Astorek schrieb:
Einerseits die Aktualität der Pakete, andererseits könnte es aber auch daran liegen, dass Arch die Pakete größtenteils genauso lässt, wie sie von den jeweiligen Entwicklern gedacht waren. Ich meine, gerade die Debian-Macher (und auch Canonical) "pfuschen" in fast jedem Paket herum, während Arch sie meist unangetastet lässt...
Sorry, aber da liegst du einem Trugschluß auf :
Die Patches verlangsamen weder die Pakete, noch verschlechtern sie diese. Debian und Canonical (Und auch alle anderen Distributionen mit einem festen Releasezyklus) spielen deshalb Patches in die Pakete ein, damit diese die gleiche Versionsnummer behalten können und damit Binärkompatibel zu eventuellen Abhängigkeiten bleiben. Dadurch wird sicher gestellt das sich ein Debian bzw. Ubuntu-System immer problemlos installieren lässt (Lässt man mal die Sache mit nicht passender Hardware außen vor).
Arch dagegen spielt als RR-Distribution immer die neuesten Upstream-Versionen ein, mit allen Vor -und Nachteilen. Vorteile sind Bugfixes direkt vom Entwickler, Nachteile sind eventuelle Unverträglichkeiten mit schon vorhandener Software. Denn kein Entwickler kann garantieren das eine neue Upstream-Version eines Programms auch problemlos mit allen anderen Programmen zusammenarbeitet. Und da sich nur wenige Entwickler die Mühe machen Bugfixes auch für ältere Versionen bereitzustellen, müssen die Distributions-Maintainer auf Flickwerke zurückgreifen und Bugfixes in die alte Version zurückportieren.
Die i686-Optimierung bringt in der Regel weniger als man denkt. Was Arch die gute Desktop-Performance im Vergleich zu Ubuntu verleiht, sind zwei kleine Kerneloptionen :
CONFIG_PREEMPT=y und CONFIG_HZ_300=y
Ersteres ist die Low-Lantency-Einstellung des Kernels. Ubuntu benutzt nur die mittlere Einstellung (CONFIG_PREEMPT_VOLUNTARY). Letzteres ist die Timer-Frequenz des Kernels. Je höher, desto reaktiver ist das System. Ubuntu benutzt hier 250Hz. Der Unterschied klingt nicht groß, reicht aber, im Zusammenspiel mit der PREEMPT-Einstellung, aus um die Reaktionszeit des Systems merklich zu erhöhen.
Ich habe zum Spaß mal unter Ubuntu 8.10 den Kernel neu kompiliert und nur diese beiden Einstellungen verändert (Timerfrequenz 1000Hz anstatt 250Hz). Und siehe da, das System verhält sich auf einmal deutlich reaktiver und, der interessanteste Nebeneffekt ist, das Firefox unter dem Sunspider-Benchmark 20% bessere Ergebnisse liefert. Und das ganz ohne eine weitere Optimierung.
Warum Ubuntu nicht gleich diese Einstellungen benutzt? Keine Ahnung, aber genau die zwei Einstellungen erklären den gefühlten Geschwindigkeitsvorteil von Arch gegenüber von Ubuntu. Sidux benutzt übrigens auch "1000Hz" und "CONFIG_PREEMPT=y" und genau aus diesem Grund fühlt sich dieses schneller an als Ubuntu.
Das war auch genau der Grund warum Arch im Vergleich zu Sidux beim Sunspider-Benchmark in meinem Distributionsvergleich so schlecht abgeschnitten hat, obwohl der Rest der Tests unter Arch bessere Ergebnisse als Sidux lieferte.