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Backup auf mehreren optischen Medien

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu MATE 20.04 (Focal Fossa)
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penguin

Anmeldungsdatum:
24. November 2006

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Hallo,

ich probier gerade verschiedene Dinge aus, um meine Backup-Strategie zu erweitern (im Sinne von "3-2-1"). Bisher mache ich ein Off-Site Backup mit Borg (Borgbase) und ein lokales Backup auf einer externen Festplatte mit Back-in-time.

Ich würde gerne noch von Zeit zu Zeit ein Backup auf optischen Datenträgern z.B. auf BD-R machen, das ich dann physikalisch auslagern kann.

Ich hab schon ein wenig mit scdbackup experimentiert. Installation und Konfiguration sind etwas frickelig, aber das Backup eines 69 GB Verzeichnis auf 3x 25GB BD-R hat im zweiten Anlauf geklappt. Große Dateien (>2GB) wurden dabei gesplittet und dann beim Restore leider nicht wieder hergestellt.

Probleme die ich sehe:

  • keine Unterstützung von Verschlüsselung

  • problematisches Restore großer Dateien

  • unklar was bei sehr langen Pfadnamen passiert?

  • alt / nicht mehr gepflegt? laut ChangeLog ist die aktuelle Version 0.9.2 von 2009

  • keine GUI (OK, das ist kein Ausschlusskriterium)

Vorteile:

  • man kann direkt in das Backup reinschauen und zur Not einzelne Dateien einfach mit dem Dateimanager rüberziehen (außer bei großen Dateien)

  • durch die Informationsstruktur behält man auch Backups auf mehreren Scheiben im Überblick

Kennt jemand eine andere/bessere Lösung um ein Backup mit >100 GB auf mehrere BD-R zu verteilen, oder hat andere Ratschläge?

Viele Grüße,

penguin

Berlin_1946 Team-Icon

Supporter, Wikiteam

Anmeldungsdatum:
18. September 2009

Beiträge: 10477

Aus dem Wiki Datensicherung zitiert.

> ein Brennfehler kann eventuell das ganze Medium unbenutzbar machen

Bitte bedenken 😉

penguin

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
24. November 2006

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Vielen Dank für den Hinweis! Ich hab weniger Angst wegen Brenn-Fehlern, das kann man ja prüfen, sondern wegen der langfristigen Datenintegrität ("bit rot" und Zersetzung der Datenträger)

Leider sind auch andere Datenträger nicht sicher. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass auch Festplatten und USB-Sticks gerne mal mitten im Betrieb oder nach längerer Lagerung "versterben". Und das zum Teil plötzlich und ohne vorherige Ankündigung. Zum Glück noch nicht erlebt, aber Cloud-Provider können ja auch mal Pleite gehen, oder ein Backup verlieren, etc.

Die Sicherung auf optischen Medien soll ja deshalb auch nur ein weiterer Baustein in der Backup-Strategie sein. Die können zumindest nicht verschlüsselt oder versehentlich gelöscht werden. Und sie fallen i.d.R. nicht plötzlich aus, sondern es treten zunächst partielle Lesefehler auf. Aus diesem Grund würde ich auch auf eine Sicherung in einem großen Container mit tar oder dar verzichten, wenn der kaputt ist, geht vermutlich nichts mehr.

Ich hab mir jetzt folgendes überlegt und angefangen ein Skript zu schreiben, das zumindest den ersten Teil automatisiert:

  • splitten des zu sichernden Verzeichnis mit dirsplit in ca. 18GB große Fragmente (dirsplit erzeugt nur Text Dateien mit den Pfaden)

  • erzeugen von Iso-Images mit xorriso

  • wenn alle Iso-Images erzeugt sind, indexieren aller Iso-Images in einem Katalog mit catcli

  • anhängen des Katalogs an alle Iso-Images mit xorriso

  • Erweitern der Iso-Images um Checksummen und Fehlerkorrektur-Informationen (20-30% Redundanz wenn 18GB auf 25GB BD-R) mit DVDisaster

Die Iso-Images werde ich dann mit k3b oder xfburn brennen und mit DVDisaster prüfen, bevor sie eingelagert werden.

Aufgrund der Checksummen sollte sich dann z.B. nach einem halben oder einem Jahr prüfen lassen, wie stabil die Datenträger sind.

coolwalda

Anmeldungsdatum:
24. Januar 2017

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Guten Morgen penguin,

mit den gleichen Erwägungen experimentiere ich im Moment ebenfalls mit scdbackup. Das Programm ist zwar alt, aber ausgesprochen gut dokumentiert und kommt immerhin mit BD-Medien bis zu 50 GB zurecht. Während des Konfigurations- und Buildprozesses kann man an einer Stelle die Option -allow_large_files setzen. Ich habe mit einer Datei > 2GB getestet, ob es Probleme bei der Rücksicherung gibt. Das war nicht der Fall (md5sum identisch, die Datei war nutzbar und bei der Verwendung intakt).

Viele Grüße, coolwalda

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