Habe gerade eine Windows 2003 - Serverkiste durch einen Ubuntu-Server ersetzt.
Man braucht keine Angst vor der Konsole zu haben ☺
Wir wollte nichts anderes, als einen Domainserver, der uns User und Rechner registriert – keine Active-Directory oder sonstige Spielerei. Wenn man ein bischen Konsolen-Grundvokabular lernt (geht auf jeder Debiane und vieles davon auf jedem Unix-Rechner, ist also kein verlorenes Wissen), dann ist es einfacher als die Klickserei auf Windows.
Einfach den Ubuntu-Server installieren - ist von der Oberfläche her nicht viel anders als einen Windows-Rechner aufsetzen - und dann die entsprechenden Konfigirationsfiles anpassen.
Wer nicht gerne mit VIM arbeitet, kann sich die .conf files ja auf eine Workstation rüberkopieren, anpassen und wieder zurückspielen. So kann man auch besser gleichzeitig in Tutorials nachlesen.
@vim: http://www.selflinux.org/selflinux/html/vim.html
Wir haben folgendes gemacht:
- Ubuntu-Server aufsetzen, dabei die Server auswählen, die man haben will (auf jeden Fall Samba)
- ssh installieren
sudo apt-get install ssh
- dhcp3 installieren (unser Server soll auch dhcp-Server sein) –>
sudo apt-get install dhcp3
, dhcpd.conf anpassen
- Samba konfigurieren –> smb.conf anpassen (Domainname, Verschlüsselung .... wenn man hat, die automatisch einzubindenden Netzwerklaufwerke etc.). Was da einzutragen ist, ist eh erklärt, außerdem gibt es genug Tutorials dazu
– wenn man nicht weiß, wo ein Konfigurationsfile liegt, dann
locate smb.conf
- User anlegen: Alle Domain-User UND alle Rechner in der Domain brauchen einen Linux-User und einen Samba-User
- Domain-User anlegen:
– Immer erst Linux-User anlegen –>
sudo adduser [Username]
dann Windows/Samba –>
sudo smbuser -a [Username]
- Client-Rechner anlegen:
--Jeden Windows-Rechner in der Domain als Maschinen-Account anlegen: –>
sudo adduser [NameDesRechners]
dann noch als Linux-Maschinenuser anpassen:
–-
sudo vim /etc/passwd
dort die Zeile, in der der neue Rechner-User steht anpassen: NameDesRechners –> NameDesRechners$ (erster Eintrag), Ordner (vorletzter Eintrag) auf /dev/null, und letzter Eintrag auf /bin/false
Beispiel:
NameDesRechners$:x:1028:1028:machine account,,,:/dev/null:/bin/false
– dann Windows/Samba –>
sudo smbuser -a '''-m''' [NameDesRechners]
Alten Server vom Netz nehmen, neuem Server eine fixe IP geben (standardmäßig bekommt der Rechner beim Aufsetzen eine DHCP-Adresse, wenn Netz+DHCP-Server schon vorhanden)
– >
sudo vim /etc/network/interfaces
Dienste neu starten (in unserem Fall
sudo smbd restart
und
sudo dhcpd3 restart
oder gleich Rechner neu starten
Dann noch Root Account aktivieren –>
sudo passwd root
Dann jeden Windows-Server aus der Domain nehmen und wieder (in die neue Domain) aufnehmen (sicherheitshalber Windows-Rechner dazuwischen neu starten). Berechtigter User ist root.
Bisher habe ich es noch nicht geschafft, daß die Windows-Rechner eine gleichnamige Domain akzeptiert haben - man mußte sie immer erst aus der Domain nehmen und dann wieder in der Domain anmelden. Userprofile werden auch neu angelegt, sodaß man die Daten und Einstellungen kopieren/neu machen muß. Weiß nicht, ob jemand weiß, wie man das umgehen könnte.
Meine Vorgangsweise habe ich von meiner alten Debian-Kiste, die uns seit Jahren als Domainserver dient.