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Ubuntu verstehen und damit umgehen

Status: Gelöst | Ubuntu-Version: Ubuntu 12.04 (Precise Pangolin)
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BillBuchanan

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Anmeldungsdatum:
20. April 2011

Beiträge: 150

Frank-liebling schrieb:

2. Woher soll ich wissen, welche Alternativen Programme es gibt, die ich vorher unter Windows benutzte? Ich hatte vorher usenext, was es im Programmpaket nicht gab. Ich fand eine tangysoft Software für Ubuntu und installierte diese. Im Dash-Board fand ich das Programm auch, doch es startete nicht. In Windows reichte nur ein Klick, und es öffnete sich die Benutzeroberfläche.

Gerade gefunden: http://www.linuxalt.com/

Beau

Anmeldungsdatum:
10. November 2009

Beiträge: 39

x8 schrieb:

Programme, die du als Paket installierst, können üblicherweise über den entsprechenden Starter (oder übers Terminal) gestartet werden.

Programme ausführbar machen musst du zum Beispiel, wenn du sie als Binary (kompiliertes (in Maschinensprache übersetztes Programm; Endung meistens .bin oder nicht vorhanden), Skript (u.a. .sh, .py, .pl, .php, .lua oder ausführbares Archiv (.jar, .phar) hast.

Das Dateisystem ist etwas schwierig zu erklären, gerade für Windows-Umsteiger, aber versuchen wir es mal: Das Dateisystem ist nicht wie bei Windows partitions-, sondern verzeichnisorientiert.

Du hast wahrscheinlich das ganze System auf eine Partition installiert. Man kann aber verschiedene Verzeichnisse auf verschiedene Partitionen auslagern, bei mir sieht es zum Beispiel so aus: Rootverzeichnis auf eine Partition, /home auf eine andere, /etc auf eine dritte. Das hat den Vorteil, dass die Homeverzeichnisse und persönliche und systemweite Konfigurationen nicht verloren gehen, wenn man das System neu aufsetzt. Die dazugehörigen Programme allerdings schon, aber dafür kann man sich ja Paketlisten erstellen und bei Bedarf zurückspielen. Man könnte /boot auf einen USB-Stick auslagern, sodass Ubuntu nur bootet, wenn er angeschlossen ist. Wenn man die anderen Partitionen dann noch verschlüsselt, hat man mit dem Stick sozusagen einen Schlüssel zu Ubuntu.

Die wichtigsten Verzeichnisse sind diese:

  • Ganz oben haben wir das Rootverzeichnis (nicht zu verwechseln mit dem User root oder dessen Homeverzeichnis /root), auch Stammverzeichnis genannt. Es wird mit / angesprochen und beinhaltet wie gesagt alles von Ubuntu (bis auf einen Teil des Bootloaders).

  • Dann haben wir /home, das die Homeverzeichnisse aller normalen User enthält, es sei denn, man gibt etwas anderes an. /home/max ist etwa das Homeverzeichnis des Users max.

  • /bin enthält alle Binaries, die beim Booten verfügbar sein müssen, z.B. die Shell und Plymouth (ist für den Bootscreen zuständig). /sbin enthält ebenfalls solche Binaries, nur dürfen diese nur von root verwendet werden, z.B. Init und Cron.

  • /usr (bei dem man nicht genau weiß, ob diese Abkürzung für User oder Unix System Resources steht) ist in mehrere Unterverzeichnisse aufgeteilt:

    • /usr/bin und /usr/sbin enthalten Binaries, die nicht beim Booten benötigt werden, zum Beispiel den X-Server, die Binaries der Desktopumgebungen oder der Paketverwaltung - kurz gesagt alles, was über die Paketverwaltung installiert wurde und sich nicht in /bin oder /sbin befindet.

  • /etc enthält die systemweiten Konfigurationsdateien aller Programme.

  • /opt enthält Programme, die für alle User zugänglich sein sollen und nicht über die Paketverwaltung installiert wurden (oder wo die Paketmaintainer die Verzeichnisstruktur nicht kapiert haben, wie bei der AusweisApp).

  • /var enthält Daten, die sich häufig ändern, wie Logs (/var/log) oder den Docroot eines Webservers (meistens /var/www)

  • /tmp enthält temporäre Dateien und wird beim nächsten Reboot geleert.

👍

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