt aus:

ENV{ID_SERIAL}=="[hier-die-festplatten-seriennummer]",  ENV{UDISKS_PRESENTATION_HIDE}="1"

Zu finden z.B. per "udevadm info --query=property -n /dev/sda | grep SERIAL"

Diese eine Zeile ersetzt mein altes Konstrukt aus fast 10 einzelnen Zeilen für verschiedene Partitionen und logischen Laufwerken (lvm).

Bevor ich wieder irgendwo was falsches hin schreibe, häng ichs einfach an diesen vorhandenen Thread. Suchmaschinen werdens wohl auch so finden.

der_hede

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
2. Juli 2008

Beiträge: 18

Noch was: Vermisst jemand das Gnome Music Applet, bzw. Panflute? Ich schon. Beides wird nicht mehr weiter entwickelt, da es unter Gnome 3 oder Unity das alte Panel des Gnome 2 nicht mehr gibt. Es gibt somit unter Gnome 3 Classic (oder halt den anderen Varianten) keine Möglichkeit mehr, mit einem simplen Mausklick auf "weiter" zu klicken. Das ist der Grund, weshalb ich früher Panflute verwendet habe. Ich habe meine komplette Musiksammlung in der Playlist. Die ist zwar nicht sonderlich groß, aber man kann muss ja nicht jederzeit alles mögen, was man so hat. Manchmal ist was unpassend. Also *klick* und das nächste Lied spielt.

Nun ist es so, dass das auf modernen Linux-Desktops scheinbar nicht mehr vorgesehen ist. Man soll erst mehrfach klicken, erst auf ein Lautsprechersymbol und danach auf die "weiter"-Taste.

Nicht mit mir. Ich hab mir einen Anwendungsstarter erstellt. (super-)alt-rechtemausklick auf das Panel → "Zum Panel hinzufügen" → "Benutzerdefinierter Anwendungsstarter". Dem hab ich das Symbol /usr/share/icons/Humanity/actions/24/next.svg gegeben und den Befehl

dbus-send --print-reply --dest=org.mpris.MediaPlayer2.rhythmbox /org/mpris/MediaPlayer2 org.mpris.MediaPlayer2.Player.Next

Fertig! Ein einziger Klick ins Panel genügt nun wieder, das nächste Lied auszuwählen.

Auf diese Weise kann man auch jeden anderen Player bedienen oder gar jeden anderen dbus-Befehl mit einem Klick aus dem Panel ausführen. Zur Suche nach möglichen Befehlen eignet sich mdbus2 ganz gut, welches bei Ubuntu erst nachinstalliert werden muss, aber im Repository ist.

Grüße der hede

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