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Canonical und die "Linuxer"

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 10.10 (Maverick Meerkat)
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agaida

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24. Februar 2010

Beiträge: 3348

David Marien schrieb:

Interessant, dass wusste ich nicht. Dann schneiden sie sich ja ins eigene Fleisch, wenn sie potentielle Profi-Nutzer verprellen. Mal sehen, wie lange man sich sowas leisten kann.

Gruß David Marien

Du machst eine entscheidenden Fehler, der auf mangelnde Durchdringung des Themas zurückzuführen ist. Ist aber nicht schlimm: Canonical macht momentan noch kein Geld. In den gesamten letzen Jahren ist das ein Zuschussgeschäft, dass Mark S. bis jetzt einige Millionen gekostet hat. Da ihn das aber nicht sonderlich zu stören scheint, lebt das Projekt und es wurden Strukturen geschaffen, dass es ohne Mark S. auch irgendwie weitergehen würde. I

In wieweit das Projekt Ubuntu nun aus der kleinen Privatschatulle bezahlt wurde oder sich Möglichkeit ergibt, das als Investition einfach mal so in den Sand der Zukunft zu setzen und als Betriebsausgabe vor Steuern abzusetzen, ist mir nicht bekannt. Es gibt auf jeden Fall andere Sachen, in denen Geld sinnloser verbrannt wird. Damit steht natürlich Ubuntu finanziell gesünder da, als andere Projekte und das erzeugt dann bekanntlich nicht nur Freunde...

David_Marien

(Themenstarter)

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18. Dezember 2007

Beiträge: 332

seaman schrieb:

Hallo David,

Hallo Seaman

dieses Thema (und ähnliche) haben wir hier mehr als genug. Bemühe doch bitte mal die Suchfunktion. 😉 Teilweise sind diese Themen auch immer in extrem hitzigen Diskussionen entbrannt, wo dann auch mit Beleidigungen usw. nicht gespart wurde.

Ja, ich wäre auch dafür, öffentliche Diskurse auf ein Minimum zu reduzieren. Wo kommen wir denn hin, wenn wir redundante Diskussionen führen. Ich sag mal in der Uni bescheid, sie sollen die Hälfte der Forscher entlassen. Die führen stets die selben Diskusionen. ☺ Entschuldigung, für diese etwas patzige Antwort aber dass sich Diskusionen (in einem bestimmten Rahmen) doppeln lässt sich nicht vermeiden. die Wissenschaft wäre schon längst abgeschafft wenn Diskurse nicht redundant sein dürfen.

Ich hab beim Lesen der neuen Beiträge schon einiges neues gelernt, was in ähnlichen Diskussionen sicher nicht geschrieben worden ist von da her hat das hier (mir) einen Mehrwert gebracht.

Aber um mal auf deinen Beitrag Bezug zu nehmen, würde mich mal interessieren, woher du die Zitate hast?

Ich habe dies Zitate aus einigen Diskussionen des Forums hier entnommen. Sie sind überhaupt nicht representativ und verzerren das Bild sicher etwas. Mich interessiert ja warum einige Leute so etwas sagen. Es gibt einige Leute hier, vom neuen APPLE der Linux-Welt reden. Sicher nur eine kleine Minderheit. Aber was ist so schlimm an einem euen APPLE der Linux-Welt?

Es gibt sicherlich sehr viel "alte" Linuxer, die auf die Canoncial-Politik nicht gut zu sprechen sind, aber genauso gibt es auch sehr viele, die den eingeschlagenen Weg von Canoncial als absolut richtig und wichtig empfinden (mich eingeschlossen).

Canoncial soll ihren Weg weitergehen und sich nicht von "wenigen" Meckerheinis unterkriegen lassen.

Was natürlich nicht heißen soll, dass man den Weg kritisieren darf. Denn völlig aus der Luft gegriffen wird sie ja auch nicht sein.

David_Marien

(Themenstarter)

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18. Dezember 2007

Beiträge: 332

agaida schrieb:

David Marien schrieb:

Interessant, dass wusste ich nicht. Dann schneiden sie sich ja ins eigene Fleisch, wenn sie potentielle Profi-Nutzer verprellen. Mal sehen, wie lange man sich sowas leisten kann.

Gruß David Marien

Du machst eine entscheidenden Fehler, der auf mangelnde Durchdringung des Themas zurückzuführen ist. Ist aber nicht schlimm: Canonical macht momentan noch kein Geld. In den gesamten letzen Jahren ist das ein Zuschussgeschäft, dass Mark S. bis jetzt einige Millionen gekostet hat. Da ihn das aber nicht sonderlich zu stören scheint, lebt das Projekt und es wurden Strukturen geschaffen, dass es ohne Mark S. auch irgendwie weitergehen würde.

Ich habe mal davon gehört, dass Canonical subventioniert wird, wusste aber nicht wie aktuell das ist. Es ist doch das Ziel, dass Canonical irgendwan sich allein halten kann. D. h. sie sollten es für die Zukunft vermeiden Leute in der Weise zu verprellen, wie du es geschildert hast.

In wieweit das Projekt Ubuntu nun aus der kleinen Privatschatulle bezahlt wurde oder sich Möglichkeit ergibt, das als Investition einfach mal so in den Sand der Zukunft zu setzen und als Betriebsausgabe vor Steuern abzusetzen, ist mir nicht bekannt. Es gibt auf jeden Fall andere Sachen, in denen Geld sinnloser verbrannt wird. Damit steht natürlich Ubuntu finanziell gesünder da, als andere Projekte und das erzeugt dann bekanntlich nicht nur Freunde...

Neid ist kein guter Freund des Menschen. Dazu kommt, dass Shuttleworth ja Canonical profitabel machen will. Das wird u. U. Auswirkungen auf nichtkomerzielle Projekte haben, die dort nicht erwünscht sind.

agaida

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Anmeldungsdatum:
24. Februar 2010

Beiträge: 3348

Es wird angestrebt, dass sich Canonical allein tragen kann. Ein Backflow ist in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Canonical hat in meinen Augen ein mittelprächtiges Problem: Der Serverbereich ist zu großen Teile abgegessen. An die Clientel von RH wird Canonical nicht wollen. Novell ist wie immer am Boden, die Zukunft von Suse ist ungewiss, ich hab nur mal wieder gehört, dass Käufer gesucht werden. Trotz aller Probleme setzen einige kleinere Firmen auf Canonical für ihre Entwicklungen, wahrscheinlich, um aus einer Hand anbieten zu können. Die wiederum haben für bestimmte Probleme wieder ihre eigenen Leute, so dass sich in der Gesamtheit etwas bewegt. Was den "Markt" der Privatpersonen angeht - viele Beta-Tester, die Canonical keinen Pfennig Cent bringen. Dafür wird die Marke bekannt. In den Bereichen, wo Geld fließt, sollten dann aber Leute sitzen, die wissen, was sie machen. Da gehe ich zumindest ansatzweise von aus.

David_Marien

(Themenstarter)

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18. Dezember 2007

Beiträge: 332

agaida schrieb:

Es wird angestrebt, dass sich Canonical allein tragen kann. Ein Backflow ist in den nächsten Jahren nicht zu erwarten. Canonical hat in meinen Augen ein mittelprächtiges Problem: Der Serverbereich ist zu großen Teile abgegessen. An die Clientel von RH wird Canonical nicht wollen. Novell ist wie immer am Boden, die Zukunft von Suse ist ungewiss, ich hab nur mal wieder gehört, dass Käufer gesucht werden. Trotz aller Probleme setzen einige kleinere Firmen auf Canonical für ihre Entwicklungen, wahrscheinlich, um aus einer Hand anbieten zu können. Die wiederum haben für bestimmte Probleme wieder ihre eigenen Leute, so dass sich in der Gesamtheit etwas bewegt. Was den "Markt" der Privatpersonen angeht - viele Beta-Tester, die Canonical keinen Pfennig Cent bringen. Dafür wird die Marke bekannt. In den Bereichen, wo Geld fließt, sollten dann aber Leute sitzen, die wissen, was sie machen. Da gehe ich zumindest ansatzweise von aus.

Also bleibt die Zukunft ungewiss. Mal sehen wie lange Mark da noch Geld reinstecken kann oder will.

Gruß David Marien

agaida

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Anmeldungsdatum:
24. Februar 2010

Beiträge: 3348

Die Zukunftsplanung und auch die finanzielle Planung findest Du auf den Ubuntu-Seiten zum Thema Foundation. Das ist natürlich schon zukunftssicher ausgelegt, mit Mark S. als Hauptfinanzier. Dass auch so schon Geld reinkommt ist schön, aber noch nicht deckend.

diesch Team-Icon

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Anmeldungsdatum:
18. Februar 2009

Beiträge: 5072

agaida schrieb:

Was den "Markt" der Privatpersonen angeht - viele Beta-Tester, die Canonical keinen Pfennig Cent bringen.

Ich gehe eigentlich eher davon aus, dass Canonical genau da Geld machen will, z.B. mit kommerziellen Software- und Multimedia-Angeboten oder Dienstleistungen wie UbuntuOne

David_Marien

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
18. Dezember 2007

Beiträge: 332

diesch schrieb:

agaida schrieb:

Was den "Markt" der Privatpersonen angeht - viele Beta-Tester, die Canonical keinen Pfennig Cent bringen.

Ich gehe eigentlich eher davon aus, dass Canonical genau da Geld machen will, z.B. mit kommerziellen Software- und Multimedia-Angeboten oder Dienstleistungen wie UbuntuOne

So viele kommerzielle Software- und Multimedia-Angebote gibt es doch noch gar nicht. Wird sich das denn in absebare Zeit ändern.

Gruß David Marien

axt

Anmeldungsdatum:
22. November 2006

Beiträge: 34254

seaman schrieb:

dieses Thema (und ähnliche) haben wir hier mehr als genug. Bemühe doch bitte mal die Suchfunktion.

+1

😉

Den nicht.

Nibbi

Avatar von Nibbi

Anmeldungsdatum:
4. Mai 2010

Beiträge: Zähle...

Was ich an den ganzen Kritikern von Ubuntu nicht verstehe, ist, dass doch gerade in der Linux-Welt gilt:"Gefällt mir nicht, nutz ich nicht!" Es sollte diese Leute also doch nicht kümmern, was bei Canonical so abläuft. Natürlich tauchen auch so Threads hier auf, in denen behauptet wird, Ubuntu schade dem Ansehen der ganzen Linux-Welt, aber seien wir mal ganz ehrlich, wer keine Linuxdistribution benutzt, weiß in den meisten Fällen nicht einmal, dass es überhaupt verschiedene Distributionen gibt. Der 0815-Nutzer denkt doch wahrscheinlich, dass es ein Betriebssystem gibt, dass Linux heißt. Ich behaupte sogar, Ubuntu hilft der Linux-Welt ungemein. Gerade dadurch, dass Ubuntu ein wenig mehr als andere Distributionen auf das Erscheinungsbild Wert legt, ist es auch bekannter und vor allem 0815-Nutzer (verzeiht mir diese Bezeichnung) freundlicher. Ein Betriebssystem, dass rein aus einem Terminal plus maximal Browser besteht ist nun mal nicht wirklich für Jedermann verständlich. Früher zu Dos-Zeiten war das ja sicherlich noch angebracht, weil die Anzahl an Pc-Usern recht überschaubar war, aber in der heutigen Zeit...nun ja, ihr wisst selbst, worauf ich hinaus will.

Jetzt habe ich ziemlich weit ausgeholt. Worauf ich hinaus wollte ist folgendes: Mark Shuttleworth hat angegeben, Canonical vor allem aus dem Grund gegründet zu haben, um Menschen weltweit ein offenes und kostenloses Betriebssystem zur Verfügung zu stellen und dies tut er nun mal so, wie er es für richtig hält. Wär ja noch schöner, stellt euch mal vor, ihr würdet Geld in irgendein Projekt pumpen und könntet dann noch nicht mal entscheiden, in welche Richtung das Projekt geht, nur weil irgendwelche Leute sich bevormundet fühlen.

Aber das alles würde ja bedeuten, ich würde der These zustimmen, dass Mark Shuttleworth das Aussehen wichtiger ist, als die Stabilität. Ganz im Gegenteil, seitdem ich Ubuntu benutze (seit 9.10) läuft es stabil und ich habe jede Version seitdem mitgemacht.

Was ganz anderes. Mittlerweile kommt es mir so vor, als wenn es nur noch einen reinen Glaubenskrieg bei OS und anderen Dingen gibt. Keiner kann einfach nur mit dem zufrieden sein, was er selbst hat, nein, um vollends erfüllt zu sein, muss er andere Dinge auch noch schlecht reden. Die ganze Zeit geht es nur noch Win vs. Mac vs. Linuxwelt, IOS vs. Android, Linuxdistribution vs. Linuxdistribution vs. Microapple.

Können wir uns nicht alle einfach lieb haben? 😉

V_for_Vortex Team-Icon

Avatar von V_for_Vortex

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1. Februar 2007

Beiträge: 12095

Ich denke auch, dass Canonical Stabilität (natürlich) wichtig ist. Sie ordnen ihr nur nicht alles andere unter, wie z.B. Debian Stable, sondern wagen Innovationen. Das birgt immer ein Risiko und ist gerade in Anfangsphasen holperig, bricht aber u.U. erstarrte Strukturen auf. Mut zur Veränderung, den man auch woanders findet, z.B. bei KDE4.

Für den Benutzer lohnen sich sowohl Stabilität als auch Innovation, also haben sowohl Debian Stable als auch Ubuntu ihre Daseinsberechtigung. Und bei FOSS hat der Benutzer den Luxus der freien Wahl.

Fjunchclick

Anmeldungsdatum:
18. Februar 2010

Beiträge: 550

David Marien schrieb:

Debian ist eine nichtmarktwirtschaftliche Organisation, sie können ihr ganzes Budget in die Entwicklung stecken. Man könnte überspitzt sagen, Debian sind die User egal, Hauptsache das System ist stabil. Man will eben nicht viele Nutzer haben, man möchte ein Produkt entwickeln was der Debian-Community gefällt.

Das musst du noch mal genauer erklären. Also die Debian-Entwickler, die versuchen, ein möglichst gutes, ausgereiftes und stabiles Betriebssystem zu entwickeln tun das, weil ihnen die Nutzer dieses Systems egal sind? Für wen machen sie das dann? Kleiner Tipp: Die Debian-Community sind(!) die Nutzer!

OK, Debian versucht nicht, auf Teufel komm raus und für jeden Preis, Windowsnutzer abzuwerben. Debian legt Wert auf Nutzer, die Debian nutzen, weil sie Debian wollen und nicht weil sie Windows nicht wollen. Und ja, dort wird mehr Wert auf Qualität als auf Marketing gelegt. Aber das ist meiner Meinung nach auch der einzig richtige Weg.
Was nützt mir ein Betriebssystem, dass durch ein agressives Marketing zwar sehr bekannt ist und alle halbe Jahr mit neuen Features Werbung macht, diese dann aber regelmäßig nicht so funktionieren wie sie sollen und das ganze System immer verbuggter wird, weil kein Entwickler mehr mit der Fehlerbearbeitung hinterher kommt?

So ein System, bei dem Marketing immer wichtiger wird und die Funktionalität immer mehr leidet, wird auf die Dauer keine Chance haben. Ubuntu wird über kurz oder lang zu einem System werden, dass nur noch Leute benutzen, die es nicht besser wissen. Genau so, wie viele Windows benutzen, weil sie es nicht besser wissen.

pitt-admin

Anmeldungsdatum:
11. Juli 2010

Beiträge: 1875

Hallo,

ich stelle mal wieder fest, allen schimpfen über McDo..., diese gehen aber gerade dort essen - seltsam. Jedes Unternehmen muß Geld verdienen selbst die Schimpfenden unter uns laufen dem Geld hinterher, sonst hätten sie ja auch kein PC, Auto, Haus und und und. Man sollte es bei vernünftiger Kritik belassen aber nicht über Werbung und Geld eine Firma schlecht reden. Bitte bedenkt auch das es keine Firma es so gut geschafft hat, wie Canonical, daß man über Linux / Ubuntu redet. Weiterhin habe ich das Gefühl, die Fehler werden inzwischen wieder langsam weniger nach einen gewaltigen Einbruch vor einiger Zeit. Wartet ab.

pitt

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Anmeldungsdatum:
1. Februar 2007

Beiträge: 12095

Fjunchclick schrieb:

So ein System, bei dem Marketing immer wichtiger wird und die Funktionalität immer mehr leidet, wird auf die Dauer keine Chance haben. Ubuntu wird über kurz oder lang zu einem System werden, dass nur noch Leute benutzen, die es nicht besser wissen. Genau so, wie viele Windows benutzen, weil sie es nicht besser wissen.

Wobei der Unterschied ist, dass viele über Ubuntu GNU/Linux kennenlernen und dann ggf. auf andere, ihnen mehr zusagende Distributionen wechseln. D.h. Ubuntu bringt GNU/Linux durch seinen Weg neue Nutzer, die Debian oder Gentoo evtl. niemals angefasst hätten. Natürlich gibt es auch Leute, die bei Unzufriedenheit gleich wieder zurück zu Windows oder Mac gehen, aber die wären erst recht nicht bei irgendeiner anderen Linux-Distribution geblieben.

pitt-admin schrieb:

ich stelle mal wieder fest, allen schimpfen über McDo..., diese gehen aber gerade dort essen

Ich nicht. 😉

cryptosteve

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Anmeldungsdatum:
17. April 2007

Beiträge: 815

V for Vortex schrieb:

Wobei der Unterschied ist, dass viele über Ubuntu GNU/Linux kennenlernen und dann ggf. auf andere, ihnen mehr zusagende Distributionen wechseln.

Ich kenne übrigens auch erstaunlich viele, die über Ubuntu zu Linux finden, dann schimpfen und eine andere Distribution wählen und schlussendlich doch wieder bei Ubuntu landen, weil es eben doch "doch irgendwie funktioniert". Viele Probleme sind eben auch herbeigeredet und/oder hochstilisiert.