staging.inyokaproject.org

Freigaben im Netzwerk sind nicht erreichbar

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 20.04 (Focal Fossa)
Antworten |

steps66

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
7. November 2008

Beiträge: 577

Bitte vergleiche deinen Eintrag mit meinem. Besonders Zeile 2 Dort muss Server und min stehen.

Max-Ulrich_Farber

Avatar von Max-Ulrich_Farber

Anmeldungsdatum:
23. Januar 2007

Beiträge: 8010

Da offenbar hier viele mitlesen 👍 , und da die Angelegenheit nicht ganz einfach ist, empfiehlt sich vielleicht eine kurze (?) Zusammenfassung bzw. Gliederung. Sonst könnte sich die Diskussion endlos ausdehnen.

  1. Wenn hier vom Auffinden, Ansprechen und Einbinden von Servern und Freigaben die Rede ist, ist immer der Weg über das GIO gemeint. Das GVFS, die Dateimanager, aber auch gigolo, fusesmb u.a. verwenden das GIO. Für das Einbinden (Mounten) der Freigaben über mount.cifs bzw. mount -t cifs … oder über einen Eintrag in /etc/fstab gelten die Überlegungen nicht; dort gelten andere Regeln.

  2. Weil die Dateimanager innerhalb der angesprochenen Server auch browsen wollen und dies unter bestimmten Bedingungen auch können, muss man genau zwischen Browsen im Server (d.h. Auffinden dort vorhandener Freigaben) und dem Einbinden bzw. Ansprechen bekannter Freigaben unterscheiden.

Teil 1: Einträge auf dem Server:

  • Das Browsen auf dem Server kann nur funktionieren, wenn dieser eine Freigaben-Liste zur Verfügung stellt. Dies ist nur bei den Protokollen bis einschließlich SMB1 (= NT1) der Fall; höhere Protokolle tun dies nicht mehr, warum auch immer (?).

  • Damit ein Client auf einem Server browsen kann, muss auf dem Server SMB1 zulässig sein. Früher war dies Default-Einstellung; seit Samba 4.11 (Ubuntu 20.04) ist nun die Default-Einstellung SMB2_02. Deshalb ist auf dem Server der Eintrag von

    min protocol = NT1    #(identisch mit server min protocol = NT1)

    im Teil [global] der Datei /etc/samba/smb.conf erforderlich, damit irgend ein Client auf diesem Server browsen kann. Clients, die SMB2_02 verstehen, können jedoch bekannte Freigaben auch ohne diesen Eintrag einbinden.

  • Der o.g. Eintrag min protocol = NT1 ist unabhängig vom Browsen aber auch immer dann nötig, wenn (ältere) Clients, die nur SMB1 verstehen (z.B. Multimedia-Player, Fernsehgeräte u.a.) Zugriff auf den Server haben sollen.

  • Wenn ein Client zu browsen versucht, aber der Server keine Freigaben-Liste liefert, dann erscheint auf dem Client eine etwas kryptische, zunächst unverständliche Fehlermeldung:

    Empfangen der Freigabenliste vom Server ist gescheitert. Das Argument ist ungültig

    Einen verwirrenderen Text hätte man dafür kaum finden können! – Bleys hat dies ja, auf verschiedene Stellen verteilt, schon klar dargestellt. Wichtig: hier handelt es sich nicht um einen Fehler, sondern um ein Feature!

Teil 2: Einträge auf dem Client:

Diese Zeilen müssen ggf. im Teil [global] der Datei /etc/samba/smb.conf des Client eingetragen werden. Dies ist etwas überraschend, weil diese Datei sonst zur Konfiguration eines Samba-Servers dient. Ist auf dem Client kein Samba installiert, so muss diese Datei zuerst von Hand als leere Textdatei angelegt werden.

  •   client min protocol = NT1

    Seit Samba 4.11 ist das Mindest-Protokoll standardmäßig SMB2_02, d.h. höher als SMB1 (NT1). Ältere Server (FritzBox, NAS …), die nur das Protokoll SMB1 (NT1) verstehen, können damit nicht mehr angesprochen werden. Dieser Eintrag macht dies wieder möglich.

  •   client max protokol = NT1

    Das GIO des Client handelt mit dem Server das höchst mögliche Protokoll aus, das beide verstehen. Wenn dieses höher ist als SMB1 (NT1), dann wird Browsen auf dem Server unmöglich (s.o.). Dieser Eintrag begrenzt die Protokoll-Auswahl so, dass Browsen auf dem Server wieder möglich wird. Allerdings können damit dann alle Server, deren Mindestprotokoll höher ist als NT1, nicht mehr angesprochen werden (s.o.).

  • Diese Einträge gelten dann grundsätzlich für das gesamte GIO des Client (und noch für einige andere Samba-Tool wie z.B. smbclient oder smbtree). Sie bilden den Rahmen, innerhalb dessen das GIO und andere Tools das Protokoll mit den einzelnen Servern jeweils aushandeln können.

Für das cifs-vfs, das bei Einträgen in der Datei /etc/fstab und beim Mounten mittels mount -t cifs, aber auch z.B. von Autofs oder systemd.automount verwendet wird, sind die Einträge auf dem Client irrelevant, da hier das verwendete Protokoll mit der Option vers=..., also z.B. vers=1.0 für jede Freigabe einzeln festgelegt werden kann.

Das Problem, dass (derzeit noch) in Samba 4.11.7 unter SMB1 Dateien als leere Ordner dargestellt werden, hat damit direkt nichts zu tun. Es ist ein Fehler! 1872476

Ich hoffe sehr, mit dieser Zusammenfassung nicht noch mehr Unklarheit bewirkt zu haben!

Gruß – Max-Ulrich

torero

Anmeldungsdatum:
9. Juli 2006

Beiträge: 100

Das Problem, dass (derzeit noch) in Samba 4.11.7 unter SMB1 Dateien als leere Ordner dargestellt werden, hat damit direkt nichts zu tun. Es ist ein Fehler! 1872476

Ich frag mich, warum ich diesbezüglich keine Probleme hab. Seit ich die Zeilen

 client min protocol = NT1
  client max protocol = NT1

eingefügt habe, funktioniert alles. Zugriff auf Fritz-NAS und mein normales NAS. Ich müsste dann doch auch Probleme mit inkonsistenten Daten haben?

Max-Ulrich_Farber

Avatar von Max-Ulrich_Farber

Anmeldungsdatum:
23. Januar 2007

Beiträge: 8010

@torero

Interessant. Welche Verson (Ubuntu, Xubuntu, …) verwendest Du? Neuinstallation oder Upgrade? Hast Du vielleicht das Samba-Update aus dem PPA installiert? Ich arbeite mit Xubuntu und habe das Problem regelmäßig und reproduzierbar.

torero

Anmeldungsdatum:
9. Juli 2006

Beiträge: 100

Max-Ulrich_Farber schrieb:

> EDIT:

> torero, welche GIO-Version benutzt denn dein Ubuntu-Mate? (gio version im Terminal eingeben)

gio version 2.64.2

Ich hab Ubuntu-Mate 20.04 jetzt drei Mal neu installiert. Der Zugriff über Samba auf meinen NAS-Server, ist jedes Mal nicht möglich. Erst wenn ich die beiden Zeilen in die smb.conf einfüge

client min protocol = NT1
client max protocol = NT1 

funktioniert alles. Ich kann auf meinen NAS-Server und auf die Fritz-Box wie gehabt zugreifen. Ich auch keine inkonsistenten Daten feststellen.

Max-Ulrich_Farber

Avatar von Max-Ulrich_Farber

Anmeldungsdatum:
23. Januar 2007

Beiträge: 8010

❓ Und Du greifst über das GIO, d.h. über den Dateimanager zu, ohne die Daten über smb.conf oder sonst irgendwie mittels cifs-vfs vorher schon zu mounten? Denn letzteres funktioniert bei mir auch, nur der direkte Zugriff über das GIO (gvfs) macht bei mir und bei Anderen Probleme. Die sind aber reproduzierbar.

torero

Anmeldungsdatum:
9. Juli 2006

Beiträge: 100

Über "Inhalt des Netzwerks durchsuchen" → "Windows Netzwerk" → In meinem Fall "Arbeitsgruppe"→ "NAS-Center"→ erscheint die Auswahl meiner freigegebenen Ordner. Oder statt "Arbeitsgruppe" nehme ich die "Fritzbox", da muss ich in der Suchleiste "smb://fritz.nas" eintippen, dann komme ich auf das Fritz-NAS.Dann erstelle ich ein Lesezeichen und komm jederzeit rein. Keine inkonsistente Daten.

Im Anhang ein Foto wie es dann aussieht. So wie immer halt... So mache ich das schon seit Jahren. Bei 20.04 geht das aber erst, wenn ich die beiden Zeilen eintrage.

Bilder

torero

Anmeldungsdatum:
9. Juli 2006

Beiträge: 100

Bin ich der Einzige, bei dem es funktioniert?

kB Team-Icon

Supporter, Wikiteam
Avatar von kB

Anmeldungsdatum:
4. Oktober 2007

Beiträge: 9837

torero schrieb:

Bin ich der Einzige, bei dem es funktioniert?

Bei mir funktioniert unter 20.04 der Weg

nautilus+ Andere OrteWindows Netzwerk(Workgroup öffnen)(SMB1-Server öffnen)(Freigabe öffnen) → zur Datei navigieren → Datei ausführen

manchmal (bisher immer beim ersten Mount nach einem Neustart), aber nicht immer.

Nach einem erneuten Einbinden nach dem ersten Einbinden und Ausbinden habe ich meistens, aber nicht immer den Zustand, in dem Dateien als Ordner dargestellt werden und nicht verwendbar sind.

torero

Anmeldungsdatum:
9. Juli 2006

Beiträge: 100

Was meinst du mit "ausbinden"?

Nach dem Verbinden mit den jeweiligen NAS-Servern, werden diese bei mir als Ordner auf dem Desktop dargestellt. Selbst wenn ich diese aushänge und danach wieder verbinde, funktioniert alles.

Bilder

kB Team-Icon

Supporter, Wikiteam
Avatar von kB

Anmeldungsdatum:
4. Oktober 2007

Beiträge: 9837

torero schrieb:

Was meinst du mit "ausbinden"?

Das Gegenteil von „Einbinden“. Du kannst auch „Einhängen“ und „Aushängen“ verwenden.

Nach dem Verbinden mit den jeweiligen NAS-Servern, werden diese bei mir als Ordner auf dem Desktop dargestellt. Selbst wenn ich diese aushänge und danach wieder verbinde, funktioniert alles.

Mein Beitrag bezieht sich auf das Verhalten im Fenster des Dateimanagers, mit dem das Einhängen durchgeführt wird.

Ob ein anderes Verhalten in einem anderen Fenster des Dateimanagers vorliegt, muss ich noch prüfen. Ich halte inzwischen bei diesem bizarren Fehlerbild alles für möglich!

kB Team-Icon

Supporter, Wikiteam
Avatar von kB

Anmeldungsdatum:
4. Oktober 2007

Beiträge: 9837

kB schrieb:

[…] Ob ein anderes Verhalten in einem anderen Fenster des Dateimanagers vorliegt, muss ich noch prüfen.

Es wird nicht anders, sondern nur noch bizarrer:

  • Ich hatte einmal den Fall, dass in einem Fenster die Dateien falsch als Ordner dargestellt wurden und in einem zweiten Fester gleichzeitig normal. Der Start einer normal dargestellten Video-Datei war erfolgreich und heilte die Falschdarstellung im anderen Fenster.

  • Ich hatte noch einmal den Fall, dass in einem Fenster die Dateien falsch als Ordner dargestellt wurden und in einem zweiten Fester gleichzeitig normal. Ein Versuch, eine falsch dargestellte Datei zu öffnen, misslang und verhunzte auch die Darstellung der Datei im anderen Fenster.

  • In der Mehrzahl der Fälle waren die Dateien in beiden Fenstern falsch dargestellt.

Ich benutze ein Ubuntu 20.04 mit Gnome-Shell 3.36.1 und nautilus als Dateimanager, nicht wie torero Ubuntu MATE mit einem Fork der Gnome-Shell 3 und einem anderen (welchen?) Dateimanager. Die gio Version ist auch bei mir 2.64.2. Dieser BUG ist offenbar auch vom Dateimanager abhängig.

wolframviola

Anmeldungsdatum:
27. Oktober 2008

Beiträge: Zähle...

Danke an Max_Ulrich_Farber und an torero

Hatte vor drei Monaten neu aufsetzen müssen, verwendete absichtlich das stabile 19.10, dann jetzt ein upgrade auf 20.04 und konnte den NAS nicht verbinden. Mit Eurer Anleitung hat es dann geklappt.

Hat Ubuntu seine Benutzer da etwas nachlässig im Regen stehen lassen, oder war nur ich nicht am "richtigen Infostand"?

steps66

(Themenstarter)

Anmeldungsdatum:
7. November 2008

Beiträge: 577

Eben kam eine Samba update rein. Seitdem funktioniert der Zugriff auf die Fritzbox zumindest wieder. alle andere probiere ich am Wochenende.

Antworten |