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10 bit und 60Hz für exteren Monitor an ThinkPad t490

Status: Ungelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 20.04 (Focal Fossa)
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ingomar

Anmeldungsdatum:
7. Februar 2020

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Liebes Forum!

Ich habe mit einen neuen Monitor, den Lenovo s28u, zugelegt der 4k @60Hz und 10bit (8bit+FRC) kann und möchte diesen an meinem Lenovo t490 betreiben.

Argyll / displaycal bestätigt was auch schon der visuelle Eindruck zeigt: Der Monitor wird im Moment von Linux mit 8bit angesprochen.

Da ich die Version des thinkpad t490 deren Monitor sogar 12-bit beherrscht würde ich gerne beide Monitore mit 10 bit und wenn möglich 60Hz betreiben. (das lenovo t490 hat eine Nvida 1050 Optimus)

Ist es für die Farbtiefe ausreichend in xorg.conf DefaultDepth und Depth auf 30 zu setzen? Reicht dies sowohl fürdie iGPU wie auch für die Nvidia 1050 optimus?

Zusatzfrage: Wie kann ich die vollen 60Hz nutzen?

Vielen Dnak für euren Rat und Hilfe!

ingomar

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
7. Februar 2020

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update: nvidia-sconfig zu nutzen und dann /etc/X11/xorg.conf zu editieren (DefaultDepth & Depth ->30) war eine ganz schlechte Idee: Ubuntu hat nimmer richtig bebootet, ist beim Boot in einer Schleife hängen geblieben. erst das Löschen der xorg.conf hat abhilfe geschafft.

Also ich stehe an und hoffe auf euren Rat! Danke!!

Letalis_Sonus Team-Icon

Anmeldungsdatum:
13. April 2008

Beiträge: 12990

Die zusätzliche Farbtiefe wird üblicherweise nicht direkt verwendet, da man mit Hinblick auf den wahrnehmbaren Farbbereich kaum etwas gewinnt. Sie schafft allerdings Spielraum für Farbkorrekturen, welche prinzipbedingt die effektive Farbtiefe verringern. Findet die Farbanpassung direkt durch eine Hardware LUT im Monitor selbst statt, ist gar keine Anpassung der Farbtiefe nötig, die Bilddaten können weiterhin mit 8bit pro Kanal übertragen werden.

Aber selbst wenn dies die Grafikkarte erledigen muss und dann wirklich 30bit über das Bildschirmkabel übertragen werden sollen: es ist im Rahmen der Farbkorrektur dann auch erst einmal nur eine Angelegenheit des Grafiktreibers. Der X Server wird diesen weiterhin mit einem 24bit Framebuffer füttern, da die Farbkorrektur nunmal erst nach dem Rendern des auszugebenden Bildes greift. Ein richtiger 30bit Betrieb ist zwar möglich, scheitert aber in der Regel an der Software-Unterstützung der einzelnen Programme, da wegen der Größenbeschränkungen der verarbeitbaren Datentypen ein doch eher exotisches Pixelformat benutzt werden muss, das nicht gerade abwärtskompatibel ist.

Die bei Gamern wegen der geringen Latenzen beliebten TN Panels kriegen übrigens ohne FRC nicht einmal 24bit hin, ältere Panels konnten teilweise nur mickrige 18bit auch wirklich darstellen.

ingomar

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
7. Februar 2020

Beiträge: 4

Danke für diese erste Antwort @Letalis_Sonus – meine Frage beantwortet das aber nicht.

Beide Monitore haben ein IPS panel, der Externe unterstützt 10bit, der Interne sogar 12bit.

Ich weiß warum ich es nutzen möchte - ich arbeite für meinen PhD mit MRI Daten und profitiere deutlich von höherer Farbtiefe.

(Btw: hier siehst du eindrucksvoll warum: https://github.com/jursonovicst/gradient 😉)

Ich freue mich wenn jemand mir für die Lösung des Problems helfen kann!

Danke! ☺

seahawk1986

Anmeldungsdatum:
27. Oktober 2006

Beiträge: 11278

ingomar schrieb:

Beide Monitore haben ein IPS panel, der Externe unterstützt 10bit, der Interne sogar 12bit.

Ist ja schön, aber die beste Hardware nutzt nichts, wenn die Software das nicht ausnutzen kann und ich habe da Zweifel, dass man 2^10 oder 2^12 Helligkeitsstufen auseinander halten kann, wenn die Helligkeit des Monitors bei ca. 300 cd/m² bzw. 500 cd/m² liegt, während die minimale Helligkeit eine schwarzen Pixels > 0.05 cd/m² liegt und man sich nicht ständig in einem stockfinsteren Raum befindet... - die Filmindustrie mastert ihr HDR-Material für eine "ordentliche" BT 2020 Darstellung auf 4000 cd/m² und die besseren TFT-Bildschirme und Beamer für die HDR-Darstellung landen bei 1000 cd/m² aufwärts, OLED bei 500 cd/m² aufwärts mit dazu passenden ausreichend niedrigen Schwarzwerten.

Ich weiß auch nicht nicht, ob es besonders angenehm ist MRI-Aufnahmen auszuwerten, wenn ein Monitor die komplette Spanne zwischen Stockdunkel und gedämpftem Tageslicht abbilden kann - dafür gibt es ja seit langem die Möglichkeit zum "Fenstern", also der dynamischen Auswahl der gerade interessanten oberen und unteren Helligkeitswerte, die dann auf die verfügbare Graustufenpalette gemapped werden.

Generell bietet der nvidia-Treiber die Möglichkeit für eine 10-Bit Ausgabe (AFAIK geht das nur über Display Port und VGA): https://nvidia.custhelp.com/app/answers/detail/a_id/3050/~/how-to-enable-30-bit-color-on-linux und http://us.download.nvidia.com/XFree86/Linux-x86_64/390.59/README/depth30.html, aber die Software muss das dann eben auch ausnutzen können - Chrome/Chromium hat damit ein Problem und die meisten Programme arbeiten eh nur mit 24 Bit Farben.

Ich weiß warum ich es nutzen möchte - ich arbeite für meinen PhD mit MRI Daten und profitiere deutlich von höherer Farbtiefe.

Dann würde ich im Zweifelsfall in den sauren Apfel beißen und Windows nehmen, da sind die Treiber und Software z.T. schon deutlich weiter - da gab es schon vor über 10 Jahren passende PACS-Software für 10-Bit Graustufen Displays an Nvidia Quadro Karten.

Zusatzfrage: Wie kann ich die vollen 60Hz nutzen?

Wie ist der externe Monitor angeschlossen?

Letalis_Sonus Team-Icon

Anmeldungsdatum:
13. April 2008

Beiträge: 12990

Es kann dir passieren, dass der Treiber dir schlicht und ergreifend diesen Betriebsmodus verweigert, weil du keinen Quadro Grafikchip benutzt. Nvidia ist schon mehrfach in der Vergangenheit negativ dadurch aufgefallen, dass sie Funktionen die dem professionellen Sektor zugeordnet werden künstlich auf Consumer Grafikchips beschneiden, damit sie mit den teureren Quadro Chips mehr Profit machen können. Das ging auch schon so weit, dass sie Funktionen aus dem Linux Treiber entfernt haben, weil diese einfach nur nicht mit dem Windows Treiber zur Verfügung standen. Auch hat man mit diversen Schikanen aktiv die Nutzung von Geforce Karten in VMs verhindert.

ingomar schrieb:

ich arbeite für meinen PhD mit MRI Daten

Macht es da nicht mehr Sinn durch Erhöhen des Kontrast jeweils nur bestimmte "Farbwert"-Ausschnitte zu begutachten anstelle die Originaldaten mit möglichst feinen Übergängen darzustellen? Der Sinn dahinter ist doch gerade, solche feinen Übergänge klarer erkennbar zu machen, denn ohne diese Nachbearbeitung werden sie auch mit einer höheren Farbtiefe nicht signifikant besser erkennbar.

Ich durfte selbst schon im Rahmen einer Vorlesung zum Thema Bildverarbeitung 16bit-Grauwert MRI Rohdaten für genau diesen Zweck modifizieren.

ingomar schrieb:

und profitiere deutlich von höherer Farbtiefe.

Die Farbtiefe steht noch mal in Abhängigkeit zum verwendeten Farbraum, beim Standardfarbraum gewinnt man nicht viel, weil der Gamut und damit der Abstand zwischen den endgültigen Farbwerten bereits ziemlich klein ist. Die Sache mit den Farbbalken ist übrigens mit Vorsicht zu genießen, denn die Wahrnehmung eines Farbübergangs hängt von mehr Faktoren als nur dem Abstand der endgültigen Farbwerte ab, wie zB die Anordnung der Subpixel - du kannst das ganze ja mal mit einer vertikalen Anordnung vergleichen, dort ist der Abstand zwischen den jeweils getesteten Subpixeln in der marktüblichen Anordnung deutlich kleiner.

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